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Der Israelit · 1904-09-01 · Heft 70 (1.9.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 70 (1.9.1904)
Date
1904-09-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen Deutschland. Frankfurt a. M. Der hier seit Jahren bestehende und vom verstorbenen Herrn Adolph Dann s. A. begründete Verein zur Speisung israelit. Soldaten, sollte in der Thai durch vermehrte Mitgliedcrbeiträge noch gesördert werden, da doch dieser Verein so überaus segensreich wirkt. Der löblicke Vreinsvorstand hat durch Ermiethung eines Lokals gegenüber der Kaserne, woselbst die Speisen zubereitet und alsdann den jüdischen Soldaten verabreicht werden. äußerst vrattisch verfahren, nur sollten vom löblichen Varstaud häufiger Revisionen über die Güte des Essens vorgeuommen werden. Wie mir zu meinem Erstaunen mitgetheilt wird, ist in manchen anderen Garnisonsstädten von Seilen der jüdischen Gemeinde in dieser Hinsicht für die jüdischen Soldaten, die doch durch Verabreichung ritueller Kost ihrer Religion nicht so ganz entfremdet werden, keine Sorge getragen. Zweck dieser Zeilen ist es namentlich, an die löblichen Gemeindevorstände und an die Herren Rabbiner Deutschlands die Bitte zu richten, doch für die rituelle Verpflichtung der jüdischen Soldaten während der zweijährigen Dienstzeit Sorge zu tragen, durch Sammlung bei den jüdischen Gemeindcmitglicdern liehe sich dieses leicht bewerkstelligen, und sind die Leute, die die Verpflegung resp. Znbereit ung der rituellen -lost übernehmen, leicht zu finden. In dieser Hinsicht sollte der hier seit Jahren bestehende und so überaus woblthätig wirkende Verein zur Speisung isr. Soldaten als leuchtendes Beispiel vorangehen. (Die. jüdischen Soldaten werden wohl in ollen deutschen Garnisonsstädten. in denen sich gesetzestreue jüdische Gemeinden befinden, auf ihr Ansuchen rituelle «lost verabreicht erhalten. Viele bemühen sich indes; nickt dar nur und di: Leiter in den Gemeinden haben nicht die Pflicht und oft auch nicht die Macht, die Soldaten aufzusnchen Red. d. Isr.) Frankfurt a. M«, 26. Aug. In der unter der Spitzmarke „Ignoranz oder Perfidie" auch im „Israelit" erörterten Angelegenheit ist uns ein Ausschnitt der ..Schlesischen Zeitung" zng'gangen. der uns veranlaßt. unsere früheren Angaben zu berichtigen. Die Spitzmarke mußte nämlich, wie sich herausstellt, richtig heißen: „Ignoranz und Pcrfidie." „Die „Schlesiische Zeitung" hat nämlick unsere sachlichen Angaben nicht zum Abdruck gebracht, sondern sich folgenden giftigen Erguß geleistet: „Die „Mitthcilungen des Vereins .zur Abwehr des Antisemitismus" beschäftigen sich mit einer von uns im Mai veröffentlichten Zuschrift aus Vryheid in Transvaal über die Eröffnung einer Synagoge. Der 1483 Rabbiner aus Johannesburg hatte dabei eine Rede gehalten, in der er u. a. die Freiheit hervorhob, welcher j sich die Juden in englischen Ländern im Gegensatz zu ' anderen Landern erfreuten, und dabei erwähnt, daß in j Deutschland tausende von Juden, Frauen, Kinder und < Männer dabingemordet worden seien u. s. w. Unser ' Gewährsmann bemerlte dazu, der Rabbiner habe wohl Rußland gemeint: um aber der deutschfeindlichen Gesinnnng der Engländer nach dem Mnnde zu reden, habe er die Metzeleien in Deutschland passiren lassen. — Das jüdische Blättchen hat sich nun einen „Bericht" zur Rechtfertigung des Rabbiners aus Südafrika verschrieben. denn beileibe darf doch einem Juden keinerlei Verfehlung vorgeworfen werden; denn das ist ja „Ignoranz oder Perfidie!" Und der „südafrikanische Rabbiner" schreibt nun. er hätte von dem „Jahrestage der blutigen Niedermetzelungen von Juden, welche sich in Deutschland während des ersten Kreuzzuges ereigneten" gesprochen! Eine wundervolle Logik! Weil während des Kreuzzuges vor acht Jahrhunderten in dem damaligen Deutschland — und nicht minder allerdings in England? — Inden erschlagen worden sind, macht der Rabbiner den Engländern ein Kompliment, daß jetzt die Inden in England sich größerer Freiheit als in anderen Ländern erfreuten! Eine ungeschicktere und albernere Ausrede hätte das jüdische Blättchen kaum erfinden können!" Nachdem so die „Schlesische Zeitung" keinen Zweifel mehr läßt über ihren wahren Charakter und ihre echt iculfcfje Art. können unsere Leser selbst feststellen, daß die ..Schlesische Zeitung" dieselben Eigenschaften besitzt, die für die gesammte antisemitische Presse längst symptomatisch geworden sind: Ignoranz und Perfidie. Königshofen im Grabfelv. (Einweihung der Synagoge.) Als ein Ehren- und Freudenfest für die israelitische wie auch für die Stadtgemeinde .Königshofen konnte mit Recht die jüngst stattgehabte Feier der Synagogen-Einweihung genannt werden, welche ganz programmmäßig in schönster und befriedigendster Weise verlief. Das Fest wurde eingeleitet durch eine Abschiedsfeier in der alten bisherigen Synagoge. Nach vollendetem Nachmittagsgebete «drach Herr Distrikts-Rabbiner Dr. K o h n - Burgpreppach von Herzen kommende und zu Herzen gehende Abfchiedsworte. Der kgl. Herr Bezirksamtmann, begleitet von zwei Gemeindeältesten, sowie die Vertreter der kgl. Behörden hatten sich vollzählig eingefunden und begleiteten dkn Festzug. ebenso die hochw. Geistlichkeit, die Stadtverwaltung mit Herren Bürgermeister und Beigeordneten. Daran schlossen sich der Herr Baumeister Val. Trott und die beim Bau beschäftigt gewesenen Meister. Vor dem Portale richtete Herr Bezirks-Amtmann T h o m a s an die Festversammlung eine herzliche Ansprache. welche weit über den Rahmen einer offiziellen

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