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Der Israelit · 1904-09-14 · Heft 74-75 (14.9.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 74-75 (14.9.1904)
Date
1904-09-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1568 Urtheil in den „Dcutschsoz. Bl." auch das Geständnitz, das; den Grundsätzen des Programmder Deutschsozialen Partei „ein freudiges Bekenntnis; zur industriellen Entwicklung, eine gerechte Anerkennung der Bedeutung" fehlt, „die Maschine und Technik für unsere Volkswirthschaft besitzen." Kurz, der Antisemit in den waschechten „Deutschsozialen Blättern" des Antisemitenführers Liebermanrr von Sonnenberg übt an dem Parteiprogramm der Deutschsozialen Partei eine so vernichtende Kritik, wie sie nur dem von Gegnern der Antisemiten von jeher ausgesprochenen Verdammungsurtheil entspricht. Programm-Revisionen haben politische Parteien schon vielfach vorgenommen. Eine Revision des Programms d.r Deutschfozialen Partei in dem in den „Deutschsozialen Blättern" ausgesprochenen Sinne würde aber gleichbedeutend sein mit Selbstmord. Das Uriheil in den „Deutschsoz. Bl." ist vielfach durchaus zutreffend, die Antisemiten können dies aber unmöglich öffentlich zugeben. ohne ihrer Vergangenheit ins Gesicht zu schlagen. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Dietz a. d. L. Das „Deutsch-Israelitische Kinderheim" versendet in diesen Tagen seinen Jahresbericht pro 1903. Wir entnehmen demselben folgende Angaben: Die Anzahl der Zöglinge des Kinderheims betrug im Schuljahr 1903/4 im Ganzen 40. von denen 17 aus verschiedenen Provinzen Preußens stammen, dagegen 6 aus Bayern. 6 aus Sachsen, 4 aus Hessen. 3 aus Elsaß-Lothringen und je 1 aus Baden. Hamburg, Bremen und Lübeck. Sämmtliche Schüler besuchten die öffentlichen Volksschulen in Dietz und erhielten eigenen Religionsunterricht in der Anstalt. Am Handfertigkeitsunterricht nahmen 20 Zöglinge theil. Zu Ostern traten 5 Zöglinge aus, 3 als Lehrlinge, die während der Lehrzeit noch aus der Anstalt unterstützt Norden, 1 kehrte in's Elternhaus zurück und 1 trat in das neue Waisenhaus zu Cöln über. Es ist erfreulich, daß viele Prinzipale, die einmal Lehrlinge aus dem Kinderheim hatten, sich bei Bedarf wieder an die Anstalt wenden. Der Gesundheitszustand war durchweg ein guter. Der Landrath des Kreises Dietz. Herr D u d e r st a d t mit Frau Gemahlin, beehrten zu An-, fang des Jahres die Anstalt mit einem Besuche und sprachen sich sehr befriedigt über dieselbe ans. Die Kaddischstiftungen haben sich im Laufe des Berichtsjahres um neun vermehrt. Dir Anstalt erhielt außer den Beiträgen auch sonst zahlreiche. Beweise der Zuneigung, sowohl Geschenke für die Kinder, als auch Spenden zur Nenovirung bezw. Ausschmückung de: Haussynagoge. Herrn Dr. jur. Bärwald wird für die freundliche Beihilfe bei Umarbeitung der Satzungen behufs Eintrag in's Vereinsregister, ebenso Herrn Justizrath und Notar Dr. jur. Hecht für die bewirkte Eintragung der gebührende Dank ausgesprochen. ebenso den deutschen Bne Brith-Logen und den auswärtigen Herren, die das Inkasso besorgten. Den Heimgegangenen Gönnern der Anstalt, Herrn Rechtsanwalt Plotke s. A. und Herrn Alphons Jacobsohn s. A., letzterer einer der Stifter des Kinderheims, werden warme Nachrufe gewidmet. Die Verwaltung besteht z. Zt. ans den Herren Hermann Cramer, Louis Feist. Julius Goldschmidt, Carl Herzberg. L. Mainz und Prof. Dr. A. Sulzbach, sämmtlich aus Frankfurt a. M.. M. Apelt-Halle a..S., Aron Hirsch-Berlin. Rechtsanwalt Memelsdorf-Limburg und Leop. Roscnthal-Dietz. Die Spenden aus Frankfurt a.' M. bezifferten sich auf Mk. 4156.10, die Jahresbeiträge aus Frankfurt, Leipzig, Halle, C ' :rt, Halberstadt, Hamburg und Gotha auf Mk. 3726.20, sonstige Spenden aus verschiedenen Orten Mk. 5181.94, und endlich die Purimspende auf Mk. 10,238.48. Kaddischstiftungen sind 38 vorhanden. Die mit dem Jahresbericht versandte Liste der Purimspenden des laufenden Jahres 1904 zeigt eine Steigerung auf 12,889.06 Mark. Die durch den Hausvater, Herrn Lehrer Kadden, bestgeleitete Anstalt verdient allseitige, reichliche Unterstützung. umsomehr, als sie fast das einzige derartige Institut ist, das nicht nur ausschließlich Waisen, sondern auch anderen nachweislich unterstützungs- und erziehungsbedürftigen Kindern ihre Pforten öffnet und auf streng-religiösen Prinzipien basiert. B. I. Posen. (Unlieb verspätet.) Am waa 'o nenc na» ist ein Mann von dieser Erde abbrrufen worden, dessen Leben und Wirken es verdient, einem größeren Kreise vor die Augen geführt zu werden. Liebes c*n mn ia >as -> isnn, (Hermann Liebes) ist am selben Tage, an dem einst sein seliger Vater ge-, storben, im Alter von 80 Jahren in ein besseres Jenseits hinübergeschlummert. Der Verstorbene war in des Wortes vollster Bedeutung ein wahrhaft frommer, edler nw von inniger Gottesfurcht und tiefster Religiosität durchdrungener Mann, der mit großer Kenntniß unseres heiligen r Schriftthums, gleichzeitig ein tiefes allgemeines Wissen verband. * Nach 40-jährigem Aufenthalt in Ostrowo (Prov. Posen), wo er über 25 Jahre das Amt eines Vorlandes der dortigen israelitischen Gemeinde in segensreicher Weise bekleidete, zog er vor acht Jahren mit seiner Familie hierher und wurden ihm auch hier, von allen die ihm naher standen, Liebe und Verehrung entgegengebracht. * Möge der Verstorbene arua hen ia» seiner großen Verdienste genießen und uns sein mat an dem kommenden a* bei stehen.

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