Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 98 (12.12.1904)
- Date
- 1904-12-12
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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jejjt ist ex, wie erwähnt. Privatsekretär des Vizekonigs von Indien, die nach der der General-Gouverneure .von Madras, Kalkutta und Bombay, höchste Stelle in Indien, an Wichtigkeit ihnen aber überlegen. Englische FinanzmLrrner und jüdische Kolonien in Syrien und Palästina. Konstantinovel. Eine Londoner Gesellschaft. an deren Spitze erste englische Finanzmänner stehen, bot dem Sultan eine sofort realisirbare Anleihe von zwei Millionen Pfund Sterling zu günstigstcn Bedingungen an. wenn der Sultan in die Transferirung der aus private Namen lautenden 'Besttztitel der jüdischen Kolonien in Syrien und Palästina an obige Gesellschaft einwillige. Der Sultan empfing den von der Gesellschaft hier hergesandten Vertrauensmann, ohne jedoch vorläufig zu dem erwähnten Anerbieten Stellung zu nehmen. UersonaNen. M e r z i g. 6. Dez. Durch das Hinscheiden des Herrn Moses Weil dahier, ist unsere Gemeinde von einem schweren Verluste betroffen worden. Anläßlich des Todes dieses Biedermanns schreibt das hiesige Kreisblatt: „Herr Rentner Moses Weil, einer der ältesten und geachtetsten Bürger unserer Kreisstadt, ist gestern in die Ewigkeit abgerufen worden. Die seelische Empfindung über den kürzlichen Verlust seiner geliebten Gattin, mit welcher er viele lange Jahre Leid und Freud getheilt, hat den alten Herrn auf's Sterb:- lager gebracht. Das nun in Gott ruhende Ehepaar Weil feierte im Jahre 1835 seine goldene Hochzeit, wobei ihni durch den Herrn Landrath die goldene Ehejubiläums-Medaille überreicht wurde. Im Juni n. I. sollte das noch seltenere Fest der diamantenen Hochzeit gefeiert werden. Gott hat es anders gewollt." Der Dahingeschiedene erfreute sich in allen Schichten der Bevölkerung allgemeiner Achtung und Beliebtheit durch sein freundliches, zuvorkommendes Wesen gegen Jedermann, durch sein strenges, von ihm stets bethätigtes Rechtlichkeitsgefühl. Mit dem Tode des Verblichenen, der sich durch echte, ungeheuchte Frömmigkeit auszeichnete, ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Zierde unserer Gemeinde, deren Vorsteher er 24 Jahre war. in's Grab gesunken. :T2s:n. T. vermischtes. Norde«. Die hiesige israelitische Gemeinde beginn am 4 Dezember die hundertjährige Jubelfeier der Synagoge. Stolzenberg bet Danzig. (Offiziersdeputation bei einer jüdische» Zivilbeerdigung.) Unter dieser Spitzmaike lesen wir in einem hiesigen Blatt folgende Mitteilung: Mit militärischen Ehren beerdigt wurde auf dem jüdisch» n Friedhöfe Hierselbst der 80jährige Kaufmann Hermann Roscnberg, Inhaber eines Militäreffckten- und Equivierungsgeschäftes. der 55 Jahre Hindu' ch mü der Leibhusarenbrigade in Langfuhr gefchäftl ch in Verbindung gestanden hatte. Aus diesem Anlässe wohnte der Beerdigung eine Deputation der L»ibhufarenbrigade. mit dem Geaerallcuti ant von Mackensen an der Spitze, bei, ferner waren erschienen Major Clifford Eocq v. Breogel, Brigadeadjutant Oberleutnant Schmidt von Altenstedt, Leutnant Douglas, sowie ein Wachtmeister und acht Sergeanten bezw. Unteroffiziere der Leibhusarenbrigade. Die Trauerrede hielt der Rabbiner Dr. Freudental. Feuilleton. Aer Hamburger DoMlmrb in den Jahre» Ms b. 5447 btt juWtll B. 1685 fl. 1687 btt -t». Ztilrchflflflß von Markus Braun. l5 Fast alle Gäste waren regelmäßige Besucher der Börse, während Mosessohn niemals dort verkehrte. Er betrieb einen kleinen Handel mit Pretiosen, besonders Gold- und Silberwaaren, wovon auch die geschäftliche Verbindung mit dem Hausherrn herrührte. Doch war es nicht diese, die ihn zum Hausfreund gemacht hatte, sondern sein entgegenkommendes, einnehmendes und heiteres Wesen, wodurch er der Liebling aller war. die mit ihm verkehrten. Auch reichte sein Vermögen an keines der eingeladenen Gäste heran, aber das hatte auf die Herzlichkeit der beiderseitigen Beziehungen keinerlei Einfluß. Um eine halbe Stunde war die festgesetzte Zeit schon überschritten, ohne daß der Erwartete gekommen wäre. Am peinlichsten war das für den Schwiegervater des Fehlenden, Rabbi Joseph ben Chajim, der auch unter den Eingeladenen sich befaM „Wenn wir länger auf ihn warten," sagte dieser, „strafen wir uns eigentlich viel mehr wie ihn. Wenn unser Baal Bris (Vater des in den Abrahamsbund aufgenommenen Kindes) damit einverstanden ist. meine ich. wir sollten auf meinen Schwiegersohn nicht langer warten. Er wird irgendwo bei einer alten Rathsfrau festsitzen, von der er sich, so gern er gewiß möchte, nicht so rasch los machen kann." - „Habt Ihr," fragte der Mohel, „das Stückchen gehört, das Herr Ahron Mosessohn beim jüngsten BriS vorige Woche erzählte-" „Ahron erzählte so viele gute Sachen," bemerkte einer der Gäste, „daß man nicht wissen kann, worum