Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1904-08-25 · Heft 68 (25.8.1904) · page 18

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 68 (25.8.1904)
Date
1904-08-25
Page
– (sequence 18)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2446951-2449986-2450049--61308-2524093
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

1452 drücken, die besser vermieden waren, zu deutlich hervor. Im Wesentlichen wird nur das Christenthum als „Glaübe" berührt: wo das Judcnthum angezogen ist. lassen sich mehrfach Unrichtigkeiten konstatiren. Das Büchlein bringt eigentlich nichts Neues. In einer Beilage glaubt der Verfasser seine Theorie der „Lichtnärineenergie als Urgrund der Welt" gleichsam selbst entschuldigen zu müssen. Diese Lichtwärmeenergie ist ihm die Gottesidee. Aber selbst dieser legt er Ällgegenwart, Allwissenheit etc., sogar Selbstbewußtsein und natürlich Allmacht bei. Er gesteht, ohne seinen Gott nicht bestehen zu können und noch zu beten, wie einst als Kind. Es sind also gleichsam nur phantastische Spekulationen mit Worten. Ideen. Begriffen, stets aber wieder, vielleicht unfreiwillig, zu positiven Resultaten führend. Das Büchlein liest sich gut und halt das Interesse wach bis zum Schluffe, aber eben etwa nur in derselben Weise, wie etwa die bekannten populären Darstellungen der Entstehung unseres Sonnensystems aus dem Weltnebel oder dessen Untergang durch Nachlassen der Zentrifugalkraft und Erstarrung und dergl. — Eine Verständigung zwischen Wissenschaft und Glauben in der vom Verfasser gedachten Weise dürfte kaum zu erwarten sein. Jedenfalls liefert es aber den indirekten Beweis, daß alle Wissenschaft doch stets wieder zum Gottesbegriff führen muß und so auch zum Glauben. L. A. Tas Wesen des wahren Judenthums, des Senntismus oder Sozialismus. Zur Klärung der Geister des Bibel- und Babelstreites. Bedeutungsvoller Faktor zur Frauenfrage von Martha H o w e - P e u s ch e l. Ermaß. Preis 25 Pfg. Die Broschüre soll eine Berichtigung und Ergänzung von Harnack's „Wesen des Christenthums" bilden. Die Verfasserin sieht das wahre Christenthum (nicht Kirchentbum) in dem wahren Semitismus. Judenthum (ohne rabb. Beiwerks. Sozialismus oder Edelanarchismus. Die Schrift, jedem positiven Bekenntniß abhold, enthält Wahres und falsches. Phantastisches und Unverstandenes etc. in bunter Mischung. Sie erinnert in ihrem Wesen an jenen amerikanischen Reverend, der in der Kirche wie in der Synagoge seine Osterpredigt halten konnte, worin er den Messias als die Idee der Humanität und Aufklärung, Amerika aber als das gelobte Lanh erklärte, dem dieser Messias gekommen sei. Wir müssen es ablehnen, unseren Begriff vom „wahren Judenthum" mit den hier niedergelegten Begriffen identifizirt zu sehen. L. A. Jüd. Lexika. Tk© Jom Inh Eocyclopacdla. Verlag äfunt & Wagnalls Company. London und Newyork. Dank der erstaunlich zweckmäßigen Arbeitsorganisation. die sich auf mehrere Hundert über alle Länder derErde vertheilte Gelehrte erstreckt, schreitet das großartig angelegte litterarische Unternehmen überraschend schnell vorwärts. Soeben ist der siebente Band, die Artikelreihe von Jtaly bis Leon umfassend, ausgegeben worden, und nach dem bisher eingehaltenen Tempo zu schließen, in welchem die einzelnen Bände auf einander folgten, kann mit Sicherheit angenommen werden, daß mit dem beendeten nächsten Jahre das gesummte Encyklopädiewerk zu Ende geführt sein wird. Ein bleibendes Ruhmesdenkmal in erster Linie für di: aufstrebende amerikanische jüdische Gelehrtenwelt. sodann aber auch für die Opferwilligkeit der amerikanischen Juden, ohne welche das riesige Unternehmen nicht hätte durchgesührt werden können, wird diese Encyklopädie voraussichtlich für sehr, sehr lange Zeit die einzige in ihrer Art bleiben. Schon von d'esem Gesichtspunkt aus betrachtet, wird sich das ungemein umfassend angelegte und in allen seinen Einzelheiten sorgfältig durchgearbeitete Nachschlagewerk als ein nicht zu entbehrendes litterarisches Hilfsmittel in der Werthschätzung der Gelehrten wie der rasche Belehrung suchenden Laien dauernd behaupten. Aus der Zahl der in dem vorliegenden Bande eingereihten Artikel heben wir die über Jerusalem, Jeremiah. Job. Jonah, Josua, ferner die Essays über ...lewish Qnestion in Kussie“. .,The Jews of Kentucky“ und vor allen» den Aufsatz über.^68U8ok^nrrni'6tß" hervor. Von den mit besonderer Sorgsamkeit behandelten biographischen Artikeln seien hcrausgehoben die der Politiker Johann Jacoby, Ferdinand Lassalle, Eduard Lasker. ferner des großen Mathematikers Karl Gustav Jacob! und — last not least— des Gründers dieser Blätter Dr. Lehmann s. A. Die typographische Ausstattung, die beigegebenen vielen Karten. Illustrationen, die Porträts zeugen bestens für die hohe Entwickelung des amerikanischen Druckereiwesens. Es gewährt ein wirkliches Vergnügen für jeden Bücherfreund, in diesen prachtvollen Encyklopädiebänden herumzublättern. An der Vornehmheit der Herstellung muß sich jedes Bibliophilen Aug' und Sinn förmlich erquicken! I. St. Pädagogik. 'trp*/- Auswahl biblischer Lesefiücke in hebräischer Sprache von M. F r e s c o. Direktor der israelitischen Schule in Galata-Konstantinopel. II. Theil, 0.60 fr. (50 Pfg.) Der Verfasser empfindet es nach dem beiliegenden Prospekte als einen Ucbelstand, daß die Schüler zum jüdischen Unterrichte umfangreiche, schwere Bibelwerte mitschlevpen, da sie ja doch den ganzen Bibelinhalt in einem Schuljahre nicht bewältigen können. Er will in seinem viertheiligen Merkchen (Band I. Pentateuch. Band U. Erste Propheten. Band IN u. IV. Letzte Propheten und Hagiographen in bunter Reihe) den'

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.