Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 78-79 (4.10.1904)
- Date
- 1904-10-04
- Page
- – (sequence 32)
- Language
- German
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1662 mal keine diebische Bäuerin, sondern betrunkene Soldaten. die den ersten Anstotz zu den Plünderungen gaben. Der Krawall nahm nicht die gleichen Dimensionen wie in Smjela an. weil die Polizei hier keinen Metropoliten zu empfangen hatte und in Folge dessen früh — wenn auch lange nicht rechtzeitig genug — auf dein Posten war. Mit Hilfe der herbeigerufenen Feuerwehr gelang es nach kurzem Kampfe, die Excedenten auseinander zu jagen. Die zwei Soldaten, welche den Streit angefangen haben, waren Angestellte der staatlichen Zwiebackfabrik. Das Etablissement scheint ein Antisemitennest zu beherbergen, denn schon drei Tage vor dem gelungenen Krawall haben drei Soldaten desselben Etablissements versucht, eine Schlägerei zu provociren. Sie brachten es aber nur bis zu einem Auflauf, der von der Polizei noch rechtzeitig unterdrückt werden konnte. Soweit der von der russischen Censur genehmigte Bericht der russischen Blätter. Spätere Nachrichten werden ergeben, in was und inwiefern hier Schlimmeres vertuscht ist. Aber selbst zwischen den Zeilen dieses Berichts iss zu lesen, dass beide Krawalle unter stillschweigender Genehmigung der Polizei- resp. der Militärbehörde sorgfältig vorbereitet wurden. Schon das gleichzeitige Zusammentreffen beider Krawalle auf denselben Tag ist verdächtig. In Smjela erinnert der Krawall mit dem Eingreifen der Eisenbahnarbeiter, die zu ihrer Fahrt nach ihrem Bestimmungsort einen staatlichen Eisenbahnzug benutzen konnten, zu lebhaft an Homel. Das Militär traf aus dem benachbarten Tsckerkasy erst 35 Stunden später ein. die Polizei ist nicht rechtzeitig zur Stelle. Alles das weist auf ein planvolles Arrangement hin. Der neue Minister des Innern. Fürst Swjatopolk-Mirki. welcher allgemein als anständiger Mensch gilt, wird zu beweisen haben, ob der ihm vorangehende Ruf berechtigt ist oder ob er in Wahrheit nur der — Nachfolger Plehwes ist. Amerika. Nelvliork. (Russland und die amcri - tonischen Juden.) Die amerikanische Regierung hat in neuerer Zeit mit der russischen wieder ein n Schriftenwechsel über die Behandlung amerika risch r Bürger jüdischer Kousession geführt. Obgleich eine endgültige Antwort der russischen Regierung noch nicht cingelausen ist, hegt man in Washingtonwenig Hoffnung, gegenwärtig die Sache auch nur einen Schritt voran zu bringen. Die Veranlassung zu drm neuen Vorgehen der amerikanischen Regierung, waren im Kongress angenommene Beschlüsse in dieser Angelegenheit. die auf besondere Veranlassung beider Häuser im vollen' Umfange der russischen Regierung übersandt wurden. Die Antwort wird zweifellos so ankfallen, wie fcei allen früheren Vorstellungen der Bundesregierung. Es sei eine rein interne russische Angelegenheit, wird von Petersburg rrllärt werden, die ausserhalb des Bereichs divlomatischer Verhandlungen liege. Haben in früherer Zeit die Amerikaner dann auf den Vertrag von 183S5 hingewiesen. in welchem ausdrücklich bestimmt ist. dass die Angehörigen beider Staaten bei Reisen in Amerika oder Russland mit den Einheimischen gleichberechtigt sein sollen, so wird zweifellos von Russland erklärt werden. dass ausländische Juden sich keiner grösseren Freiheiten erfreuen könnten, als ihre in Russland ansässigen Glaubensgenossen. Im Jahre 1880. als diese Frage auch wieder aufs Tapet kam. erklärte darauf der Vertreter der Vereinigten Staaten, John W. Foster: „Die amerikanische Regierung kann sich nicht dazu verstehen, zuzugeben, dass die Religion eines Bürgers bei der Abmessung seiner bürgerlichen Rechte eine Rolle spielen soll." Da zum erstenmal in der amerikanischen Geschichte der Kongreß sich mit dieser Angelegenheit befasst hat, kann man als sicher annehmen, datz bei einem ablehnenden Bescheid der russischen Regierung, wie er mit Sicherheit zu erwarten ist. die Volksvertretung sich im nächsten Winter aufs Neue mit der Sache beschäftigen wird. Die Frage wird sicherlich nicht zur Ruhe kommen, bis sie erledigt ist. Beide grossen Parteien haben ihr in den diesjährigen Partei-Programmen einen Abschnitt gewidmet. Bezeichnend ist -es auch, daß die Vorsitzenden beider Partei-Konvente, Elihu Root sowohl wie John Sharp Williams, in ihren Reden Kiesen Punkt berührten. Inzwischen hat sich auch eine ..Liga für gleiche Rechte" gebildet, die durch Pamphlete und auf andere Weise eine ersprießliche Agitation zu Wege gebracht hat. Dieser Liga gehören nicht nur Juden, sondern eine Reihe Bürger anderer Bekenntnisse an. Die Thatsache, dass die Juden in einigen der ausschlaggebenden Staaten über ein starkes Votum verfügen — in der Stadt Newyor? wird es auf 70,000 geschäht — trägt natürlich dazu bei. der Besorgung Nachdruck zu verleihen. WMtlUtWslhe Miöltw&üfy i* po i £r. Vi&otf öctetm I l Verlag der Photographischen Mauufactur Dr. Adolf Hesekiel •& (^o.. Berlin. Commission»» Verlag filr de» Buchhandel: tz. Haesiel. Leipzig» bringt ans ca- 5t>0 Setten eine reichhaltige Auszoblunq aller praktisch erprobten und empfeblenSiverth'-n photographischen Apparate.mid Utensilien für Amateure und ^rachphotogravhen. Tie Beschreibung einer se^r groken Anzahl neuer, charakteristischer Modelle guter Avparat- Eoiistiuktioneu ist aufgeiioininen: ca. 250 Abbildungen dienen j»ur bener n Veranschaulichung. Zahlreiche Tabelle,«. Kebrauchsanweisimgen. Arbcttsvorschriste,, und Rezepte. soivie die Beschreib»»« nener Metlwd n 0. B. 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ES ist ein Roman in Briefen, i» dem «ln aut xtück Lebenserfahrung darin liegt, die leinandem nützlich werden künnte. VecantwarUich« Redaction: Otear Lehmann in Mainz. — Expedition de« .Israelit". Schottstrahe Nr. 2. Main». Druck und Verlag der Jvh. Wirth'schen Hofbuchdruckerei Actien-Gesellschast in Mainz.