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Der Israelit · 1904-10-13 · Heft 81 (13.10.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 81 (13.10.1904)
Date
1904-10-13
Page
– (sequence 3)
Language
German
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168S für das Judenthum als auch für die Wissenschaft nur segensreich werden muß. Es hat eine neue Epoche in der jüdischen Wissenschaft begonnen und es ist zu hoffen, daß auch die Sehnsucht nach einer würdigen populären Darstellung der ganzen großen jüdischen Vergangenheit in deutscher Sprache ehestens befriedigt werden dürste. - Zeitungsnachrichten und Correspondenzev. Deutschland. Berlin, 30. Okt. Gegen die Behauptung, die Juden seien zumeist umstürzlerischer Gesinnung, protestirte Professor Dr. Philippson in einem dieser Tage im Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens gehaltenen Vortrage über „Das Judenthum und den Staat '. Der alte israelitische Staat biete ein bisher unerreichtes Vorbild seiner Humanitären, freiheitlichen, sozialen und milden Gesetzgebung. Die jüdische Lehre schreibe auch den Juden in ihrer Zerstreuung unter den Völkern Vaterlandsliebe. Königstreue und Unterordnung unter die Gesetze ihrer neuen Heimath vor. „Das Gesetz des Landes, in dem du lebst, sei auch dir Gesetz", heißt es im Talmud. Und in der That hätten Juden in allen Ländern, wo man sie zu Aemtern und Ehrenstellen zugelassen habe, im Dienste des Vaterlandes als Staatsmänner, Parlamentarier und Soldaten Hervorragendes geleistet, es sei nur an Riesser, Lasker, Bamberger, Cr«?mieux, Fould, Ottolenghi, Luzatti u. s. w. erinnert. Nur da fänden wir die Juden im sozialdemokratischen Lager, wo man ihnen volles Bürgerrecht versage, oder wo ihre Gleichberechtigung bloß auf dem Papier steht. In England,- Amerika, Italien, Frankreich sei ihre Zahl unter den Sozialisten verschwindend. Die Juden seien, wie schon ihr dreitausendjähriges Festhalten, an ihrer Religion und den alten Bräuchen beweise, ihrem innersten Wesen nach konservativ und gemäßigt-liberal. In Rußland und Rumänien, wo sie schlimmer behandelt würden als Thiere, dürfe man sich allerdings nicht wundern, zahlreiche Juden im staatsfeindlichen Lager zu irefsen; daß sie sich die schmähliche Behandlung, die ihnen zu Theil werde, nicht ruhig gefallen lassen, sei ein erfreuliches Zeichen von Kraft. Ehrgefühl und Rechtsbewußtsein. Frankfurt a. M., 9. Okt. Der Verein „Mekor- Chajim" hat Herrn Rabbiner Dr. Breuer für eine Reihe von Vorträgen gewonnen, und sind wir überzeugt, daß diese Erweiterung des Lehrplans freudige Zustimmung bei allen Mitgliedern finden wird. Der Lehrplan für das Wintersemester lautet: Geist der jüdischen Gesetzeslehre, Tag und Stunde dieser Vortrage werden jeweils zuvor angekündigt. Herr Rabbiner Dr. S. B r e u e r; Talmud Berachoth, Sonntag Morgen 9 Uhr und Donnerstag Abend 8% Uhr. Herr Rabb.-Ass. G. P o s e n; Baba Meziah, Sonntag Nachmittag 4 Uhr: und Dienstag Abend 8% Uhr, Herr Direktor Dr. G. Lange; Mischnah, Montag Abend 8% und Freitag Abend nach Schluß der Synagoge, Herr Rektor B. Falk; Mikrah, Samstag Nachmittag 3% Uhr, Mitglieder-Vortrag; Propheten, alle 14 Tage Sonntag Abend 6 Uhr, erster Vortrag: Sonntag, 16. Okt. er., Herr Oberlehrer A. W e y l; Propheten, alle vier Wochen, Sonntag Abend 6 Uhr, erster Vortrag: Sonntag, 6. Nov. cr.. Herr Julius Hirsch; Schulchan Aruch, Samstag Vormittag nach Schluß der Synagoge, - Schützenstraße» Kann weder Predigt noch Vortrag im Hörsaal stattfindet, Herr Rektor B. F a l k; Kursus für Anfänger in Chumesch Tefillah und Dinim. Samstag Mittag 12 Uhr und Sonntag Nachmittag 5 Uhr, Herr H. E i n st ä d t e r; Abtheilung Nachlas Zewi, Mittwoch Abend laut besonderem Plan. Der neue Lese- und Schreibsaal wird in Kürze der Benutzung übergeben werden; die Zeit, zu welcher derselbe geöffnet ist, wird alsdann den Mitgliedern noch bekannt gegeben. . Hamburg. Wie bereits seit einer Reihe von Jahren, wird der hamburgische Verein für jüdische Geschichte und Litteratur auch in der kommenden Wintersaison 1904/05 einen Zyklus von populärwissenschaftlichen Vorträgen auf dem Gebiete der jüdischen Litteratur und Wissenschaft veranstalten. Die Vorträge werden bereits im Laufe dieses Monats beginnen, und wird der Eröffnungsabend sich diesmal zu einer besonders würdigen Feier gestalten. Als Festredner ist für diesen Abend der bekannte Orientalist Herr Prof. L e f f m a n n - Heidelberg gewonnen worden. Der greise Gelehrte wird über „Antikes Judenthum und moderne Weltanschauung" sprechen. Als weitere Redner' haben zugesagt Herr Rabbiner Dr. Ackermann- Brandenburg: „Wesen und Entwicklung der jüdischen Poesie." Ferner Assessor Dr. Friedemann-Wiesbaden: „Palästina, Land und Leute" (nach Reiseeindrückea und unter Zuhülfenahme von Lichtbildern.) Herr H. Gumpertz, Hamburg: „Maimonioes" (anläßlich der 700jährigen Wiederkehr des Todestages Maimomd'es, gestorben 12. Dezember 1204), Herr Dr. Heinemann- Frankfurt a. M. über „Die synagogale Dichtung", Rabbiner Dr. Löwenthal-Hamburg: „Maimonihes More Nebuchin und seine Wirkung", Herr Redakteur Tr. Moses-Berlin: „Jüdischer Witz und Humor", Herr Rabbiner Dr. Rosenthal-Stargard: „Ackerbau und Handwerk im Judenthum", Herr Rabbiner Dr. Rosenthal-Köln: „Wie hat sich die Stellung der Frau im Jndenthum entwickelt?", Herr Prof. Dr. Warburg- Berlin, hat sich ein Thema Vorbehalten. Außerdem wird Herr Rabbiner Dr. Löwenthal-Hamburg inner-

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