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Der Israelit · 1904-09-08 · Heft 72-73 (8.9.1904) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 72-73 (8.9.1904)
Date
1904-09-08
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1536 Lihron verhangnißvoll war, wie muß da erst die unserige verhängnisvoll fein, wie muß da die Nachgiebigkeit aller jener verhängnißvoll sein, die mit dem n a~» sympathisiren, und wie Noth thäte es doch, den entschiedenen Ruf zu hören: r» u Und dieser Ruf ergeht an uns alle in den Selichottagen und mahnt uns, das scheidende Jahr nicht schließen zu lassen, ohne -seine Jrrthumer und Fehler abzulegen, und wer bis jetzt das ganze Jahr hindurch leichsinnig und verstockt sich abgewandt von Gott und Seinem Gesetz, der komme und emvfange auf neuen Herzestafeln das alte Gesetz. Das allein vermag die »Juden frage' zu lösen, »und wir durchstreifen die vier Enden der Erde, und finden keine Heilung, — bis wir uns schamvoll D i r zuwenden Dich. Gott zu suchen, wenn uns Noth trifft." U8S3 vh r«nn mre vz'va iäow otipx ma 'x vx fleca jhc war —o—, Frankfurt a. M. Zettttttgönachrlchten und Co??«spsudenzett. Deutschland. Recklinghausen, 26. Aug. (Feierliche Einweihung der neuen Synagoge.) Unsere Synagogen-Gemeii'de hatte heute einen ganz besonderen Fest- und Freudentag. Er galt der Weihe des im letzten Jahre erbauten neuen Gotteshauses an der Hedwigstraße. Das nach dem Plane des Architekten Pohlig von dem Bauunternehmer Tillmann erbaute Haus ist ein würdiges Gotteshaus geworden, welches sich außen wie innen in wohlgefälligster Weise präsentirt. Im Inner» hat der Kirchenmaler Schröder an seinem Theile in künstlerischer Weise mitgeholfen an der Herstellung eines dem Auge wohlgefälligen Eindrucks. Das Haus zeigt den romanischen Stil. Innen wölbt sich eine mächtige Halle mit einer dreiseitigen Gallerie in wohlgelungener Anordnung und Einzelausführung. Die Akustik-ist eine sehr vorzügliche. Besonders vortheilhaft präsentirt sich das Altargewölbe und der heilige Schrein, in dem die Thorarollen ihre Stätte haben. Alles in Allem haben unsere Israeliten alle Beranlassung. sich ihres Gotteshauses zu freuen. Nachdem die Damen schon vorher ihre Platze auf der Gallerie angenommen hatten, traf pünlilich uni 4 Uhr der Festzug zur Ueberführung der Grsetzesrollen aus der alten in die neue Synagoge vor dem Portal der letzteren ein. Der Weg dorthin war reich geschmückt mit Ehrenbogen und Guirlanden und Fahnen, wie überhaupt in allen Straßen aus Anlaß des Festtages reicher Flaggenschmuck zu sehen war. Der Festzug setzte sich zusammen aus der Geismann'schen Kapelle, der die mit Schärpen geschmückten Schüler und die weißgekleideten Schülerinnen folgten. Dann kam der Gesangchor, der Dortmunder israelitischen Gemeinde, welcher sich bei dem späteren Gottesdienste übrigens unter Leitung des Musiklehrers Sengelhoff sehr bewährte, und unter einem Baldachin die Thoraträger mit dem Rabbiner, weiter der Vorstand und die Repräsentanten der'Gemeinde, Vertreter der israelitischen Gemeinden Reckl.-Bruch, Herten, Datteln, Waltrop, Haltern, Coesfeld. Dülmen. Münster, Herne. Gelsenkirchen, Dortnlund, Krefeld u. s. w. Den Schluß bilderen die hiesigen Gemeindeglieder. Vor dem Portal der neuen Synagoge bildeten die Schulkinder Spalier. Die dort inzwischen erschienenen Ehrengäste, unter denen wir die beiden Vertreter der Staatsbehörde, den Oberstleutnant Brune, den Landrath Grafen von Merveldt, Bürgermeister Dirichs. Stadtbaurath Gronarz, Stabtrath Limper, Stadtv.- Vorsteher Randebrock, die Stadtv. Breffer und Oberrentmeister Wessels, die Kreisschulinspektoren Schulrath Witte und Kranold, die evangelischen Pastoren Hardieck hier und Kruse-Bruch, den aufsichtführenden Richter Amsrichter Dr. Roeder u. s. w. bemerkten, wurden begrüßt. Der Vorstand der israelitischen Gemeinde. Kaufmann Stern, richtete dann eine wirkungsvolle Ansprache an die Versammlung. Darauf traten drei der weißgekleideten Mädchen vor den Vertreter des Regierungspräsidenten Geh. Oberregierungsrath Jung <* hin. vor denen die Schülerin Ottilie Rosenberg den Fcstgruß in eindrucksvoller Weise deklamirte, den Schlüssel zur Synagogenpforte überreichend. Geheime Ober-Regierungsrath I u n g 6 richtete darauf ebenfalls eine Ansprache an die Feftversammlung und überreichte am Schlüsse derselben,Herrn Rabbiner Marx diesen Schlüssel mit der Bitte, die Pforte des Gotteshauses damit zu öffnen. Rabbiner Dr. Marx übernahm den Schlüssel unter Worten des innigsten Danles für die Wünsche der Saatsbehörde und erschloß unter Schriftworten, wie: Dies Haus soll ein Bethaus sein allen Völkern u. s. w. Oefknet euch weit, ihr Thore! Freudigen Herzens ziehen wir ein in das Gotteshaus, das Synagogenportal. Nachdem die Ehrengäste zu ihren Platzen geleitet worden und auch die Gemeinde ihre Plätze eingenommen, begann die Hauptfeier in der Synagoge. Nach einem Chorgesang sprach der Rabbiner ein ergreifendes Dankgebet, daß der Herr der Gemeinde die glückliche Stunde geschenkt, woran sich das Glaubensbekenntniß anschloß und die Thorarollen in den heiligen Schrein eingehoben wurden. Abermals sang der Chor, und zwar den Psalm 118. Dann hielt Rabbiner Dr. Marx die oratorisch großangelegte Festpredigt. In wunder-

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