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Der Israelit · 1904-08-29 · Heft 69 (29.8.1904) · page 19

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 69 (29.8.1904)
Date
1904-08-29
Page
– (sequence 19)
Language
German
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1477 Nun kommt das Kind zum Melamed. Welchen Werth dieser Unterricht bat, kann nur der beurtheilen. der ein tth, der einen n&rs gesehen hat. Ein ir)2, ein junger Mensch, der im Leben Schiffbruch gelitten hat. der zu nichts bringt. Keine Prüfung auf Kenntnisse, auf bisherigen Lebenswandel etc. Es genügt, wenn der junge Mann zum Vater des Kindes kommt und sagt, ich bin ein s&o. Redner beweist aus eigener Praxis, wie geringe Kenntnisse so mancher *15^0 besitzt. Unsere rrrr haben eine Maximalzahl für die Schüler eines Lehrers festgesetzt: 25. In der Praxis richtet man sich aber nicht danach. Was geschieht im Cheder? Der Melamed nimmt so viel Kinder auf, als ihm gebracht werden. Der Dolkslehrer muß ideal angelegt sein, er muß Verständniß für das Psychologische haben, wie das Kind sich entwickelt. Ja den Zeiten des Talmud genoß der Lehrer das größte Ansehen. Es ist heute nicht so, der Lehrer unserer Zeit bat die Achtung, die er verdient. In den Schulen des Westens ist eine gewisse Frist für den Unterricht festgesetzt, in Bezug auf die Zeit, wie lange der Junge die Schule zu besuchen hat. Im Osten wirst der Melamed den Schüler hinaus oder der ira bvz sagt dem "zhz. daß der Junge keinen icSs braucht. Dann kommt die Mittelschule, es ist das man r«. Wenn der Jüngling etwas Fleiß hat. wird er zu etwas kommen. Eine Kontrolle herrscht aber nicht. Dann haben wir die Hochschulen in Betracht zu ziehen. Einst ««7:2 sie die Ideale, die Ideale des Referenten. Wohl sind sse zumeist von hochangesehenen Leuten geleitet und der Dortheil dieser Institution ist. daß die Leiter unabhängig sind. Aber lehrt der Rabbi selbst? Wenn die Schüler etwas gethan. werden die Rabbi's darüber informirt. Ott die Gemora auf dem Tische, unter derselben Haskola Sephorim. Haskola Sephorim und die Jargonlitteratur waren schädlichen Einflusses. Immerhin hat die neue zionistische Litteratur eine Besserung gebracht. Es wirbt das alte Judenthum nicht mehr begeisternd, wie es früher war. Dies in didaktischer Hinsicht. Anders ist die ethische Frage. Referent dachte sich die Jeschiwos als eine Art von Seminarien. d. h., daß sie von ihrer Jugend zu cw erzogen werden, daß ihre Lebensweise und Bildungsgang überwacht werden. Redner will eine Formel suchen, wie dem abzuhelfen sei, und welche Wege einzuschlagen wären. Er habe einen solchen Gedanken vor einigen Jahren entwickelt: Wie jeder Organismus zu seinem Bestände, seiner Existenz Licht und Warme bedarf — Warme ohne Licht Fäulniß — Licht ohne Wärme Irre — so bedarf das Judcnthum zweier Faktoren rjm rrrxs aber ran nur in unserem Sinne, man müsse sie nur rationell lehren. Referent beantragt, daß 1. in jeder Gemeinde, wo eimo sind, aus der Mitte der Gemeinde eine Kommission, an deren Spitze der Rabbiner des Ortes steht, gewählt werden soll, die die Verpflichtung haben, die auf ihre sanitar-hvgien. Beschaffenheit, die Existenz des zu prüfen, die über die Unterrichtsmethode und über die Unterrichtsdauer zu verfugen hat. Die onflo sind zu prüfen von dieser Kommission, die Schüler, ob sie versetzt werden sollen. Die Jungen dürfen sich nicht überlassen bleiben. Der w« oder die Gemeinde muffe sorgen, daß die ovno tc überwacht werden, daß die Besucher derselben unter genauer Aufsicht erzogen werden und kluge Unterweisung.. Ferner verlangt unsere Existenzbedingung auch andere Kenntnisse, mindestens Landessprache und die vier Rechenfpecies. Wie werden diese Kenntnisse heute gelehrt? Die öffentliche Schule besucht die Jugend in Rußland und Rumänien. Wer lehrt es? Ein Student, der es geworden. nachdem er einmal Bocher gewesen. Sehr oft sind es unlautere Elemente. Solche wirken verderbend auf die Jugend. Der Misrachi hat die Pflicht, die passenden Männer ausfindig zu machen. Dir nw müssen geregelt werden. Ohne mi 2ne 11222 w®, ohne den Ortsrabbiner zu verletzen, haben die btt,t8 die Aufgabe zu übernehmen, auf Mittel und Wege zu sinnen, wie dem abzuhelfen sei, daß die omre zwei Mal oder vier Mal im Jahre schnorren und sich entwürdigen müssen, denn das Almosennehmen ist das Entwürdigendste. Er wird sittlich und religiös gehoben, wenn wir ihn so unterstützen, daß er gar nicht auf Almosen angewiesen ist. rro-o Essen und andere nicht zu nennende Dinge sind Folgen des Almosenwesens. Auch in dn-en pst herrschen nicht wunschenswerthe Zustände. Die Jugend wird dort eher französisch als jüdisch erzogen. Um die Ursachen anzugeben, müssen wir uns mit der Jca beschäftigen, so gerne wir sie außer Spiel gelassen hatten. Es ist eine Gesellschaft. die die Gelder des Baron Hirsch, die für die Kolonisation bestimmt waren, verwaltet. Den Herren geht es aber mit der Kolonisation sehr schief. Alle Versuche sind gescheitert, weil ihnen die Einsicht fehlte, daß der Jude nur im Lande der Väter Bauer werden kann. Die Gelder kragen aber Zinsen. Was damit machen? Die Verwaltung kostet viel, sehr viel, aber alles kann sie nicht verzchrcn. Darum für Gründung von Schulen in Rumänien und Rußland. Sehr schön! Wenn die Jca wenigstens gesagt hätte, wir subventioniren Euch, damit wir Euere Lasten erleichtern. Aber sie verlangten, mehr als zwei Stunden darf nicht jüdisch gelehrt werden. Eine dritte Stunde wird auch nicht zugelaffen, wenn die Gemeinden für die Mehrkosten aufkommen wollen. In Galizien werden die Besuchenden der Kommunalschulen gute Juden, die Hirsch-Schulen erziehe» nur oww. Im selben Geiste wird von der Jca in Palästina vorgegangen. Sie mache die Jünglinge zn Franzosen und Engländern. Auch in dieser Beziehung Befreiung von der Jea, die Schulen müssen streng jüdisch von streng jüdischen

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