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Der Israelit · 1904-11-24 · Heft 93 (24.11.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 93 (24.11.1904)
Date
1904-11-24
Page
– (sequence 11)
Language
German
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2001 nicht berühren dürfen. Es ist ihnen untersagt zu fragen: über die Unthatigkrit der Behörden und des Militärs bei der Unterdrückung des Krawalls; über Verletzung ihrer Dienstpflicht seitens der Beamten; über die Ursachen und Folgen der Ereignisse in Kischinew und die Eindrücke, die letztere auch in Homel machten; über verschiedene politische Strömungen innerhalb verschiedener Schichten der hiesigen Bevölkerung; über ungesetzliche Handlungen antisemitischer Agitatoren und überhaupt über Personen, die in diesem Prozeh als Angeklagte nicht figuriren, und das sind eben die Hauptschuldigen. Bei der Unterdrückung solcher, nach Meinung des Vorsitzenden zur Sacke nicht gehörender Fragen, ist der Gerichtshof nicht allzu sparsam mit Anweisungen und Belehrungen, denen zu folgen die Vcrtheidigung gezwungen ist. Die Stellung der Bertheidiger erscheint dadurch den Zeug n wenig imponirend, so daß sie den Veriheidigern nicht die ihnen gebührende Achtung erweisen und manchmal sogar die Beantwortung auch der „erlaubten" Anfragen verweigern, namentlich wenn die Antwort für die angeklagten Juden günstig sein könnte. Dieses Verhalten seitens der Zeugen den Vertbeidigern gegenüber, das selbst in russischen Gerichten ungewöhnlich ist, veranlaßt? die Verteidiger, eine kollektive Beschwerde darüber an den Vorsitzenden zu richten. . Der Gerichtshof zog sich zur Berathung zurück und verkündete nach längerer Zeit eine Resolution, in der die Beschwerde als unbegründet zuruckgewiescn wird: die Bertheidiger -- heißt es — sind selbst daran schuld, weil ste durch die Art des Fragens die Zeugen belästigen. Bei dieser Gelegenheit werden den Vertbeidigern — es sind meistens altere, erfahrene und in Fachkreisen wie im Publikum sehr geachtete Leute — Anweisungen ertbeilt. wie sie sich zu benehmen haben. Das erbitterte die Vertheidiger so sehr, daß sie sich entschlossen, dagegen zu protefliren, was für den weitern Gangder Verhandlungen nicht obne Folgen bleiben kann. Trotz allen diesen Schwierigkeiten und Hemmnissen fallen beim Kreuzverhör der Zeugen die Angaben der Anklage mehr und mehr zusammen. Selbst den von Agitatoren beeinflußten Zeugen gelingt es nicht, irgendwclch: haltbaren Beweise dafür zu erbringen, daß die Juden einen „Pogrom" (Krawalls gegen die Christen veranstaltet hatten. ~ Personalien. Emden i. Ostpr., 21. Nov. Am Mittwoch Morgen. 8 vhr. wurde der in den weitesten Kreisen, auch der nichtjüdischen Nvölkerung unserer Stadt bekannte und ungemein beliebte und geachtete Herr Moses B a l k zu Grabe getragen. Ein unversieglicher Humor begleitete ihn bis in's höchste Alter von 97 Jahren und half ihm die Roth und Sorgen, die besonders zu Anfang seines arbeitsreichen Lebens reichlich an ihn herantraten, erfolgreich zu bekämpfen. Wohin auch immer Herr Moses Volk kam. gab es überall heitere Gesichter, die sich an seinen originellen Einfällen ergötzten. Ein guter Jehudi, vor allem auch ein braver, rechtschaffener Mensch, der von seinen Kindern, Enkeln und Urenkeln auf's Innigste beliebt und umhegt, wie von Allen, die ihn kannten wurde ihm durch Gottes Gnade ein schöner Lebensabend beschieden. der nur vor 9 Jahren durch den Tod seiner ihm gleichgesinnten Gattin getrübt wurde. Ein sehr zahlreiches Gefolge bewies denn auch, trotz der frühen Morgenstunde, wie gern Alle den Patriarchen hatten. M a ß b a ch, 21. Nov. Die frühe Morgenstunde des «n mv brachte des Erklärers sinniges Mort zum ersten Verse des Wockenabschnittes o'?o.-r so pn* jump cm apij uns in erschütternder Weise zum Bewußtsein. cknser Herr Louis David Katzenberger so 'jn s.127, -NI12 nrrr ist im 66. Lebensjahre nach einwochentlickem Krankenlager verschieden und hat dahkngenommen der Gattin Krone, der Familie Glanz, unserer Gemeinde Zierde. Allgemein und tief ist die Trauer um den Verstorbenen, der, mit allen Vorzügen des Geistes geschmückt, mit einem Herzen voll reinster Menschenliebe begabt und mit thatkräftigem Willen ausgerüstet, eine gar seltene Blüthe am Baume edlen Menschenthums gewesen. Eckte Religiosität und unvergleichliche Wohltätigkeit. die niemals, aber auch niemals des Gebens müde wurde, sonnige Heiterkeit, die Frucht wahrer Bildung und innigen Gottvertrauens, waren seines Wesens uneigne Züge. Schon seit seinen Jünglingsjahren hatte er an allen die Gemeinde berührenden Angelegenheiten thätigen Antheil genommen und jederzeit stand er in vorderster Reibe, wenn es galt, Gutes und Bleibendes zu schakfen. Jahrzehnte hindurch gehörte er der Verwaltung an, 30 Jahre fungirte er als sjrn '2 und wohl 45 Jahre, zuletzt noch am verflossenen o-, versah er an den hoben Feiertagen das Vorbeteramt. Welche Weihe umfloß ihn, wenn er als p? dastand oder als snz in Mitten seiner Söhne an den Festtagen den Priesiersegen sprach! Kein Wunder, daß. mit der gebeugten, dem Verstorbenen in allem ebenbürtigen Gattin, mit der Familie die ganze Gemeinde auf's tiefste ergriffen ist! Diesen Gefühlen der Trauer gaben bei der am Sonntag unter großer Betheiligung stattgehabten Veerdigunq Herr Distriktsrabbiner Bamberger - Bad Kissingen, Herr Lehrer Nuß bäum hier und Herr Lehrer Goldstern- Heidingssekd, früher hier, beredten Ausdruck. Wir aber schließen, mit dem innige». Wunsche: v'w bi n;ci -i r.rci wen p*o.

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