Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 93 (24.11.1904)
- Date
- 1904-11-24
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2449986-2450070--61856-2524211- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1992 schaft und Gottesfurcht^ die Neuerer den Abfall und die Treu gebliebenen'das treue Festhalten forderten, so begreift man, wie man damals nach einer Erklärung, nach einem Programm geradezu lechzte, das die Stellung der neuen Anstalt zu den ste umtosenden Kämpfen ohne jede Zweideutigkeit präzisirte. „Bereits vor Eröffnung dieses Seminars," schreibt Rabbiner Samson Raphael Hirsch in einem noch später zu würdigenden Gutachten vom 5. Mai 1879, „sah sich ein „Verein von Freunden der Wahrheit und des orthodoxen Judenthums" veranlaßt, an die Leiter desselben, als Beilage zu Nr. 179 der „Berliner Nationalzeitung" 1854. eine offene Anfrage nach den religiösen Grundsätzen zu richten, auf welchen diese Anstalt zur Bildung von Rabbinern und Lehrern errichtet werden sollte. Diese Anfrage geschah in durchaus geziemender Weise und war bei den verschiedenen Richtungen, die die heutige Judenheit in so entgegengesetzte religiöse Parteiungen spalten, eine durchaus gerechtfertigte. Namentlich war es für treue Anhänger des alten, orthodoxen Judenthums in hohem Grade von Wichtigkeit zu wissen, ob die Zöglinge dieses Senlinars in den unverbrüchlichsten Grundsätzen dieses orthodoxen Judenthums gelehrt und gebildet, oder mit den. in den Augen eines jeden orthodoxen Juden, verderblichen und verwerflichen Jrrthümern des modernen Judenthums getränkt werden sollen. Es wurden die Leiter des Seminars, im Interesse der Wahrheit und der Heiligkeit 'der Sache, in geziemendster Weise dringend gebeten, sich insbesondere offen und ehrlich auszusprechen, ob sie die Göttlichkeit der schriftlichen und mündlichen Lehre nv bvzv mim snas». min, sowie die unverbrüchlichste Verpflichtungskraft der auf rabbinischen Anordnungen und Minhag beruhenden Vorschriften, an:ov pan mm in der Weise anerkennen, wie dies in den überlieferten Grundsätzen des alten, orthodoxen Judenthums geheiligt ist und den Boden bildet, auf welchem das ganze orthodoxe, jüdische Heiligthum beruht. Man hatte geglaubt, Männer, die im Begriffe waren, das öffentliche Vertrauen für ein so bedeutsames Werk in Anspruch zu nehmen, würden bei den leider vorhandenen, so verschiedenen und einander entgegengesetzten religiösen Ansichten, mit Freuden diese Gelegenheit ergreifen, ihre Zeitgenossen über diese Grundfragen ihres Unternehmens nicht im Unklaren zu lassen, und sich mit' freudigem Bewußtsein über die religiösen Ueberzeugungen vor aller Welt auszusprechen, zu denen sie sich selber bekennen, und in welchem sie die ihnen anzuvertrauenden Zöglinge für das heilige, religiöse Lehramt in den Gemeinden heranzubilden gedenkend ' Die Leiter des zu eröffnenden Seminars zogen es vor, diese Anfrage unbeantwortet zu lassen, und sagten mit diesem Schweigen jedem Einsichtigen bereits hinlänglich, was in religionsgrundsätzlicher Beziehung die Gemeinden von der Bildungswirksamkeit dieses Seminars zu erwarten haben werden. Jetzt aber und bereits seit langer 3cit liegen die Schriften des eigentlichen Gründers und langjährigen Leiters dieses Seminars, des Herrn Dr. Frankel, sowie des an demselben als Lehrer wirkenden Herrn Dr. Grätz aller Welt vor Augen, und kann über die Grundsätze und Ueberzeugungen. denen sie in religiöser Beziehung huldigen, gar kein Zweifel mehr sein, und herrscht auch im Kreise der deutschen Judenheit hierüber kein Zwefel mehr." In dieser Beurtheilung und Verurtheilung der von den Leitern und Lehrern des Seminars publizirten Schriften sowie in der Betonung der Consequenzen. die sich daraus für die Anstalt ergeben, steht Samson Ravhael Hirsch nicht vereinzelt da. Kurz nach dem Erscheinen des Frankel'schen „Darke Hamischnah" Hai der Grand-Rabbin Sal. Wolf Klein aus Colmar den Fehdehandschuh, den Frankel unserem Gesetzesheiligthum hingeworfen hatte, in einer besonderen Schrift ausgenommen, welche diese Irrlehren des Breslauer Seminars und die daselbst ausgebildeten Rabbinen in noch viel schärferer Weise verurtheilt. Das Resum6 seiner in hebräischer Sprache geschriebenen Abhandlung*) lautet in wörtlicher Uebersetzung: „Daher können diejenigen, welche dem „Darke Hamischnah" folgen, nicht Lehrer und Rabbiner in einer Gemeinde Gottes sein, die mit vollem Herzen an der überlieferten Thora sefihält. Den Himmel rufe ich als treuen Zeugen dafür an. daß weder Neid noch Haß, weder Erregung noch Zorn, daß nur die Aufrichtigkeit meines Herzens mich dieses Wort reden läßt: Der Glaube, der in dem „Darke Hamischnah" entwickelt wird, liegt fernab von dem überlieferten Glauben. Wie die Karaiten aus dem Kreise der Rabbaniten und die Rabbaniten aus demjenigen der Karyiten keinen Führer nehmen können, weil beide eben einen verschiedenen Glauben haben, ebensowenig können die Anhänger der von unseren Vätern überkommenen Ueberlieferung einen Mann zum'Führer für den Weg Gottes wählen, der in derjenigen Thora schebalpe erzogen ist, die in dem „Darke Hamischnab" erläutert ill, denn die Satzungen beider sind einander nicht gleich." . Ebenfalls bereits im Jahre 1861 sprach sich Herr Rabbiner Gottlieb Fischer, eine in weiten Kreisen geachtete Capazität auf dem Gebiete der jüdischen Gesetzeskunde. folgendermaßen über die aus dem Breslauer Seminar zu erwartenden Rabbiner auS: iRßi .'MlFTitelder BeiI.Kaufs,nanninSraukfnrta.SR- 1861 erschienenen Schrift lautet: smr *iart urm ruv&n »am ita jrrpa wp *jbd na p^p skt nobv .Yiq am nxa »fcora p*po fjjpano - ."iKiÄKp p*ps n'ca» pm pS* V'ton s'sjm