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Der Israelit · 1904-08-25 · Heft 68 (25.8.1904) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 68 (25.8.1904)
Date
1904-08-25
Page
– (sequence 10)
Language
German
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1444 ihren Tribut der Anerkennung und Achtung zollen und daß ihnen bei allen Verhandlungen im Geiste diese Männer vorschweben. Redakteur Saly Geis-Franksurt a. M. überträgt die Rede in's Deutsche. Herr Fischer- Papa begrüßt die Gäste in ungarischer Sprache und beantragt ein Huldimmas telegramm an S. M. den 5lönig von Ungarn abzusenden. (Angenommen.) Herr Samuel Vettelheim betont und betheuert. daß hier kein verletzendes Wort gegen die Rabbinen. die den Aufruf „x*np rpM unterschrieben haben, fallen dürfe. Er begrüße die Versammlung im Namen m u*;x isrx rxi rrs w *rx rx sowohl im Namen der jüdischen Bevölkerung als auch im Namen der im „xi?p Unterzeichneten Rabbinen. Denn er weiß es ganz genau, daß die meisten der unterschriebenen so denken wie die hier Anwesenden. «Wer lacht da? Red.» Er könnte es verbürgen. Er sei in der vollen Gewißheit, daß sie alle zum Misrachismvs kommen werden. Des Weiteren führt er aus. daß der Misrackismus nicht im Gegensätze zum Baseler Pro- ' —gram in stehe. Der Redner wird von allen Seiten lebhaft acclamirt. Man schreitet zur Wahl des Präsidiums. Die Wohl hatte folgende Resultate: Präsident: Rabbiner Reines-Lida. erster Vizepräsident: Dr. Nobel, Rabbiner der Rel.-Ges. Leipzig, der einzige aus Deutschland erschienene Rabbiner, zweiter Vizepräsident: Rabbiner Landau-Botosnny. Nun wird Dr. Kahn-Wien, der Vertreter desgroßen Aktionskomitees, vom Vizepräsidenten Dr. Nobel herzlichst begrüßt. Derselbe gedenkt in herzergreifender Weise des verstorbenen Dr. Herzl. Die Versammlung gibt Zeichen der Trauer um den Hingeschiedenen. Herr Dr. Kahn- Wien begrüßt im Namen des Aktionskomitees die Versammlung und wünscht ihr die besten Erfolge. Er sagt (hebräisch), wenn uns auch die Ungarn von sich weisen wollen, wir werden sie dennoch als Brüder anerkennen,*) denn sie werden und müsien zu uns komnten. Wollen wir unsere Brüder im Osten als Zuden erhalten, so kann es nur durch ein gemeinsames Wirken sein. Die Devise, unter welcher man arbeiten kann, wird nur Zion lauten können. Es werden die Vertreter der einzelnen Landsmannschaften gewählt. Nun wird Herrn Dr. Nobel vom ztveiten Vizepräsidenten. der den Vorsitz übernommen, das Wort zu seinem Referate: „Zionismus und religiöse Gesetzestreueertheilt. Der Referent, der sich als schneidiger Verhandlungsleitcr erwiesen hat. kann vor lebhaften Begrüßungen erst nach einiger Zeit sprechen. Er schildert. wie der Zionismus die Belebung des jüdischen •i Pgl. baju die Artikel in der »Weit", worin cS Heini-. ..Wir werden sie Halle», wie man die Ainale» hast". Red. Volksgeistes in Bezug auf volks'virthschaftl'che Fragen, in nationaler Hinsicht, aber auch in Hinsicht auf das seelische Empfinden bedeute. Er hat zur Genüge beniesen. daß das jüdische Volk genügend Idealismus in sich bewährt habe. Der Idealismus des jüdischen Volkes habe sich in glänzendem Lichte gezeigt, nicht allein in der wirtbschaftlichen Frage, sondern auch in allem, was mit dem jüd. Wesen und jüd. Geiste zu sammenhänge. Dieser Idealismus hat neuerdings die Thatsache festgelegt, daß der Mensch nicht um des Breves willen allein lebt. Wenn es sich also im Zionismus nicht allein um das rein Politische handelt, dann ist es keine Frage, daß die Gesetzestreuen in den Fragen des Geistes und Wesens des Jüdischen ebenso auseinandergehen muffen, wie sie in politischer Hinsicht mit den Andersdenkenden miteinandergeben. Wer das Judenthum zum Weltfactor macht etc. etc., darüber müssen die Meinungen demgemäß verschieden sein. Eben darüber zu berathen sind wir zusammengekommen. Wir haben aber die Einheit mit allen unseren Brüdern ausrecht zu erhalten, weil es eben Momente gibt, in denen wir alle einig sein müssen. Das müssen wir konstatiren. Run wollen wir zur Sache übergehen. Wir sind hier nicht zusammengekommen allgemein zionistische Fragen zu behandeln, sondern zu fragen, wie wir die große Synthese in uns vornehmen den modernen nationalen Gedanken des Zionismus mit der alten ererbten Tradition zu vereinigen. Es darf in diesem Kongresse kein Wort des Tadels fallen gegen diejenigen, die uns so tief verletzt haben, verletzt an der Stelle, wo wir am leichtesten verwundbar sind. Wir. die wir so viel gerungen haben, Nächte durchwacht, wie wir die Synthese vorzunehinen haben, wir bedürfen noch immer der Festigung. Und da kommen sie und greifen uns an. Wir haben darüber lange nachgedacht und haben uns endlich dnrchgerungen.*) Wir müssen nur fragen, wie wir unser nationales Empfinden mit unserem religiösen Empfinden in Einklang bringen können, ja wie wir es durch dasselbe festigen tonnen. Wir fragen zunächst, ob das Bekenntniß zum Nationalen vor dem Forum der Welt zu rechtfertigen sei. Am Beginne des vorigen Jahrhunderts wurde alles Nationale verurtheilt. verdammt und als kulturstörend ertlärt, dagegen trat eine Reaction ein. Die Staatenbildungen sind der schlagendste Beweis. Andererseits wurde der Patriotismus als Argument gegen Zionismus. Patriotismus der unter der Wahrheit leidet, ist kein Patriotismus. Wenn der Nationalismus vor jedem Tribunal berechtigt iss, so ist das Bekenntniß berechtigt. Mehr berechtigt ist dieses Betenntniß. als das Bekenntniß der Beauemlicbkeit. Wird die Religion des Iudenthums als eine Weltanschauung betrachtet, so ist •) ES wäre doch sehr interessant z» erfahren, worin diese «anthese. nun wirklich besteht. Au» den ArrSsührungen de» Redners ist sie beim besten Willen nicht herauSzusmden. trotz der durchwachten Nachte. Red. d. ^Sr."

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