Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 69 (29.8.1904)
- Date
- 1904-08-29
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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sondern es prüft, es beurtheilt sie nach dem Mahflabe boten und die znm Erbe geworden der Gemeinde des ihm überlieferten nen-p-Begriffes. Wenn Israel ' Jakobs." — fein c*snn emo "pa spricht, so ergänzt es diese Seg-! In solchem Lichte erschien unseren Vätern bei nung durch sein ctsho snpo -jna Israel spricht es da- > ihrem Auszug aus Egypten die neue Aera, und in mit aus. und noch mehr als es spricht, denkt es dabei:! diesem Sinne sollten die Lichtentwöhnten der Galuth- Neu? — Es soll willkommen sein, wenn es anp ist. ' nacht den ersten Mond ihrer Freiheit begrüßen, wenn es dem entspricht, was die Thora als des Lebens! ca? rna mm Hiermit sollte nach der Auffassung Ideal und anzustrebendes Hochziel hinstellt. 1 unserer Weisen ausgesprochen werden: ".t cadv Israel ist berechtigt und verpflichtet so zu prüfen 'Ihr habt die Zeiten, und nicht die und bhrmit «np zu ergänzen, denn Israel ist der von 1 Zeiten haben euch zu bestimmen! Gott geheiligte, der vom Schöpfer der Zeiten für seine l In kalendarischer Hinsicht findet dieser Satz seine Aufgabe vorbereitete und ausgerüstete Priester der : Anwendung in dem merkwürdigen Akte des durch San- Iahrtausende anpa *pa. j hcdrin zu vollziehenden vnnn «mp bei dem die Thora- Welche Weihe oder Heiligkeit sollte dem verjüngt j Vorschrift bezüglich Nichterkompetenz und Zeugeaerscheinenden Mondlichte innewohnen, wenn diese nicht evidenz maßgebend und auf die Bestimmung der omro kommt von dem Botte, dem die Gottesweihe der Welt und der Erscheinungen in ihr aufgetragen ist. Das ' Licht erneut sich! Leuchtet dieses Licht nach Gottes Gesetz? Gewiß! c-rpcfl zw wr rr°w cn? fw fcn pn Hat ja Gott diesen Lichtkörpern vom Uranfang an Satzung und Zeitlauf zugelheilt, damit sie ihren Auftrag nicht ändern. Nun. so bleibt bei allem Kreisen und Wandeln der in verjüngtem Lichte zu Tage tretenden Zeiterscheinungen das geofftnbarte Gottesgesetz und der Geist dieses Gesetzes, die Lehre, das Herrschende und der Zeitenwandel, in dem dieser Geist sich Ausdruck gibt, das Dienende in der Auffassung von Gott und Welt, in der geistig-sittlichen Bewerthung der vorwärts drängenden Geschichte des Tages und Jahrhunderts, jvn pn und nicht umgekehrt: pra sei nicht die Herrschaft des Zeitgeistes Predigt das verjüngt leuchtende Nachtgestirn den pa 'ccs den vom Mutterleibe an von Gott Getragenen, die Träger der Gotteseinheit und des aus der Sinailehre strahlenden Gottesgeistes sein sollen. Auch den blendend hell leuchtenden Tagesgestirnen an» Himmel der Kunst und Wissenschaft ist das r»* »r' kV erpen als Norm mitgegeben auf ihren Siegeslauf, p.-.: ja der „Zeitgeist" darf nie der Götze werden, vor dem sich Israel beugt. Die Zeit ist das Gefäß, das der Geist mit Inhalt erfüllt. Die Zeit, die wir leben, mit großem, erhabenem, heiligen Inhalte erfüllen — heißt die Zeit heiligen. Das Judenthum kennt nicht die Heiligsprechung einer Person oder Sache. Der Neumond wird geheiligt als Zeitmesser, und die Zeit ist heilig, wenn sie heiligen, von Gott stammenden. Gottes Willen verwirklichenden und zu Gott führenden Inhalt birgt. So wurden ja auch die einzelnen, den Gottesdienst im Mischlan vermittelnden Geräte geheiligt, indem sie der berufene Ahronide mit dem von Gott gebotenen Inhalte erfüllte. Auch Moscheh. der größte der Menschen, hatte das Wohnzelt Gottes auf Erden nicht heilig gesprochen, sondern mit Heiligem erfüllt. Der heilige, unsere Zeit und Welt erfüllende Lebensgehall. ist uns „die Thora, die uns Mosche gevon normirendem Einflüsse ist. Größer noch ist die Bedeutung dieses Satzes: w csVb* hinsichtlich der historisch religiösen Individualität unseres Voltes. Er hat Israel sein selbstständiges Denken und Prüfen erhalten und es davor bewabrt. der „Kärrner eines Fatums" zu sein, der seinen Karren auf ihm fremden Gleisen herum schiebt, oder vielmehr von ihm und seiner Traditionen feindlichen Zeitgewalten geschoben wird. Am Ausgangsthore Mrzrajims, durch das Israels bisher willenlose Sklavenhorden zogen, erheb sich eine Säule mit einer für alle Zeiten wichtigen Inschrift. Der sich verjüngende Neumond beleuchtete die Inschrift; sie lautet: Das sind wir, und das wollen wir! Zeitungsnachrichten und Vorrespontzenzcn. Deutschland. Berti», 25. Aug. Nachträglich erst werden die interessanten Details einer Gerichtsverhandlung bekannt. die vor der 8. Strafkammer des Landgerichts I. stattgefunden hat. Dort hatte sich der Chefredakteur der antisemitischen „Deutschen Hochwacht". Thomas Hübbe. wegen groben Unfugs zu verantworten. Gegenstand der Anklage war das Weihnachtsslugblatt der „Deutschen Hochwacht", in welchem wörtlich gesagt war: „Verflucht sei jedes Stück, und Unheil bringe es jedem Hause, jedes Stück das von Juden gekauft ist!" Wegen desselben Flugblattes war der Angeklagte in der schösfengerichtlichen Verhandlung vom 9. April dieses Jahres freigesprachen worden; die königliche Staatsanwaltschaft hatte aber gegen das freisvrechende Urtheil Berufung eingelegt. Ter Staatsanwalt beantragte 30 Mk. Geldstrafe oder 6 Tage Haft, unter der Begründung, daß aus dem Blatte eine öffentliche.