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Der Israelit · 1904-10-13 · Heft 81 (13.10.1904) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 81 (13.10.1904)
Date
1904-10-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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1690 halb eines geschlossenen Zyklus von Vorträgen eine besondere Periode der jüdischen Geschichte und Litteratur behandeln. Brcsla«, 18. SptI <Ern Graiulationsschreiben an König Victor Emanuel NI. zur Geburt des Thronerben.) Eure Majestät, der Erlauchte Bundesgenosse unseres geliebten Kaners. der hochherzige, freisinnige Fürst, welcher einem Ottolenghi die höchsten militärischen Würden verlieben hat — Eure Majestät wollen Allergnädigst gestatten, dass ich aus Anlaß der Geburt des Thronfolgers meinen untertbanigsten Glückwunsch aus treuem Herzen darbringe. Möge Gottes reichster Segen aus dem jungen Kronprinzen ruhen, und möge Hcchderselbe zur Freude des Erlauchten König!. Elternvaares und zum Heile Italiens körperlich und geistig gedeiben. Mit diesem Wunsche verharre ich in tiefster Erhrfurcht Eurer Majestät unterthänigster Salo Drinitzer. Hierauf ist an den Geschäftsführer der Firma Ecnrad Tack und Eie. in Breslau folgende Antwort ein gegangen' Racconigi, 1. Oktober 1904. Sehr geehrter Herr! Auf Befehl des Königs, meines erhabenen Souveräns, danke ich Ihnen verbindlichst für die freundlichen Glückwünsche, die Sie anläßlich der Geburt des Thronerben von Italien ausgesprochn haben. Seine Majestät gedenkt Ihrer freundlickst und versichert Sie durch mich Seiner Gnade und Seines besonderen Wohlwollens. Mit aller Hochachtung! Der Minister des König!. Hofes von Italien, gez. E. Vonzio B a g l i o. Bonn. Ein Leichenzug von solch imposanter Größe, wie er sich noch selten durch die Straßen unserer Stadt nach dem jüdischen Friedhof, am Dienstag nach Jom Kippur bewegt hat. gab Kunde davon.» daß unsere Gemeinde einer ihrer edelsten Zierden beraubt worden ist. Frau Rosali Edelstein, geborene Kahn, war am Sabbat vor dem Vers'öhnungstag nach kurzer Krankheit verschieden'. Frommglaubig wie ihr ganzes Leben, war auch ihr Ende. Als sie in der Nachmittagsstunde den Tod herannahen fühlte, forderte sie ihre Umgebung auf. mit ihr die Sterbegcbete zu verrichten. Nochdem sie laut vernehmlich das' Schema Jisroel wiederholt gebetet, verschied sie sanft und gottergeben, mit einem letzten Lischuoscho kiwifi auf den Lippen. Mit ihren fast überreichen Geistesgaben, denen ihr Körper nicht mehr gewachsen schien, verband sie so viele herrliche -Frauentugenden, daß sie, über viele ihrer Zeitgenossinnen Linwegragend, als leuchtendes Beispiel eines echt jüdischen Weibes, noch lange als Vorbild in unserer Erinnerung weiterleben wird. Wer die Verewigte persönlich gekannt hat, wie sie in ihrer selbstlosen Weise an jedem fremden Leid Theil nahm, an .jedem fremden Unglück mittrug und mitempsand. kann auch den unermeßlichen Verlust, der die Kinder und Geschwister mit ihrem Heimgang betroffen, ermessen. Sie überlebte ihre Schwester, die verewigte Frau Bertha Landsberg nur um acht Monate. Zwei Schwestern und der Bruder. Herr Dr. Arthur Kahn, die wiederum in tiefste Trauer versetzt sind, beweinen in der Heimgegangenen eine liebende, edle Schwester, mit der sie in inniger Geschwisierliebe ein Mrnschenalter verbunden waren. Möge Gott sie Alle in ihrem gerechten Schmerze trösten! Ahlem b. Hannover. 9. Okt. In Anwesenheit des Vorstandes und einiger Mitglieder de» Berliner Lokalkomitees fand in der Israelitischen Erziehungsanstalt in Ahlem die Eröffnung einer Ausstellung von Erzeugnissen der Anstalt statt. Nach einem einleitenden Liede, das von Zöglingen der Anstalt unter Leitung eines Lehrers gesungen wurde, begrüßte der Vorsitzende des Vorstandes. Herr Eonsul A. M. S i m o n, die Anwesenden; besonders dankte er den aus der Ferne herbei geeilten Damen und Herren für das Interesse, welches sie durch ihre Anwesenheit den Bestrebungen unserer Anstalt gegenüber kund gethan. Im Namen der Berliner Gäste, unter denen Herr Martin Simon. Herr Ed. Pinkus und die Herren Louis Rosenösum und Dr. Ginsburg mit ihren Damen waren, sprach Herr I. Freymark. Der Redner führte aus, daß gerade Ahlem gezeigt habe, von welcher eminenten Bedeutung die einschlägigen Bestrebungen für die Heranwachsende jüdische Jugend sind. Gerade Ahlem könnte und sollte als Vorbild dienen für die Gründung anderer Anstalten, und er wünsche, daß das'Interesse aller Glaubensgenossen an der Anstalt und ihren Zwecken immer mehr zunehmen möge, zum Wohle der Anstatt selbst und der gesammten Judenheit. Das in' der Ausstellung dem Beschauer Dargebotene zeigte die Mannigfaltigkeit der dortigen Arbeiten. Sowohl die Produkte des Gartenbaues, als auch die der Handwerksbetriebe — Schuhmacherei. Bäckerei. Imkerei — und besonders auch die von Schülern und Lehrlingen im Handfertigkeitsunterricht angefertigten Buchbinder- und Holzarbeiten aller Art. erfreuten sich Aller Anerkennung und fanden ungetheilten Beifall. An die Besichtigung der Ausstellung schloß sich ein Rundgang durch die Pkantagenanlagen, wobei es von besonderem Interesse für die Gaste war. die Zöglinge der Anstalt bei der Arbeit zu sehen. Dir Gäste, welche dann noch einen Besuch im Madchenhause abstatteten. erfreuten sich auch dort an den ausgestellten Handarbeiten und den verschiedenen Gartea- und Küchenprodukten.

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