Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1904)
- Date
- 1904-09-05
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1510 „Du hast Recht," erwiderte der Rabbi, „setze Dich zunächst. Ich hatte Tusmenitz Eile im Hinblick auf mein vorgeschrittenes Alter empfohlen, aber sie ist auch mit Rücksicht auf Dich geboten, trotz Deiner Jugend. Ich brauche Dich nicht erst zu fragen, ob Du wirklich dem Gesetze Mosches und Israels wie jeder von jüdischen Eltern Geborener treu leben willst. Die Versuchungen, die Du überwunden, die Gefahren, tvelchen Du Dich ausgesetzt hast um nur hierher kommen zu können^ überheben mich dieser Frage. Deine erste Obliegenheit wird es nun sein, in den Bund Abrahams einzutreten. Unser Gesetz enthält viele Gebote und Verbote. Eine der schwersten Strafen, die Gott auf die Uebertretung seines Willens gesetzt hat, ist in besonders schweren Fällen die Kores-Strafe. Es ist dies eine Strafe, die keiner, irdischen Gerichtsbarkeit untersteht, sondern von Gott selber verhängt wird. Diese Strafe geht weit über die Zeitspanne hinaus, die uns hier zu leben beschieden ist und entzieht sich daher unserem vollen Verständnis; in der ganzen Größe ihrer Bedeutung. Diese Strafe erfolgt fast nur auf die Uebertretung genau bezeichnet» Verbote. Daß auch die Unterlassung eines Gebotes mit dieser Strafe belegt wird, kommt nur in zwei Fällen vor. Einer dieser Fälle ist der unserige. Wohl ist jeder Vater verpflichtet, seinen Sohn in das abrahamitische Bündniß einzuführen, aber wo dies, wie in Deinem Falle, nicht geschehen konnte, ruht die Pflicht auf dem Sohne selbst und zwar von dem Augenblicke an, in dem er religiös mündig geworden ist. Für jeden Augenblick, indem diese Pflicht unerfüllt auf Dir ruht, .trifft Dich, wenn Du sie hättest erfüllen können, die Strafe des Gesetzes. Bist Du einverstanden, daß schon morgen Früh nach dem Morgengebete Deinem Körper das blutige Aundessiegel ausgeprägt wird?" „Ich bin es und bitte darum," antwortete rasch der Jüngling. ..Herr Pappenheim, hat mich schon darauf vorbereitet. Er hat mir auch gesagt, er wisse. nicht, ob es religionsgesetzlich zulässig sei vor der > Operation mich zu betäuben, da der Schmerz sehr groß sei. Ich habe ihm aber bereits erklärt, daß ich davon keinen Gebrauch machen möchte, selbst wenn es nach dem Gesetze erlaubt sei. Ich müßte, mich ja vor mir selber schämen, wenn ich weniger widerstandsfähig sein sollte als ein achttägiges Kind?" „Das ist brav von Dir. und Deiner würdig," erwiderte Rabbi Elimelech, ..wenn auch der Vergleich mit rinem achttägigen Kinde, dessen Schmerzgefühl noch nicht so entwickelt ist wie bei einem erwachsenen Menschen, nicht ganz zutrifft. Fast möchte ich Dich beneiden um diesen Schmerz Während uns allen das Gottessiegel an unserem Körper ohne unser Wissen und Wollen ausgeprägt wird, erhälst Du es mit vollem Bewußtsein und darfst diesen Dich auch äußerlich zum Juden adelnden Ritterschlag mit Deinem Schmerz und bei vollem Bewußtsein verdienen. — Jetzt ziehe Dich jedoch auf Dein Zimmer zurück; ich will die Vorbereitungen für unser morgiges Fest treffen. Aber ich werde Niemanden in das Geheimniß Deiner Herkunft einweihen, sondern mich den Festgenossen gegenüber lediglich daraus beschränken, Dich als einen jungen Mann zu bezeichnen, dessen Einführung in das Bündniß Abrahams erst jetzt möglich geworden sei." (F. f.) Wochen-uislenöer. Mittwoch, 7. September. 27. EI ul. a"TBB ''jyn. Freitag, 0. September. 29. Elul, .Tom .7,-1 yxf. Festtag-Anfang ln Mainz u. Frankfurt a. M. 6 Uhr 15 Mia. LamNag, 10. September. 1. Tischri. Tn an. Sonntag, 11. September. 2. Tischri. n*n *3 an. Festtag-AuLgang in Mainz u. Frankfurt a. $*1. 7 Uhr 30 Min. — Berlin 7 Nbr 17 Min. — München 7 Uhr 16 Mn. — Stuttgart 7 Ubr 24 Min. — Straßburg 7 Uhr 30 Min. — Posen 7 Uhr 05 Min. - Stettin 7 Uhr 15 Mn. - BreSlau 7 Uhr 00 Min. — Nürnberg 7 Uhr 20 Min. — Men 7 Uhr 03 Mm. — Paris 7 Ubr 00 Min. — Prag 7 Uhr 10 Min. Montag. 12. September. 3. Tischri. TVS sn. Der „ISraeltt" erscheint sweiniiil, Elontags and Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Tuchhandel verkehr! durch V. Olrinackrr, Leipzig, Noßplatz IS. — Inserate 25 Pfennig die viergespaltene Nonparcillezeile oder deren Raum. 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