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Der Israelit · 1904-10-04 · Heft 78-79 (4.10.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 78-79 (4.10.1904)
Date
1904-10-04
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1685 .ernannte ihn zum lebenslänglichen Ehrenmitgliede. Dolkssckullehrer Rothschild - Worms. Lehrer N u ß b a u m - Wiesbaden. Vorsiyender des Lehrerv«rms im ehemaligen Kurhessen. Lehrer Solomon- Sprendlingen (Rheinhessen), Gymnasiallehrer Gabriel- Offenbach a. M. und Lehrer Eisenh e i m e r - Gimbsheim, sowie verschiedene Freunde des Geburtstagskindes, das in bewegten Worten für die vielen Ehrungen dankte. Don Behörden. Vereinen und Privaten aus allen Theilen Deutschlands liefen Gratulationen ein. Man zahlte wahrend des Nachmittags 128 Telegramme. Der Gesangverein Sängerbund, welcher vom Jubilar seit 1847 dirigirt wird, brachte heute Abend seinem bewahrten Dirigenten ein: schon arrangirte Ovation dar. Möge der allverehrte und tüchtige Schulmann neben seiner Gattin noch viele Jahre in voller Körper- und Geisiesirischr wandeln, damit es ihm vergönnt ist, auch ferner zu wirken zum Wohle der Lehrer und ganz Deutschland. Oesterreich. Wie«. (Aus der „Welt" der Zionist e n.l In der Nummer 39 des Organs der Zionisten findet sich ein Artikel gegen den Misrachi, den wir den geehrten Lesern dieser Blätter auszugsweise vermitteln wollen. Unsere Leser mögen daraus erkennen, wie sehr wir im Rechte waren, als wir unz'ähligemale betonten, daß der Zionismus nichts von der Orthodoxie wissen will. Wir haben die Misrachi gewarnt, und als unsere Warnung nichts nutzte, sie bekämpft — und wir können es ia heute Tuöia sagen, wir haben auch gesiegt. Es ist uns gelungen, alle maßgebenden Faktoren der Orthodoxie zu einer energischen Stellungnahme gegen den Zionismus anzuregen, — und die Misrachikoufereuz in Preßburg endete mit einem Fiasko. Wir ernteten dafür Beschimpfungen und Verleumdungen der niedrigsten Art, aus die zu erwidern uns unsere Selbstachtung verbot. Wenn aber unsere orthodoxen Zionisten uns nicht glaubten, vielleicht werden sie den Zionisten glauben, denen sie ja, nach ihrer Aussage, naher stehen als uns. Vielleicht glauben sie den Zionisten das. was wir ibnen immer gesagt haben, daß nämlich die Zionisten sie überhaupt nicht haben ivollen. In einem mit „Achtung!" Lberschriebenen Artikel läßt sich das Zentralorgan der Zionisten über den Misrachi folgendermaßen aus: .Misrachi organisirt sich. Misrachi ist die klerikale Richtung in unserer Bewegung. Es ist ganz unbekenllich. wenn die Klerikalen noch so stark bei uns verirrten sind. Es ist ein Grundprinzip des Zionismus, daß jeder Jude, welcher Parteischattirung immer er angehört, sich in ibm bethätigen kann. Es ist aber nicht gleichgültig, wenn der Klerikalismus, als solcher sich in unserer Bewegung breit madjt/' Misrachi scheint innerhalb der Bewegung klerikale Propaganda treiben zu wollen. Ja, es scheint, daß ihm die Orthodoxie weit mehr am Herzen liegt, als der Zionismus. Rach den vorliegenden Berichten hat sich der Misrachi-„Kongreß" in Preßburg hauptsächlich mit der Orthodoxie und nur nebenbei mit Zionismus befaßt. Sein Programm betont in erster Linie die Orthodoxie und erst in zweiter Linie die Heimstätte und behält sich die Wahrung der orthodoxen Ideen in der Gesammtorganisation der Zionisten vor. Dieser Gesammtorganisalion wird eine sich über die ganze Welt erstreckende Misrachiorganisation, mit einem Aktionskomitee an der Spitze, entgegengestellt. Also eine Organisation in der Organisation.* Unsere orthodox-zionistischen Brüder können also sehen, mit welcher Liebe man ihnen in zionistischen Kreisen entgegenkommt. Und wenn wir offen sein wollen, so har der Zionismus Recht. Mit schwerer Mühe ist es den leitenden Kreisen gelungen, ein „religionsloses Judenthum" zu schaffen, — denn das war im Grunde genommen der wahre, wenn auch nie eingestandene Grund für das Jnslebenrufen der ganzen Bewegung — und nun kommen die Klerikalen und gefährden das mühsam errichtete Werk, gefährden den allerdings sehr zweifelhaften Erfolg langer Jahre. In der zionistischen Bewegung hat die Orthodoxie keinen Platz, wir sahen das schon lange ein und wir verschmähten es. uns den Herren Zionisten aufzudrängen. Wir kommen nicht, zu ihnen, wenn sie nicht zu uns kommen. Hoffentlich werden sich die Misrachim auch aus sich besinnen und nicht warten, bis man ihnen die Thüre weist .. . Einen humoristischen Eindruck macht ein anderer Artikel derselben Nummer der „Welt". ' In einem Briefe aus Ungarn beklagt sich ein ehrenwerther Zionist über den „Israelit", der es angeblich verschuldet haben soll, daß gegen einige Rabbiner Ungarns fluchwürdige Attentate verübt worden sind. Es gehört dock eine erkleckliche Dosis von Heuchelei dazu, derartige Behauptungen in die Welt zu setzen. Seit vollen zehn Jahren arbeitet der Zionismus systematisch daran, das Ansehen unserer Rabbiner zu untergraben. Kein Mittel war dem Zionismus zu schlecht, um den Rabbinerstand im Allgemeinen und dir Rabbiner im Einzelnen zu verleumden und zu beschimpfen und wenn nun die Saat, die er ausgestreut, in dieser Weise aufgeht, so sucht er sie denen, in die Schuhe zu schieben, die gegen ihn die Rabbiner immer vertheidigen mußten. Auf solche plumpe Lügen und Verdächtigungen fällt doch Keiner herein. Wahrlich, wahrlich, unsere Rabbiner haben Recht: perm ipbj ivw cnc. Ben Secharja. Schweiz. Basel, 39. Sept. Das hiesige Hilfskomitee für jüdische Auswanderer Präsident: I. Bollag-Feuchtwanger) theilt in seinem Jahresbericht, der sich bis zum

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