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Der Israelit · 1904-08-25 · Heft 68 (25.8.1904) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 68 (25.8.1904)
Date
1904-08-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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von brn konservativen Mitgliedern Karlsruhe's nicht einer an der Wahlurne erschienen und von keiner Seite dieser Richtung ein Wahlvorschlag gemacht worden ist. Wir meinen nicht die Mitglieder der Religionsgesellschafl. die aus dem Verbände der unter dem Oberratb stehenden badischen Iudenhcit ausgetreten sind, denn diese haben keine Berechtigung zur Wahl eines Spnodalmitalieves. AVer jene, die zwar die Synagoge der Religionsaesellschaft besuchen, aber noch zum Landesverbände gehören, und viele andere Mitglieder der großen Gemeinde, die Gegner der neuen Tephilo sind, batten einen Wabkvorschlag machen und vereinigt an die Wahlurne treten sollen. Wer weiß, ob nicht die Zahl 33 überschritten worden wäre. Und wenn nicht, so hatte man wenigstens das Bewußtsein seine Schuldigkeit gethan zu haben, man hätte Zählcandi daten. wie der Ausdruck bei politischen Wahlen lautet. Also s. G. w. das n ä ch st e m a l. Ungarn. Presrburg, 21. August. (Der ersteMisr a ch i st e n k o n g r e ß in P r e ß b u r g.) Vorbemerkung der Redaktion: folgenden Bericht erhalten wir von einem bewährten Freunde unseres Blattes, der so manche wichtige Frage schon mit klarem Sinn erfaßte und in diesen Blattern beleuchtete. Derselbe hat auch in der Frage des Zionismus von Beginn an mitgesprochen und auch dieser kurze aber markante Bericht verdient gebührende Beachtung. Ausführlicher Bericht unseres Spezialöerichterstatters folgt in der ersten Beilage. Der Bericht lautet folgendermaßen: Sie haben hier ihren Spezialberichterstatter. Dieser wird über den Verlauf des Kongresses den Lesern , des ..Israelit'' eingehend referiren. Ich bin es aber doch der groben Sache, die ich auch feit Jahren mit der größten Aufmerksamkeit begleite, schuldig, einzelne nichtige Momente bervorzuheben. die die wirkliche Situation zu marliren am besten geeignet sind. Warum sollen sich die gesetzestreuen Juden, die aesctzestreuen Rabbiner den Misrachisten und somit dem Zionismus nicht anschließend Das ist die große Frage, die nach Ansicht der frommen Zionisten noch nicht beantwortet iss. Run. man kann ohne Uebertreibung die Behauptung wagen, daß. wenn diese Frage bisher noch wirklich nickt gründlich beantwortet wurde, dieser erste Misrachissenkongreß selbst zur Klärung der Angelegenheit sehr viel beitragen wird. Die in der ganzen Diaspora als hervorragende G'daulim bekannten Rabbiner Ungarns mit dem Preßburger Oberrabbiner an der Spiße, haben jede Theilnabme an dem Kongreß verboten. Es kamen doch orthodoxe Rabbiner unter Leitung des Herrn Rabb. ReineS-Lida und sagten: Wir wollen die Kompetenz des Preßburaer Oberrabbiners als Tixn rwL speziell in Preßburg. die Kompetenz der ungarlandischen G'daulim in Ungarn für einen Augenblick susnendiren und in einer erninent jüdischen Angelegenheit von größter Tragweite mit der KraU und Autorität unserer heiligen Thora - die Misrachisten wollen doch alles nur n.it der heiligen Thora machen — eti: Enische»dung uc'»n, die doch zu mindest auch für ungarische, Juden, für gcseßestreue Juden, verpflichtend sein soll. 'Ln sLb \js pL na'.ki! Da kam mir neulich ein hebräisches Buch über den im vorigen Jahre zur selben Zeit in Krakau abgchaltcnen Rabbiverlongreß zur Hand und ich fand eine merkwürdige aber sehr charakteristische Analogie. Der Rabbinerkongreß wurde hauptsächlich zu dem Zwecke einberufen, um einen Weltverband glaubcnstreuer Rabbiner zu gründen. Der Krakauer Rabbiner war gegen die Gründung eines solchen Verbandes. Da einigte man stch. den Krakauer Rabbiner als Ehrenpräsidenten des Kongresses zu wählen, den Alerandriner ck<roßrabbiner aber als leitenden Rabbiner. um so die Gründung des Rabbinerverbandcs zu er möglichen. Der Krakauer Rabbiner wollte aber nicht einmal eine Diskussion über diese Frage zulassen und forderte ganz ^entschieden die leitende Präsidialwürde. Eine Deputation hervorragender Rabbiner sprach hieraus beim Alerandriner Großrabbiner vor. nebenbei bemerkt, eine talmudische Kapazität, ein Ehrfurcht aebietender Greis, ein hochgebildeter Mann und türkischer Pascha, und bat ihn, den Krakauer Rabbiner zu beeinslussen. daß er das Ehrenpräsidium annehme, damit die Rabbiner Verbandsfrage diskutrrt werden könne. Der greise Mann, der eine Iveite Reise durchgewacht, um speziell an der Gründung des Rabbiner- Verbandes tbeilzunehmen, antwortete mit der größten Rübe «nd Besck>?id-Lbeit:'wLp '<rrrrb *:x 'w: '»! Und zum Erstaunen Aller ptgie^r hinzu: 'yna xS m pK;wx "j'm sa xbr a-a-Li sa xb.nwrn. Und dabei blieb es auch. Die Misrachisten haben aber den Kongreß doch abgebalten. Aber zur Ehre der ungarischen v-rai und geseßesreucn Juden muß es bald registrirt werden, daß Delegirte, Zionisten. Misrachisten. Rabbiner und Zuhörer aus fremden Ländern impoktirt werden mußten. Bis auf einen einzigen Rabbiner einer kleinen Dorfgemeinde, ist kein einziger ungarischer Rabbiner erschienen. Selbst die Oberrabbiner von Papa und K l a u s e n b u r g . die ursprünglich die ganze Veranstaltung geplant haben, erachteten es in letzter Minute als Pflicht und Schuldigkeit nicht zu erscheinen. Der Klausenburaer Rabbiner schrieb an den Kongreß, er müsse die Kompetenz des Preßburger Oberrabbiners TN'vTi 's br resvektiren und könne diesmal nicht erscheinen. Auch der Papaer Oberrabbiner will feinen Standpunkt nicht ändern. Er war erst am verwichenen Donnerstag in Men und führte das zionistische Altionslomitee auf das Grab Theodor Herzl' s und sprach ein ergreifendes Gebet, ober zum Misrachistenkongreß kam er doch nicht, „aus allgemein bekannten

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