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Der Israelit · 1904-09-14 · Heft 74-75 (14.9.1904) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 74-75 (14.9.1904)
Date
1904-09-14
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Freundschaft gekündlgt, wollen zu Dir kommen — der Du die e w i g e Liebe und die Versöhnlich k e i t bist; wi r, die wir in heißer Zornesgluth so oft rachediirstend den süßschmeckenden Giftbecher der Rache leerten, wollen zu D i r kommen, der Du die L a n g - muth bist? — llnd doch rufst Du uns. •»b» vvi Kehret zurück, kommet zu mir!" rufst Du uns Zu im Munde des Propheten (Secharja 1, 3.) Aus ihren schwarzen Fittichen tragt die nächtliche Andachtsstundr des heutigen Abends Euch zu Gott; mit goldenem Schlüssel öffnet die morgige Jomkippursonne Euch die Pforten, die in die Gottcsnähe führen. Zu Dir sollen und zu Dir wollen wir nun auch kommen im Geiste. Dir wollen wir uns nähern. Und so lobpreisen wir Dich, Gott und Vater! mit dem Segensspruche: *ps oton "fio vmbk n nrm. „Gebenedeiet seist Du Ewiger unser Gott. König der Welt", wnr „der Du uns e rleben ließest diesen großen Tag der geistigen Wiedergeburt und Erhebung!" Nun denn, wir wollen Dir nahe kommen. Auch wir wollen leben lassen; wir wollen mit dem belebenden Hauche der Liebe die Mitwelt angewebt sein lasten. Wir wollen nur Leben spenden durch Milde und Versöhnung, durch Trost und Hilfe. „Du hast uns erhalten!" Nun denn, auch wir wollen unsere Mitmenschen uns erhalten in brüderlicher Freundschaft. Niemand steht so tief im Range, oder in Armuth, als daß wir ihn uns in Menschenfreundlichkeit und in Wohlwollen nicht erhalten sollten. Allen bieten wir die Bruderhand. Möge uns vergeben werden, wie wir vergeben. Mögen Alle uns in Freundschaft und Werthschätzung erhalten bleiben, nin „Du hast uns erreichen lasten diese Zeit!" Nun denn, wir wollen der Zeit, die wir erreicht haben, auch würdig werden. Es ist jetzt eine Zeit der T h a t e n und nicht der Morte. Die Augen der Welt sind jetzt mehr denn je auf Israel gerichtet — es strebe ein Jeder durch Wort und T h a t den Namen Israel zu Ebren ru bringen. Und so mögen auch unsere frommen Vorsätze nicht blos tu fobloße Gelübde, sondern Thaten. edle Handlungen werden, auf daß das Kol-nidre-Gebet endlich uns rein von unerfüllten Gelübden finde. Und nun. Brüder und Schwestern! Lastet uns beten. Lastet uns anstimmen ein hundertsiimmiges 1212 -Segnet!" O segnet. Leget, Väter und Mütter, im Geiste Euren Kindern segnend die Hände auf's Haupt; segnet, sie. «uf daß Gott sie segne durch Seine Erhörung und Gewährung. Segnet Eure Nebenmenschen, auf daß sie mit Euch der Segnungen des Jomkippür iheilhaftig werden. Segnet Euch Alle gegenseitig. Segnet m i ch, wir ich Euch segne mit dem Priestersegen: T^k vn n vvr *]rr,v n iw rt *pi2' .ov an „Gott segne Dich und behüte Dich; Gott laste Sein Antlitz Dir leuchten und sei Dir gnädig; Gott wende Sein Antlitz Dir zu und gebe Dir Friedens: Amen! Zeitungsnachrichten und Correspouderrzerr. Deatschlaad. Mainz. Herr Lehrer Mannheimer-Dettelbach ersucht uns zu bestätigen, daß er nicht der Verfasser des Artikels „Was wir uns dabei denken" in der „Pädagogischen Beilage" ist. Nebenbei bemerkt, führte Lehrer Mannheimer in seinen Darlegungen aus, daß der bayerische Lehrerverem kein ausgesprochen orthodoxer ist, im Gegensatz zu obengenanntem Artikel. Die Redaktion des „Jsr." . Hamburg. 9. Sept. Heute mit Jahresschluß hat . man mit der Planirung des Platzes begonnen, auf dem die neue Synagoge entstehen soll, indem man zunächst eine Anzahl Bäume, die darauf gestanden, gefällt rnzwiü n»n rin. Unmittelbar nach den Feiertagen wird der Bau selbst in Angriff genommen. Finanzielle Verhandlungen trugen zur Verzögerung der Angelegenheit bei. die nunmehr ein ftotteres Tempo annetzme« wird, so daß mit etwa zweijähriger Bauzeit die Synagoge vor dem Dammthor emgeweiht werden kann. Zu wünschen wäre nur. daß die Bestrebungen, den Gottesdienst modernen (?) Ansprüchen entsprechend zu gestalten, nicht zur Geltung kommen mögen — das würde nur zu weiteren Spaltungen führen, die zu vermeiden die heiligste Ausgabe der Synagogen-Verbands- Collegien sein müsse. Vorige Woche war die Neuwahl von drei Mitgliedern zum Delegiertenkollegium des Synagogen-Verbandes — die Losung des unter Ausschluß der OeffentliHkit arbeitenden Comitees mit den selbsteriheilten Mandaten soll angeblich „kein Langenselber" gelautet haben — obgleich der Synagogenverbond damit gar nichts zu schaffen hat. Die Wahl mit der geringen Betheiligung — Gegenkandidaten waren gar nicht aufgestellt, fiel dementsprechend auch auS. H. B. Hamburg, 9. Sept. Nach längerem schweren Leiden starb im 62. Lebensjahre der Klausrabbiner on 2^ o"n i-nro von der Jechiel Wallich Klausstiftung. an welcher er seit 25 Jahren im Sinne dei^- frommen Testators amtirte. Rabbiner Weiß stammtaus einer kleinen Gemeinde in der Nähe von Preßbürg^ - sei» Vater, ein Mann im Alter, von 92 Jahre»,. übqv lebt ihn und betrauert in ihnt srinelfästdsieg er als Kaufmann erzog und ihn cw orV auf der Preßvurger Jcschiba ausbilden ließ. Herr Weiß war auch anfänglich hier geschäftlich thatig, nahm aber spa» *

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