Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 81 (13.10.1904)
- Date
- 1904-10-13
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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1696 bald im Vereinsorgan veröffentlicht werden.*) In der Diskussion, an der sich die Herren Dr. Mannheimer, Levy, Dr. Löb, Selig. Klein, Löwenstein und Kamm detheiligen, wird die Frage der Fortbildung des jüd. Lehrers als der wichtigste Gegenstand bezeichnet, der heute in einer Lehrerversammlung behandelt zu werden verdiene, wiewohl das Expose des Herrn Dr. Gutmann für uns unannehmbar, ja, gar nicht einmal diskutabel sei. Das Vorgehen des Verbandsvorstanves bei der vorschnellen Veröffentlichung ließe sich, so wird von mehreren Seiten bemerkt, durch nichts rechtfertigen, und aus bloßer Friedensliebe über diese Angelegenheit zur Tagesordnung überzugehen, hieße so viel als den eigenen Prinzipien untreu werden. Die vom Referenten vorgelegte Resolution wird einer Kommission, bestehend aus den Herren Dr. Mannheimer, Gottschalk und Wolfs, zur Prüfung überwiesen und erhält folgende Faffung: 1. Die 20: Konferenz des Vereins der jüdischen Lehrer in den Rabbinatsbezirken Emden-Oldenburg- Bremen drückt ihr Mißfallen aus über das Vorgehen deS Verbandsvorstandes durch Veröffentlichung, des Dr. Gutmann'fchen Exposes' in der Denkschrift des Verbandes. 2. Die Konferenz wünscht zur Erreichung einer geeigneten „Fortbildung des jüdischen Lehrers" in erster Linie eine Berücksichtigung der bei Behandlung des Verbandsthemas im Jahre 1899 von den Vereinen geforderten Vorbildung des jüdischen Lehrers. 3. Die Konferenz fordert ferner die Einfügung eines Paragraphen in die Verbandssatzungen. durch welchen die Behandlung solcher Fragen, die gegen die Grundwahrheiten und überlieferten Lehren des Judenthums verstoßen, grundsätzlich ausgeschlossen werden. 4. Endlich beschließt die Konferenz die Veröffentlichung des Referats durch das Verbandsorgan. Es folgt darauf zu Punkt 4 der Tagesordnung die Besprechung über die künftige Ferienordnung. Herr Kreisschulinspektor Dr. Löb theilt die in dieser Sache ergangenen Verfügungen der König!. Regierung zu Aurich Und Osnabrück mit und ersucht die Versammlung um Aeußerung ihrer Wünsche in dieser Angelegenheit. Die Besprechung ergab eine neue Ferienvertbeilung, mit welcher der Herr Kreisschulinspektor sich einverstanden erklärte. Darauf werden die verschiedenen Wahlen vorgenommen: .1) Der bisherige Vorstand wird durch Zuruf wiedergewählt. 2) Als Delegierter für den bevorstehenden Verbandstag in Kassel wird Kollege •) Nach SÄtutz de« Referats bekundet die Versammlung dnrck taute »Dravorufe" wie lehr ibr aus dem Herzen aesyrocben war. Der Lobende dankte vem Referenten für seine nechwe klare Arbeit, die cm langes Vorstudium erfordert habe, dem nch der Vor» bonb erkennen. Wolff-Aurich und als dessen Stellvertreter im Behinderungsfalle Kollege Klein-Norden gewählt. 3) Die Eventualwahl für den zukünftigen Verbandsvorfiand fällt auf den Kollegen Levy-Norden. An diesen Punkt reihte sich der Beschluß, daß die Konferenz einen festen Zusammenschluß aller konservativen Mitglieder innerhalb unseres Verbandes für wünschenswerth erachte und zu erstreben suche. Außerdem erhielt der Delegierte den Auftrag, für die Forderung der Konferenz einzutreten, welche lautet: „Die 20. Konferenz in Emden fordert Lostrennung des Verbandsorgans vom Familienblatt und Herausgabe einer M o'n a t S - oder Halbmonatsschrift mit Zwangs-Abonnement nach dem Beispiele anderer Vereinigungen." Als Ort für die nächstjährige Konferenz wird wieder Emden bestimmt und die Festsetzung des Konferenztages dem Vorstande überlassen. Alsdann erstatteten die Rechnungsprüfer Bericht über die Richtigkeit der Vereinsrechnung, worauf dem Vorsitzenden als Rechnungsführer Entlastung ertheilt wird. Herr Dfeyberg- Oldenburg erklärt sich darauf zur Uebernahme des Verbandsthemas bereit, und Lowe n st e in - Jever will eine Lehrprobe aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte halten. Der Vorsitzende erinnert hierbei noch an rückständige Stoffvertheilungspläne. Rach den üblichen Dankesworten für unparteiische und umsichtige Leitung der Verhandlungen schließt der Vorsitzende um 6 Uhr die Konferenz mit dem Ausdruck der Freude, daß die Besucher treu bis zum letzten Augenblicke ausgeharrt und mit dem Wunsche, daß die anregenden Stunden ein Segen für das Jüdenthum werden mögen. Der Vorsitzende: Der Schriftführer: Levy- Norden. B. W o l f f - Aurich. Zeitungsnachrichten und lLorr-fpondeozen. Deut f.ch l a n d. Frankfurt a. M. (Reue Synagoge an der Friedberger Anlage.) Die Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" hat zur Erlangung von Kntwurfskizzen für einen Synagogenneubau einen Wettbewerb veranstaltet, an dem sich 129 Bewerber betheiligt haben. Das Preisgericht hat nunmehr sein Urtheil abgegeben. Es erhielten: den ersten Preis von 4000 Mk. (Kennwort: Laubhütten) die Architekten Josef Reuters-Berlin-Wiluursdors und Karl Friedenthal-Charlottenburg, den' zweiten Preis von 2500 Mk. (Kennwort: Ohne Kuppel) Heffemer uud Schmidt-München und den dritten Preis von 15GQ Mk. (Kennwort: Dorhof II) Jurgensen und Aachmium-