Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1904)
- Date
- 1904-09-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1504 könnten, umsomehr müßten wir die paar Minuten, die wir dem Lernen widmen, dazu benützen, es zu beweisen, daß es kein leeres Lippenspiel ist, wenn wir täglich bitten iimTnn nx rtt aiym daß wir GotteS Thora wirklich als unser höchstes, unser theuerstes Gut und unsere Lebensfreude betrachten, und z. B. nicht ängstlich die Stunde abzirkeln, die wir dem „Lernen" widmen, eben weil wir's nicht nur als Pflicht auffaffen, sondern in der freiwilligen nevn und durch sie erst beweisen, wie sehr uns die Pflicht am Herzen - liegt. Oder um ein anderes Beispiel zu wählen. Gewiß wird sogar von unseren Brüdern, dienins auch am meisten entfremdet sind, die npnar ma gehalten, und dos jüdische Herz feiert gottlob auch heute noch seine Triumphe, und doch, und doch .... na^iwa npisrt px "tarn rürr die Bedeutung der npT* wird doch nur durch bic Siebe bedingt, mit welcher sie geübt wird. Und diese Liebe zu dem auf niedriger sozialer Stufe stehenden Bruder geht uns ab, diese Liebe schickt den Armen nicht in's Wirthshaus. sondern führt ihn zum eigenen Tisch, sie begnügt sich nicht mit der kalten Münze, sondern fügt ihr das warme, tröstende Wort hinzu. In diesen wie in hundert anderen Fällen, mit der ächt jüdischen rosa dp nrw dran zu gehen und nicht zu geizen, nicht zu knickern mit Geld. Zeit und Bequemlichkeit. . sobald es sich um Gottes heilige Sache handelt, das möchte uns der Elul-Schofar lehren, möchte uns dasselbe einprägen, was wir am Schluffe unseres Festeszyclus hinausjubeln: n-vn.n jixra »w b'n mw ns Mb x'n •o —o— Frankfurt a. M. (Schluß folgt.) ZeiKmaSnaHrrchterr und Correfpondenzev. Deutschland. Mainz, 2. Sept. Schon oft hatten wir Veranlassung, vor den offiziösen ruffischen Depeschen zu warnen. Aber diese Warnung kann nicht oft und eindringlich genug wiederholt werden angesichts der unermüdlich fortgesetzten Bemühungen, von Petersburg aus durch den Draht die Welt zu verwirren, indem man Thatsachen fälscht, Ereignisse ableugnet oder entstellt. So hat auch in dieser Woche die russische Telegraphenagentur das folgende originelle Dementi verschickt:. „In der amerikanischen Presse war behauptet worden, in Ostrowez (Gouvernement Radom) und in Partschew (Gouvernement Sjedlez) seien Judenmetzeleien vorgekommen; in Ostrowez seien am 13. August 20 Personen getödtet, in Partschew am 12. August 100 verwundet worden; die Zahl der in Partschew Ümgebrachten sei nicht bekannt. Erkundigungen haben Folgendes ergeben: Am 4. August ereigneten sich in Ostrowez antisemitische Unruhen, die vier Stunden dauerten; ein Jude wurde schwer verwundet und starb am folgenden Tage, 22 wurden leicht verwundet. Die Unruhen waren dadurch entstanden, daß ein jüdischer Knabe einen strenggläubigen Katholiken geschlagen hatte, was das Gerücht hervorrief, ein Christ sei durch Juden ermordet worden; nun wollten die Arbeiter Red.) an den Juden Rache nehmen. Was die Vorgänge in Partschew betrifft, so hatte die Polizei am 5. d. Mts. einen Haufen Juden ohne Gewaltmaßnahmen anseinnder getrieben. Der Grund des Auflaufs war die Absicht der Juden, einen in Lublin-getauften Juden zu verbergen. Bei dem Zusammenstoß mit der Polizei wurden 20 Personen leicht, aber niemand schwer oder tödtlich verwundet." Dieses ebenso unwahre wie ungeschickte Dementi ist recht charakteristisch für die russische Berichterstattung. Also in Partschew soll die Polizei „ohne Gewaltmaßnahmen" eine Ansammlung von Juden auseinander getrieben haben, und trotzdem wurden dabei nach dem Eingeständniß der russischen Telegraphenagentur 26 Personen verwundet. Und das ohne Anwendung von Gewalt! In Ostrowez aber soll ein jüdischer Knabe einen strenggläubigen Katholiken „geschlagen" haben und „die Arbeiter" wollten an den Juden Rache nehmen! Nein, die russischen Offiziösen müssen das Lügen doch noch besser lernen. Man braucht deshalb nicht darauf gespannt zu sein, wie das Dementi der folgenden Mittheilung lauten wird: „Petersburg. 18. August. Neue antisemitische Ausschreitungen haben gestern stattgefunden und zwar in Ostrowitz. Dir Ausschreitungen dauerten mehrere Stunden. Zahlreiche Häuser der Juden wurden demolirt und die Bewohner thätlich angegriffen. Ein Jude ist heute seinen Verletzungen erlegen, 22 andere sind mehr oder minder schwer verletzt." Wahrscheinlich hat dort wieder ein Knabe einen strenggläubigen Katholiken geschlagen! Mainz, 2. Sept. (Israelitisches Religiows schul wesen in Hessen.) Wir brachten im Frühjahr die Mittheilung, daß das hessische Ministerium beabsichtige, die israelitischen Religionslehrer in Hessen mit den Rechten der Bslksschnllehrer definitiv anzustellen. In Oberhessen ist bereits der Anfang gemacht worden. Der Provinzialdirektor Dr. Breidert hielt mit den Kreisrathen, den beiden Rabbinern und Vorständen größerer Gemeinden Sitzungen ab, in denen die Gemeinden in Brzrrkssprengrl rinZr-