Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-10-10 · Heft 80 (10.10.1904) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 80 (10.10.1904)
Date
1904-10-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450057--61539-2524435
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

1675 beseht erlassen, in welchem ausdrücklich gefordert wird, daß die für das Korpstommando als Schreiber namhaft zu machenden Unteroffizier Christen sein sollen. Wie nun die Zeitungen mitth:ilcn. hat das Beispiel bereits Nachahmung gefunden; es haben auch andere Korpskommandanten Verfügungen ähnlichen Inhalts erlassen. Kun-Halas. (Misrachische Kamp fesweise.) Herr Obcrrabbiner Dr. Samuel Spitzer- Kun-Hakas ersucht uns um Veröffentlichung folgender Zeilen, denen wir um so eber Raum gewähren als si. das Treiben der Misrachipreffe, die schon seit Wochen auch uns in einer bisher unerhörten Weise beschimpft, gebührend beleuchten. „In der Beilage zu Nr. 33 des „Frankfurter Israel. Familicnblattes" b'- richtet ein „Jwri" in seinem „Ungarischen Briefe": „Ein ftemder Rabbiner kam nach Pava in die Gemeinde, deren Rabbiner ein Mitglied des zionistischen Aktionskomitees ist. Der ehrw. Herr Oberrabbiner zu Papa wird sowohl in seiner Gemeinde wie in ganz Ungarn besonders wegen seiner echten Frömmigkeit und seines makellosen reinen Charakters verehrt. Selbst seine grössten Feinde werden diese edlen Vorzüge des Papaer Oberrabbiners nicht in Abrede stellen, der fremde Rabbiner nun wünscht in der Synagoge predigen zu dürfen. Der zuständige Rabbiner. ohne dessen Erlaubnitz er selbstredend das nicht thun kann, ist soeben abwesend, seine Erlaubnitz wird also schriftlich eingeholt. Der vornehme, überaus höfliche Papaer Oberrabbiner erthcilt schriftlich seine Erlaubnitz dem fremden Rabbiner, auf seiner Kanzel predigen zu dürfen. Und was thut der fremde Rabbiner? er benützt die Erlaubnitz des Ortsrabbiners aus dessen Kanzel zu einer Hetzrede gegen den Zionismus. den der Ortsrabbiner vertritt und fordert die Gemeinde auf. die Bestrebungen des Ortsrabbiners, dessen Gastrecht er genietzt. zu ignoriren und der Mahnung des früheren Rabbiners der Gemeinde, der dm Zionismus derurtheilt und dessen Schüler der Redner ist. Folge zu leisten. Was dieser Missbrauch des Gastrechts bedeutet, das wissen alle Anständigen." Ich hielt es unter meiner Würde, ans die Angriffe dieses zionistischen Organs, das ja fämmtliche ungarische Gedolim in seiner „vornehmen" Weise begeiferte. zu erwidern und versage es mir auch heute, ans die unlauteren und lichts^uen Motive, die dieser bodenlos lügenhaften Erfindung zu Grunde liegen, des Roheren einzugehen:' ich beschränke mich lediglich darauf, die verehr!. Redaktion des „Israelit" zu bitten, den Brief des Präses der Papaer Gemeinde, den dersel^.an das „Frankfurter Familienblatt" gerichtet hat, abzudruckeu. Der.Brief lautet: „Aus der Kanzlei der jud. orth. Kultusgemeinde in Papa am 14. September 1904. G. B. 217/1904. An die löbliche Redaktion des „Frankfurter isr. Familienblattes." Frankfurt. Löbliche Redaktion! In Bezugnahme auf den in der Beilage zu Nr. 33 Ihres geschöt ten Blattes, unter der Ueberschrift „Ungarischer Brief von Iwri", auf Grund eines Referats des „Zsido Neplap" veröffentlichten BrrichV sehe ich mich veranlasst, im Namen der.hiesigen jlldischothodoxcn Kultusgemeinde im Interesse der Wahrbe't zu erklären, da Se. Hochwürden. Herr Dr. Samuel Spitzer. Oberrabbiner ans Kiskunhalas, welcher im Juli l. Js. zu Gaste seiner Schwiegereltern hier weilte und welcher, aus Zeit und Umständen Jbres obigen Berichtes schließend. unzweifelhaft mit der . in demselben unter der Bezeichnung „Ein fremder Rabbiner" genannten Perlon id-ntisch ist. nach vorangegangener Einholung der bereitwilligsten Zustimmung unseres hochgeehrten Herrn Obcrrabbiners, dem ehrenden Ansuchen unserer Gemeinde entsprechend, in unserer Synagoge einen Kan?,elvertrag abgehaltenhat, bei welcher Gelegenheit er auch nicht mit einem Worte oder irgend einer Andeutung, weder des Zionismus Erwähnung gethan. noch auch direkt oder Indirekt irgendwelche die Person unseres hochgeehrten Herrn Oberrabbiners oder das Gastrecht nur irgendwie verletzende Äeutzerung gethan hat. - Wir können vielmehr bestätigen, dass, Herr Dr. Samuel Spitzer während seines Vortrages der Person unseres hochgeehrten Oberrabbiners die aufrichrigste Hochachtung in der ehrerbietigsten Weise gezollt uns den Anstand nach jeder Richtung hin würdevoll gewahrt hat. Gestützt auf Ihre unzweifelhafte Wahrheitsliebe, bitte ich Sie. sehr geehrte Redaktion, diese, ich glaube von competentester Seite ausgehende berichtigende Erklärung. in die nächste Nr. Ihres geschätzten Blattes aufzunebmen, und mir ein Exemplar dieser Rümmer gütigst einzusenden. Mit vorzüglicher Hochachtung zeichnet für die jlldisch-orthodore Cultusgemeinde in Papa Sal. Mais, berger, Gemeindepräses." Der Redakteur des „Frankfurter Familienblattes" erklärt, dieser Berichtigung keinen Raum gewähren zu können, aus Gründen, die einfach beleidigend sind. Er verlangt nämlich in einem Briefe an den Vorstand der isr. Gemeinde zu Pava, daß derselbe ehrenwört - l i ch versichern soll, dass, dieser Missbrauch des Gastrcchts nicht geschehen ist. Ein solches Verfahren richtet sich von selbst und dürfte einem Jeden einen Matzstab für die Werthung der moralischen Qualitäten dieser Herren an die Hand geben." Rußland. Petersburg. (Rückgang jüdischer Kolonien in Russland.) Die Auswanderung aus Rußland. nimmt noch immer zu. Nun wandern die

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.