Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 69 (29.8.1904)
- Date
- 1904-08-29
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1466 Krakau ergreifen, obwohl er zur Zeit keine Ahnung von dem Wege habe, den er einschlügen muffe. Der Greis und der Jüngling verabredeten nun alle Einzelheiten der Flucht. Der Graf werde frühestens acht Tage, nachdem Ignatius geflüchtet sei. von dessen Fehlen Kenntnitz erhalten. Bis dahin sei er aber längst im Hause von Rabbi Elimelech geborgen. Pappenheim, der die Richtung zwischen Tisza Füred und Krakau ganz genau kannte, schätzte die Entfernung für einen guten Reiter auf fünf höchstens sechs Tage. Von Tisza Füred nach Miscoliz am ersten Tage, dann nach Kirchdrauf. Pudlein. Dobra und Krakau. — Ignatius — so wurde verabredet — solle den Kutscher mit eine,« Pferde in Tisza Füred warten lassen, er ' solle angeblich nach Szegedin weiter, in Wirklichkeit j aber gerade in der entgegengesetzten Richtung nach Miskolz. Ignatius hatte in der Nacht seine Sparkasse nachgezähll. sie enthielt 2850 Gulden. Von diesem Äeldc händigte Ignatirls 385 Gulden Pappenheim ein und rietd ihm, sobald er wieder nach Veßprim gehe, dieselben bei Tusinenih zu deponiren. damit man nicht soviel Geld bei ihm finde. Eine tiefgehende Meinungsverschiedenheit machte sich noch bei der lieberlegung geltend, ob und in welcher Form sich Ignatius von seinen Pflegeltern verabi schieden sollte. Ignatius in seiner geraden, offenen Weise, wollte seinen Pflegeeltern von Tisza Füred aus schreiben, dass er in Erfahrung gebracht habe, er sei Jude und wolle deshalb zum Glauben seiner Eltern zuriietkehren. Seine Pflegeeltern mögen ihm diesen Schritt verzeihen, er könne nicht anders, so dankbar er auch für alle Wvhlihaten sei. mit welchen sie ihn überschüttet haben. Es kostete Pappenheim große Mühe, den Jüngling von' diesem Vorhaben abzubringen. Er wies darauf hin. wie er erstens es seinen Pflegeeltern auf diese Welse erleichtere, seine Spur aufzusuchen, wie er zweitens dann wieder die Juden gefährde,. die man dann ohne Zweifel der Mitwissenschaft verdächtigen werde. Mit Rücksicht auf diesen Punkt hatte er sogar gerathen. die Flucht nicht sofort jetzt nach der Veßprimer Reise zu ergreifen, weil man leicht hier eine Verbindung vermuthen könne. Rur der Wunsch des Rabbi, keine Zeit unnöthig verstreichen zu lassen, habe ibm über diese Bedenken hinweg geholfen. Er dürfe sch also gar nicht verabschieden, weder mündlich noch schriftlich. Seine Pflegeeltern müssen den Eindruck' gewinnen, als sei ihm ein Unglück widerfahren, ein Gedanke. mit dem sie sich viel leichter aussöhnen, als mit einer Rückkehr zum Judenthum. Ignatius machte dagegen geltend, je geringer seine Pflegeeltern über Juden und Judenthum dächten, um so einziger stehe die Auszeichnung da. mit der sie ein Judenkind adoptirt, ihm ihre Güter und Millionen, ihre Titel und ihre Grafenkrone übertragen hätten; diese Fülle von Wohltbaten könne er doch nicht so lohnen, indem er sich obne ein Wort des Dankes aus dem Staub mackse! Er dürfe gar nicht an den Schmerz und die Verzweiflung denken, welche diese Flucht den Wohlthätern seines Lebens in ihren alten Tagen bereite. (Fortsetzung folgt.) Wochen-Kalenöer. Freitag» 3. September. 22. Elul. Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 6 Uhr 45 Mn. *««*««, 4. September. 23. Stuf, tSm o*asu Sabbat-Ausgang in Mainz tu Frankfurt a.®L 7 Uhr 55 Min. - Berlin 7 Uhr 87 Min. - München 7 Uhr 32 Min. - Stuttgart 7 Ubr 42 Mi,u — Stratzburg 7 Uhr 50 Mn. — Dosen 7 Uhr 25 Min. - Stettin 7 Uhr 36 Min. - BreSlau 7 Uhr 14 Min. — Nürnberg 7 Uhr 35 Min. — Men 7 Uhr 18 Mtn. - Dari« 7 Uhr 10 Min. - Drag 7 Uhr 25 Mn. Sonntag. 5. September, ,'o,:wo. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Hontas« nntl Donnentag«, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Ma,k ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt aanzjahrlich. halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — vrr Buchhandel verkehrt durch V. 5. S l ein ack er, Leipriy, Notzplatz )V. — Inserate25 Pfennig die viergcspaltene Nonparcillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Dtrecte Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen Lsterr., für'S Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einfendcn. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchcnde und sonstige Interessenten können ans Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erschcinende^Kletne Ausgabe deS JSraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. 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