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Der Israelit · 1904-09-08 · Heft 72-73 (8.9.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 72-73 (8.9.1904)
Date
1904-09-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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ten des Einzuges in die schöneren Hallen den Zu- . Hörern an's Herz legte. Wenige konnten sich des Weinens enthalten. - als der Redner des verstorbenen Großen in Israel, des ersten Rabbiners der Gemeinde. R. Esriel Hildesheimer, gedachte. Mit dem Gebete der aus dem Heiligthume scheidenden Priester ppp rwa n VN Tnnx G2a2 pp' wn,?m r>'22 nahm er im Namen der Gemeinde Abschied von den geweihten Sälen. Sonntag Morgens bei den wurde in den pw am Schluffe ein auf den Abschied bezüglicher Passus eingeschaltet. Der Gottesdienst nahm mit dem feierlichen Gesang des oto pmi nach dem täglichen Mischnavortrag seinen Schluß. Um 10 Uhr versammelten sich die Rabbinats-, Vorstandsbehörden und einige dazu bestimmte Mitglieder, welche die 20 nrnn 'nes zu einer einmaligen nepn erhielten; 20 andere führte sie am Wagen nach der Artilleriestr. 32, wo sie einstweilen in dem neuen Verwaltungsraum aufgestellt worden sind. Um 4 Uhr wurden sie von den Mitgliedern des Rabbiner-Seminars und der Ge-! meinde-Behörden in das Gotteshaus getragen, wo eine ansehnliche Zahl der Gäste und Mitglieder in herzerhebender Stimmung, mit andächtigem Gefüble die Größe des Momentes fühlten. Ziveifellos gibt es viele Gotteshäuser, die an Größe und Schönheit das der Adaß Jisroel Lbertreffen; aber an andächtiger Erhebung und verständnißvoller Antheilnahme der Beter wird es von keinem Zweiten übertroffen. Vor dem Ausl'öschen der Tan na Lampe sprach Prof. Berliner ergreifende Worte, die auf alle Anwesenden einen unvergeßlichen Eindruck ausübten. Mit Thränen in den Augen deutete der gelehrte Redner dp s'n rm FjSrp löipo bxi pepn K2i pcpn nnn auf den feierlichen Akt. den die Gemeinde jetzt begeht. Anknüpfend an die herrliche Mechilta-Stelle nnm, nia» na •pamapx ' a niopji nnx cs ’yt'z nmrn na n'2 ncpan *pa nix erklärte Prof. Berliner das enge Band zwischen r,rn und mjK. Ohne irsa wird die Lehre zur Leere. Mit einem flammenden Worte: 'i n:x2 r*,2^ai ivt> 2pv n'2 schloß Prof. Berliner seine Rede! Nun folgte die eigentliche Synagogenweibe, die sich im allgemeinen, wie im einzelnen als überaus glänzend und herrlich gestaltete. Die Gesänge leitete Herr Kantor Deborsky mit einem vorzüglichen Chor, deren Vortrag als überaus gelungen das Lob und die Anerkennung aller Anwesenden hervorgerufen hatte. Nach dem Nundgang durch die Synagoge übergab Herr Isidor R o s e n b l ü t h, der Vorsitzende des Gemeindeoorstandes den Schlüssel zum ptpri pnx dem Synagogenvorstande, Herrn Prof Dr. Berliner, worauf der Chor und Vorbeter den 24. Psalm und nax' nrnasi sangen. Mit dem Psalmworte 'dantz na 'wanH hielt Herr Dr. M. Hildesheimer ein schönes Gebet, worauf die mvn. na Lampe angezündet wurde, alsdann die Oeffnung der heiligen Lade und das Gebet für den Kaiser und sein Haus, sowie für die Väter der Stadt, deren Abgesandte erschienen waren, folgte. Nach dem Schließen der Lade begann Vorbeter, Solo- Chor Psalm 30 zu singen. Den Glanzpunkt .der schönen Feier bildete die Predigt des Rabbiners Dr. Munk. Aus tiefem Herzen kommenden Worten gedachte er Zions, der Burg und der Hoffnung aller gesetzestreuen Juden. Nach dieser ergreifenden Einlegung schilderte der Redner, im Anschluß an die Worte des; 2-2571 xnp’ ntzsn ri'2 wa .X'2an mw, den Gedanken. wa daß wir im Gotteshause nur in dem Falle Gott finden werden, wenn wir ihn hineinbringen, zweitens ist es ein.itzrn n-2, wo der Jude fiir die Interessen der Ojesammtheit zu Gott flehet; drittens bsb E-Gjn, das Wohl und den Fortschritt der ganzen Menschheit zu fördern ist die schöne Aufgabe der Synagoge. Die mit schönen Midraschim und cpica geschmückte Form vollendete, begeisternde Predigt endete mit einem Dankgebete des Redners und übte einen dauernden Eindruck auf alle Zuhörer. Der Gesang des Psalm 150 schloß die würdige Feier, ein Jubeltag der gesetzestreuen Juden Berlins und Deutschland. Unvergeßlich bleiben die Stunden der Weihe im Gedächtnisse eines jeden einzelnen Antheilnehmers an derselben. Wir rufen der Gemeinde Adaß Jisroe' ie Worte des Propheten zu ppxnnpa ivm *ni3 nvr Vvn;*) — — — n Zeitungsnachrichten und Corresporrdenze». Deutschland. Necklisghmisen (Westfalen). 7. Sept. Herr Rabbiner Dr. Marx dahier erwirkte für die jüdischen Feiertage für das siebte Armeekorps Befreiung vom Dienste. In Anbetracht der Manöver erstreckt sich die Dienstbefreiung nur auf die Vormittagsstunden. — Aus Anlaß ihres Freudentages der Einweihung der neuen Synagoge bat die israelitische Gemeinde 100 Mk. für die Armen der Stadt gegeben. welck)e dem Bürgermeister Dirichs überreicht wurden. Miltenberg, 6. Sept. (Einweihung der Synagoge.) Die hiesige israelitische Kultusgemeinde kann auf ein Fest zurückblicken, das nicht nur wegen seiner Veranlassung als ein höchst bedeutsames und seltenes betrachtet werden muß, sondern auch in allen seinen Theiken einen so schönen und wohlgelungenen Verlauf nahm, daß keiner unter den so zahlreich erschienenen Festgästen unbefriedigt geschieden ist. Es war ein Fest, auf das die Mitglieder unserer Gemeinde allen Grund haben, stolz zu sein. *) Ein auSsährlilüer Bericht folgt ln Höchster Rümmer. Red. d. 3«.

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