Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 69 (29.8.1904)
- Date
- 1904-08-29
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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45. Jahrgang. Erste Aeilage zu Jf* 88 des „Israelit". perlen aus Bibel und Talmud.'» Aphoristisch aneinander gereiht. Bon Rabbiner I. Nobel—H alberstad t. XVI. ■7^ "ps -jxm n:zbr. rx nx-.n .er? mn V-.777! 712 paex f;ri je vr ,v~rr. rx jampc ^xmr?w |C72 -ne er ,renn enpc *pc me*x er® er. .rem emne er* ,-rr ent ptmpc ^x*r* px exr ,bmr rpe cre*x •x;p Sr;tr rix enp .nepnr ,.m br nenn *?» ,=*^2 mp c’tmpc sw *e^ ( 2 x-.p-> rs rx er/ap 2 camp H cn".rn xs jrT “*xa ,rmpe x*n campe enr ne “2^ c*ee6 n m ,irr ^2 rx? jrren r,x imp rare .r-rn ^22 meV: rs ,pen? m. ne xbx .jenp^i xcb nrc ".n b*2* ,cerpe nem tmpr ce»2 rnpre rem tmp Vr ara 2 ^2pc;nrn trn H21 *rn ^22 naxr nn» x 'c: p» x ncren caz ,rnpne enprt je xScre xmrz 'r.n ex*. fenpre nex ,vnnn rix campe*, rennp zw bxw* ner nc2 nnx nx vnpe rm xSx ,vnpe *;x *c»b*. *:x ernp :x nrpn mp -2 remp ernm sts 72b prx campe cm bxw' bvrisr nfear. er*? map r.nir ns* mn jr. ,C2irnpe *n rx!mxc2 ,rn.nn nx vr^b bxw' fraann *nr (2 2 c'^nn) .r sc ,~2~ rer» „Dieser Neumond sei Euch der erste der Monde." — Wer den Neumond erblickt, wie hat der die Segnung zu sprechen zur Zeit, da Israel den Neumond heiligt? Einige der Rabbanan meinen: „gelobt sei Er. der die Monde erneut"; andere meinen: „gelobt sei Er. der die Monde heiligt"; noch andere aber meinen: „gelobt sei Er. der Israel heiligt." Wenn nickt Israel den Neumond heiligt, so ist nicht das geringste Heilige an ihm. Verwundere Dich hierüber nicht. Siehe, der Allheilige, g. s. Er, hat Israel geheiligt, wie es heißt „Ihr sollt mir Heilige sein, denn Ich, der Ewige, euer Gott, bin heilig." (3. B. M. 20.) Weil nun Israel dem Himmel geheiligt ist. darum ist dos. ums es zum Heiligen macht, auch wirklich heilig. Geh hin und lerne das von den Bedienungsgcräthen. Mosche hatte das Wohnzelt ein für allemal geheiligt, und die dazu gehörigen Bedienungsgeräthen, wer heiligte diese? Konnte denn Mosche jedesmal kommen und sie heiligen? Nein. Aber sie verfuhren so dabei: Der Ahronide fing mit dem Geräih heiligen Inhalt auf. und das Geräth wurde von selbst heilig. Gerade so hatte ja Mosche es geheiligt mit dem Blut vom Altar oder dem Wein des Gußovsers oder dem Mahl der Hnldigungsgabe, die #) Fortsetzung aus Ar. 88. hatte er in das an sich gemeine Gesäß gegossen, und das gemeine Geräth wurde heilig. Wenn nun ein gemeines Geräth dadurch, daß es von heiligem Inhalt erfüllt wird, selbst heilig wird, wie erst Istael. das heilig ist, und da§ den Neumond heiligt. Der Allheilige sprach: „Heilig bin Ich; wie soll Ich Mir Heiligkeit zueignen? Ich will Israel zum heiligen Volke machen, und dieses soll Meine Heiligkeit bewähren!" Darum heißt es: ^Ilnd ihr sollt Mir heilig sein, denn heilig bin Jet 'n, der euch heiligt." So sprach es auch David aus: „Und Du. Heiliger! der thront über den Lobgesängen Israels." (Psalm 22.) Und wann fing Israel an. den Neumond zu heiligen? Das war in Aegypten. So steht es geschrieben: ..Dieser Neumond sei euch der erste der Monde!" (Schemoth rabba, Kap. 15.) Erklärung. Zeiterneuerung — Zeitheiligung durck ein von Gott geheiligtes Israel. Das ist Israels Lebensprogramm. Jeder neue Mond und jede neue Stunde steht vor Gott und harret seines Geheißes, wie die erste Weltminute am ersten Schöpfungstag. Kein Sein und kein Werden ohne den Werderuf Gottes, so am Himmel droben, so auf Erden unten, so in der Natur und so in der Geschichte. Was von Gott ausgeqangen. soll zu Gott zurückkehren, die treibenden, zermalmenden Gewalten und die leise zitternde Regung, die Geistesmächte und das Erdenstäubchen und der Mensch — Geistesmacht und Staub zugleich. Alle Veränderungen und jede Neugestaltung der geschaffenen Wesen, ihr Kommen und Gehen, ihr Leuchten. Streben. Wirken und Verschwinden, die ganze große Entwicklungsbahn der Körper und Kräfte, alles ist Vorbereitungsstufe zur Erreichung der Nollendungshöhc. auf der das Geschöpf zu dem geworden und das vollbringt, wozu des Schöpfers Wille cs bestimmt hat. Dieses sich Dorbereiten angesichts und zwecks hoher, ewiger Ideale, die göttlich sind, nennt unsere Sprache: trnp — Wenn Gott seinem Volke befiehlt: erenps 'n *;x »mp '2 camp H errm so bedeutet daS nicht: seid übermenschliche, heilige Wesen, sondern: machet euer Wollen. Denken und Thun unterthan dem göttlichen Willen, der Erhabenes, Göttliches in euch und in eure Welt gelegt, da Er euch und eure Welt mit scinem Odem belebt und mit seinem Gesetze bedacht hat. Gott schuf die Welt nach seinem Willen, und Israel mit der Thora in der Hand ist Dolmetsch und Träger dieses Willens. Das alte Israel schließt sich nicht ab von den Erscheinungen und Forderungen der Neuzeit. Es begrüßt, es segnet sie symbolisch in jedem neu verjüngten Monde. Israel huldigt aber dieser Verjüngung nicht um ihrer selst willen, und es betet die Neuerscheinungen nicht an,