Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 70 (1.9.1904)
- Date
- 1904-09-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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45. Jahrgang. M 70 dss -) Dir Misrachiconfereni in Vrrßöurg. < Serlchl «mfnti SprrUUdertch irr|Uittnl. (Schluß.) Rosner - Miava schlagt vor. einzelne Reden, wie von Jawez. die Eröffnungsreden, besonders Nobel, für die Agitation in Sonderabdruck zu veröffentlichen. (Angenommen.) Stern- Deutsch-Kreutz verlangt Zusendung der Statuten an D e l e g i r 1 e. ES wird die Zusendung an die Vereine beschlossen. Man schreitet zur Wahl des Centrolcomitees. Als erster Präsident wird Rabbiner Reines-Lidda per Acclamation gewählt. Ort der Centrale: Frankfurt a. M. Was die Druckschriften der einzelnen Länder betrifft, so werden diese von den einzelnen Landmannschaften versendet. Cs werden die fünf Männer, die in dem Lande der Centrale statutengemäß wohnen müssen, per Acclamation gewählt. Cs find dies die Herren Dr. Nobel- Leipzig. Dr. Adler-Lübeck. Dr. Frank-Altona. Jacob S. Posen-Frankfurt a. M.. Josef Rothschild-Frank furt a. M. Als Ersatzmänner die Herren Dr. Feuchtwang, Dr. Mover. Saliv Geis, sämmtlich in Frankfurt a. M. lltjr Abends erstattet Lieben Bericht im Namen der Preßkommifsjon. Zum Parteiblatt wird niei bestimmt. Gleichzeitig wird jedem Mitglied das Abonnement und Förderung des „Israel. Frankfurter Familienblattes* und „Hamizvah" empfohlen. Es liegt ein Tadelsvolum Grunwald-Nosncr gegen jene jüdische Presse und Litteratur vor, die unter der Flagge des Zionismus ganz andere Dinge betreibt. Es wird aber dem Präsidenten onheimgegeben. diesen j Vorschlag für den nächsten Kongreß in Erlväqung zu ziehen, weil (nach Dr. Fink) derzeit der Misrachi genug mit der Defensive zu thun hat und überdies in dem Tadelsootum die Namhaftmachung fehlt. Dr. Nobel schließt sich dem an. Die Konferenz beschließt in diesem Sinne. Dr. Nobel, der wahrscheinlich Vorsitzender des Central-Bureaus werden soll (denn die Herren theilen die Funktionen unter sich ein) erklärt es für unmöglich, von Leipzig aus über Frankfurt a. M. auch die russischen Agenden zu leiten.. Er schlägt daber vor. Frankfurt a. M. als Filiale der Centrale zu erkläre«. Dieser Vorschlag wird angenommen. Die Wahl für die Centralleitung ergab folgendes Resultat: Rußland: Oberrabbiner Reines-Lidda, Farbstein- Warschau. Rabbiner Grünhaus-Trok. Rabbiner Fischmann-Markuleszt. W. Jatoer-Wilna, Kowalsky- Wlozlawek, Gurland-Wilna. Ungarn: Oberrabbiner M. A. Roth-Papa, Oberrabbiner Glasner Klausenburg, Rosner-Miava. Holland: Dr. Dünner-Ämsterdam. Oesterreich (exklusive Galizien): Dr. Fink-Wien. Galizien: K'reisrabbiner Schmelkes - Kolomea, Gelernter - Rosniakum. Ersatzmänner: Melher-Kohatvn, Leib Koreff-Ropsice. Rumänien: Oberrabbmer Landau-Botusani, Falik-Jaffh. Amerika: Rabbiner Guttmann: New-Jersey, Dr. Klein-Newnork. — - , Vice-Präsident Dr. Nobel macht die erfreuliche Mittbeilung. daß soeben eine Misrachi-Vereimgung sich gebildet hat. Es ergibt sich die Nothwendigkeit. daß das 23 Glieder-Centralcomitee zu einem Wgliedrigen gemacht werde. Es ist dadurch möglich, auch einen Vertreter für England zu wählen: James Lewy- London. Rabbiner Fischmann - Markulest gibt einige ergänzende Ratbschläge zum Referate Landaus, unter anderem erhebt er scharfen Protest gegen den Kauf von Rabbinerstellen. Rabbiner G u t t m a n n - Amerika schildert die triste Lage der orthodoxen Judenheii in Amerika und erhofft Heilung vom Misrachismus. Dr. Fink- Wien ist gegen die Anhäufung von Resolutionen und gegen das Uebcrgreifen des. Gefübls. Eine politische Partei, die der Misrachi ist, muß mit dem Kopse arbeiten. Louis Kahn- Frankfurt ist für das offene Bekennen der Fehler und Gebrechen. Reines jr. empfiehlt die Unterstützung der Anstalt rnm'W Jaffa (ähnlich der ungarischen Anstalten unter dem Namen .Tw nie-) aus welcher fromme Handwerker hervorgehen. Eis- Zürich schlägt die Versendung einer Broschüre an alle orth. Rabbinnen, in der die Ziele des Tnre genau klar gelegt werden. Die Gesinnungsänderung so mancher müßte eintreten. (Angenommen.) Damit ist die Arbeit des Kongresses beendet. B e t t e l h e i m-Preßburg: Es naht der Moment des Abschiedes. Was zwischen Begrüßung und Abschied liegt, bleibt unvergeßlich. Hier konnten sich nur 'starke Herzen finden, die die Entfernung ebenso überwinden konnten, als die von mancher Seite kommenden Proteste. Redner dankt in der weiteren Rede dem vorbereitenden Komitee, den städtischen Behörden, besonders aber der Lokalpresse, die dem Kongresse sympathisches Derstandniß entgegenbrachte. Redner schließt mit dem Wunsche, daß die Delegirten den hier errungenen Sieg durch alle Lande tragen mögen.