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Der Israelit · 1904-09-08 · Heft 72-73 (8.9.1904) · page 17

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 72-73 (8.9.1904)
Date
1904-09-08
Page
– (sequence 17)
Language
German
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4$. Tchr-oy. weite Weit, z« Jä 72 & 73 des 99k Des Wahres Scheidegrüße. NZf'PN II. Noch waren die letzten Töne des Schofars nicht verklungen, noch nicht verhallt das letzte Grollen des Donners, noch wetterleuchteten die letzten Blitze um Sinai's Gipfel. Am Fuße des Sinai aber schien erloschen das Gottesfeuer, vergessen die Gottesnäbe. verwischt jede Spur der Gottesoffenbarung. Ihren Mittler bei Gott vermißten sie, der ..Mann Moses" war nicht da, und das fremde, aus Aegypten mitgekommene Volk triumphirt, der 21 21* nahm die Führung an. Eine Stunde schwacher, gutgemeinter. aber verhängnißvoller Nachsichtigkeit Ahrons, und es johlt der Pöbel, feiert wilde Orgien, tanzend um ein Idol, ein goldenes Kalb, ein Gebild von Menschenhänden verehrt--von denen, welchen sich Gott vor wenigen Tagen in all seiner Majestät gezeigt. Die Tafeln waren zerbrochen, das Volk war aus seinem Taumel aufaewacht und hatte sich selbst seines Horebschmuckes unwürdig gefunden. Aber auch Gott fand Israel unwürdig seines weiteren Schutzes, seiner Wollenu. Feuersäule, seines Mannas u. Mirjamsbrunnens. Da rang und bar und flehte Moses, der treue Hirt, vor Gott, bis Gott zu ihm sprach: *cd yp und ihm auftrug, mit neuen Tafeln zum zweitenmale den Sinai zu besteigen ... Und als Moses früh am Morgen des ersten Elul die zwei neuen Tafeln in der Hand, den Sinai bestieg, da erhörte Gott Moses' Bitte und sagte ihm das Höchste, was Menschen denken können, enthüllte ihm die Seiten Seines göttlichen Wesens, die dem Menschen faßbar sind. Und wenn alljährlich im Elul die treuen Söhne unseres Volkes vor Tagesgrauen die Sühne für's vergangene Jahr erbitten und auf die verzeihende Gnade Gottes harren, dann wiederholen sie es wieder und immer wieder, was in jenem Elul Moses von Gott gehört: isn T2 rar nsn m ccx *px pjm am x "i *i to cvbvb. Und die Weisen unseres Voltes haben es ihren Enkeln hinterlaffen. daß sie mit diesen nro j» nie umsonst an Gottes väterlicht Gnade appelliren, haben es versichert cpr? rrtrr vhv daß jedes Geschlecht und jede Zeit sich an den n n wenden kann, an den Gott, der vor und nach der Sunde zu ewig neuer Daseinsspende bereit, der Mensch mag wechseln und wanken, mag sein Thun und Lassen keinem Gott unterstellen wollen, mag das Entzücken und die Seligkeit in sittlicher Vollendung oder in sittlicher Verworfenheit erblicken; Gott bleibt immer n der im tiefsten Grunde immer nur bwto jitc zeigt, selbst da, wo wir es nicht erkennen. Auch die Sunde, auch die Schuld stehen in Gottes Dienst. Wie einzigartig manifestirt sich doch beispielsweise diese Art der Gotteswaltung eben in der Versündigung beim goldenen Kalb. Wohl war es eia Vergehen. das geeignet war, Israels ganze Zukunst zu vernichten, und doch welcher durch die Jahrtausende hindurchleuchtender Beweis bildet eben diese Sünde für den göttlichen Ursprung unserer nww Wahrlich, ein Volk, das noch so wenig vom Thora-Geist in sich hatte, daß es johlend ein Thier «mtanzen konnte, dieses Volk konnte unmöglich aus . sich heraus die Thora ergänzen. Bei ihrem Eintritt in den Meuschenkreis fand die Thora ihre zukünftigen Träger in vollendetstem Gegensätze zu ihr, im Gegensatz der im bn» seinen prägnantesten Ausdruck fand, aber auch für alle Folgezeiten hindurch der Thora den Stempel der Göttlichkeit'aufprägte. Also zeigt sich n überall als den, der aus dem Schlechten das Gute sondirt, der gibt, was uns gut ist, und auch das Unglück und daS Weh verlieren ihren Stachel durch den Gedanken, daß sie nichts sind, als Boten des liebenden Gottes.*) Und Gott ist der 'x, der Quell aller Kraft und alles Könnens. Vor Ihm gibt es keine Nothwendjg-' keit. Und Er vermag Licht zu senden, wo wir in trostloser Dunkelheit umherirren, und vermag aber auch dem, der es vergißt, daß Gott der 'x, der Alleskönnende ist, es-bewiesen, daß es doch keine Macht und keine Potenz der Erde gibt, die Seiner entrathen könnte. Und Go*t ist der barmherzige, gnädige und 7angmüthige Gott, der nicht geizt und' nicht knickert mit Seiner Liebe, sondern wie ein Vater auch das ungerathene Kind nicht aufgibt, sonderm.immer hofft und harrt, vielleicht findet es doch den Weg in's Elternhaus zurück, vielleicht erinnert es sich doch, daß sein einziges Heil nur hier ihm blüht. Und wir wollen doch diese Hoffnung verwirklichen, wollen nicht umsonst die Selichotmorgentveihe an uns vorbeiziehen lassen, und es sollen doch nicht erfolglos die nno a* aus unserem Munde verklingen.... Ach, auch uns fehlt der «Manu Moses" und auch wir suchten vergeblich nach einem Mittler bei Gott, und als wir keinen fanden, warf sich der 21 2i* zum Führer auf, und wir folgen ihm, folgen Männern, die sehnsüchtig nach fremder Kultur hinüberschielen, und wenn schon die Friedensliebe eines , *) Mit denselben Gedanken hörte ich die Stelle deuten: toSo pven ya i»p n&ot n"spn rtmo nämlich so wie die getrennten ironn im ntp vereinigt sind, so — zeigte n"ap.n dem n»o in den nvro — fuhren alle die Dinge die uns getrennt scheinen, Leid. und Freud. Leben und Tod. Schuld und Sühne, doch in dem groben oon.n 'apn gewollten Äiete,

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