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Der Israelit · 1904-09-22 · Heft 76-77 (22.9.1904) · page 35

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 76-77 (22.9.1904)
Date
1904-09-22
Page
– (sequence 35)
Language
German
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1625 Thora") versteigert. R. Jzig Mandel hatte sozusagen schon eine Chasoko'^) auf den Choson Bereschith"), denn sein Schwager R. Chajim Galantba hatte ihm schon seit..langen Jahren den Choson Bereschith gelaust. Die übrigen Vaale Bathim") wußten dies, und da Jzig Mandel, der sonst ein frommer alter Baal Bos und noch obendrein Gabbe in der Schul war, so ließen sie ihm den Chosen Bereschith billig zu, ohne sich sehr an der Versteigerung zu beiheiligen. Doch anders war dies am letzten Schcmini Azereth. Kaum. hatte der Schamesch") den Choson Bereschith auszuruscn begonnen, als R. Mosche Schacherl mit dem Kopfe zu nicken anfing, was ein Mkhrangebot bedeutete. Der Schwager, R. Jzig Mandels. steigerte immer wacker mit. Doch als N. Mosche Schacher gar nicht mit dem Kopfe zu nicken aushörte und immer mehr bot. so mußte R. Chajim Galantha. der kein vermögender Mann war. nachgeben und R. Mosche Schacher! erstand den Choson Bereschith. Als nun am Simchath Thora ein Anderer, als R. Jzig Mandel, al-:- Choson Bereschith zur Thora gerufen wurde, da hätte man das Gesicht desselben sehen mögen. Seine obnebin nickt schönen Augen blitzten vor Zorn, als er erfuhr, wer ihm den Posten gespielt. Sein Zorn steigerte sick noch, als er die boshafte Bemerkung von R. Moscke Schacher!, die in der ganzen Schul die Runde machte, vernahm: „St. Jzig Mandel ist kein Chosen'-') mehr, der Cchiduch'-") ist obgegangen." Cr gönnte R. Mosche nicht die Nekomo. für welche sich eben keine Gelegenheit zur RevÜnche bot. Doch durch Rathschluß der Porsehung sollte R. Jzig Mandel nicht lange darauf eine Relomo an R. Mesche Schacher! erleben, die aber, wie es sich später herausstellte, keine Rekomo, sondern sogar seinein Gegner. R. Moscke, nickt unwillkommen war. R. Jzig Mandel hatte nämlich eine bildschöne Tochter Namens Sara, die nicht tut Entferntesten ihrem Vater, sondern ihrer noch immer schönen, herzensguten Mutter ähnlich sah. Baruch. der Sohn von N. Mosche Schacherl. hatte die schöne Sara bei einer bekannten Familie. wo Bridr frcnndschastlich verkehrten, kennen und hochschätzen gelernt. und war in inniger Liebe zu der schönen tugendhaften Sara entbrannt, und dies? erwiderte diese Liebe. Schon früher war ibr Baruch nicht gleichgiltiq gewesen, doch je mehr sie ihn kennen lernte, desto größer wurde ihre Neigung zu dem hübschen intelligenten und frommen Baruch. Als ihr nun Baruch eines Tages, als sie zufällig bei der befreundeten Familie einige Augenblicke allein waren, das Gestandniß seiner 14: {tmibenfeft mit der Tbora. 15) L<mgjäk,riqc- Recht. 16) Derjenige, der >.«m Porlele» des erste»» .gapite» der Thora a»if. 8erufettwicd. 171 Äemeindenntglleder. 18) Tempeldiener. 191-BrSugam. 26) HeirathSparthie. , innigen Liebe zu ihr gemacht hatte, da waren die jungen Leute einig miteinander. „Sara oder Keine*, sagte Baruch. - Doch Sara, die Gesinnungen und die Antipathie ihres Vaters gegen Baruchs Vater kennend, war sehr mißgestimmt, da sie die Aussichtslosigkeit einer Verwirklichung ihres Liebesbundes erkannte. Ihrem Vater von ihrem gegenseitigen Versprechen etwas zu sagen, getraute sie sich nicht, da derselbe diesem Bunde nie seine Zustimmung geben würde. Doch ihrer Mutter, die. wie sie zu wissen glaubte, nicht die Gesinnung ihres Vaters theiltc, da diese, wie sie oft benrerlte, Baruch. wenn er ihnen auf der Straße begegnete. höflich grüßte und mit wohlwollenden Blicken verfolgte. wollte sie bei passender Gelegenheit die Mittheilung von der Erklärung und dem Geständnisse Baruchs seiner innigen Liebe zu ihr, und ihrer tiefen Neigung zu ihm in Kenntniß sehen. Da nun Baruch eines Tages, als Sara mit ihrer Mutter am Fenster ihrer Wohnung stehend, gerade vorüberging und ihre Mutier sich lobend über denselben äußerte, ja sogar zu den Worten sich verleiten ließ: „Einen solchen Schwiegersohn möchte ich gerne haben", da konnte Sara nicht länger an sich halten und entdeckte ihrer Mutter das bis jetzt streng bewahrte Geheimniß ihrer Liebe. Frau Mandel war im Anfang ungemein überrascht. da sie keine Ahnung von der Bekanntschaft und dem Vcrhältniß der jungen Leute miteinander hatte. Doch so sehr sie sich innerlich über die Mittheilung Saras freute, so unangenehm berührte sie dieselbe, da sie die große Abneigung ihres Mannes gegen die Familie Baruchs, die sich seit der letzten Äsfaire am Sirncka^b Thora geradezu zum Haffe gegen Baruchs Vater steigerte, kannte, und an die Unmöglichkeit der Realisirung dieses Herzensbundes dachte. So saßen denn Beide. Mutter und Tochter, lange beieinander, sich gegenseitig mit verstörten Blicken ansehend, bis endlich die Mutter die peinliche Stille mit den Worten unterbrach: ..Nur nickt den Muth verlieren, liebe Sara, Gott »vird schon alles zum Guten wenden.* Doch kaum batte sie die Worte gesprochen, als es plötzlich an der Tbüre klopfte und der in P. bekannte Schadchen Kohn mit höflichem Gruße zur Thüre hereintrat. Als er die verstörte Miene von Mutter und Tochter sah. fragte er: ..Warum so mißgestimmt. meine verehrten Damen? Besonders das schöne Fraulein Sara, merke ich. siebt seit letzter Zeit nicht gut aus. Ist es vielleicht Liebesgram. der ibr Herz bedruckt?* Frau Mandel und Tochter, Anfangs über, die Frage Kohns frappirt. gaben zuerst keine Antwort, besonders Letztere war vurpurroth vor Verlegenheit geworden. Doch als Schadchen Kohn weiter zu fragen fortfuhr:

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