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Der Israelit · 1904-08-22 · Heft 67 (22.8.1904) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 67 (22.8.1904)
Date
1904-08-22
Page
– (sequence 18)
Language
German
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1432 könnte. Herr Schw. sagt sehr richtig, daß ein Harnack „durch all: Grgrnschriften. die sein „Wesen des Christenthums" hervorgerufen, sich nicht wird bekehren lassen. Jene Männer sind durchdrungen von christlichem Geist, von christlicher Anschauung, zuerst Christen und Förderer ihrer Anschauung, dann erst kommt der gelehrte Forscher." Hierzu erlauben wir uns zu bemerken, das; auch unsere Religions-Wissenschaft keine „voraussetzungslose" ist, und sie will es nicht sein. Das Judenthum braucht nichts zu beweisen, es erklärt sich nicht als Wissenschaft. sonc»ern als Glaube.*) . Als von den verschiedensten Seiten und Richtungen das jüngst erschienene „Jahrbuch der jüd. literar. Gesellschaft" besprochen wurde, hat man mit Recht und ohne Widerspruch dasselbe nach diesem Gesichtspunkte rezenfirt. (Vergleiche auch die Art. „Bibelkritik" in Nr. 64. 65 und 67 Jhrg. 1903 d. Bl., ebenso „Judenthum und Wissenschaft" in Nr. 35 d. gleich. Jhrg.. die „Wissenschaft des Judenthums" in Nr. 93 1902, ferner „Bibelwissenschaft und Rechtgläubigkeit", ein Abgrenzungsversuch. von Rabb. Dr. Ludwig A. Nosenthal in Preuß. Stargard. besond. den Schluß dieser Abhandlung.) Herr Schw. sagt ganz wahr, daß jene gelehrten Forschungen „zumeist für diejenigen Kreise bestimmt sind, die in denselben Anschauungen leben. Sie werden nicht über die theologischen Kreise hinausgehen, für die große Masse ist es überhaupt unverdauliche Speise." Also! Haben Herr Dr. Cahn, Breuer und Konsorten andere Gedanken geäußert? Warum nun der große Kampf? Auch für den Lehrer, der ohne tüchtiges und ausreichendes Quellenstudium an jene Werke herantritt. bleibt es „unverdauliche Speise." Wir haben tausend Mal eher die Kelle zum Aufbau im eigenen Lager nöthig, als das Schwert zur Abwehr. Die vrotestantische Theologie wird immer protestantisch, die katholische katholisch bleiben, wir können keinem unsere Anschauungen aufdrängen. Herr Schw. hat daher den Nagel auf den Kopf getroffen, wenn er behauptet, .wir sind andern zu viel nachgelaufen; indem wir das Gute nehmen möchten von jeder Seite, haben wir die Toleranz zu weit getrieben. „Ein Beispiel nur für viele:" — sagt Herr Schw. — „In Vorträgen, in Schriften, die die Bibel zum Gegenstand haben, werden citirt: Rcuß. Zittel. Hengstenberg. Bengerke. Olshausen, Wellhausen. Wette. Delitzsch. Hupfeld. Hitzig. Cheyne. als hätten diese wirklich am Sinai gestanden und die Thora aus erster Hand empfangen. Ohne Herder ist gar keine Poesie der Bibel mehr denkbar. Daß aber Raschi, Nachmanides. Raschbam, Siporno, Jbn Esra, Malbim. Mecklenburg, Hirsch, sich um die Erforschung *> Merkwürdigerweise hat dielen Gedanken ein baqr. Abgeordneter als i» der Kammer s« München fesrn Sfultuäetat die Forderungen für die tdeoloa. Lehrstühle berathe» wurden, an», aelvrochcn. Der schlichte Volksvertreter meinte: Die Theologie Nt gar keine Wissenschaft, sie ist Glaube. drr Bibel verdient gemacht haben, das wagt man gar nicht zu erwähnen. Kommt man heute mit der hausbackenen Anschauung, die Thora ist c'szrr p, sie und alle ihre Auslegungen rraae» •‘o ^31 ktj sind als *rsc rvc? rcbn zu betrachten, wird man ausgelacht ob solchen naiven Glaubens." Sind das nicht die Grundgedanken der Verurtheiler des einseitigen Exposes? Sind die Rabbinen. welche dagegen opvonirten deßhalb Streitlustige und „Ueberfanatiker"? Heute spricht Herr Schw. nur von dem „vermeintlichen Gift" jener Schriften, das durch e*nn von S. R. Hirsch, r.bnn v. Malbim und Dr. D. Hofsmanns ..Die wichtigsten Instanzen" paralysirt wird. Jene Schriften aber sind eben todtgeschwiegen in Dr. G.'s Expos«"-; und wer sagt denn, daß jeder auch die Paralysirung vornimmt? Wir stimmen Herrn Kollegen Sckw. zu, daß ..Jungisrael" 100 Mal eher nichtjüdische Autoren citirt als Raschi, Nachmanides, Raschbam. Jbn Esra. Malbim, Hirsch u. s. f. Und eben deßhalb muß logischer Weise zugegeben werden, daß eine Warnung am Platze war. Diese Schriften sind bestechend und verführerisch und sollten — wenn sie doch einmal gelesen werden — stets im Vergleich mit einer jüdischen Gegen schrift, am besten unter persönlicher Anleitung benützt werden. Das gilt für Rabbiner genau so wie für Lehrer. Muß denn eine Versuchung gewagt werden? Daß aber eine Versuchung vorhanden und schon mancher ihr erlegen, wird doch niemand bestreiten! Man hätte doch nur einmal sich die Frage zu stellen brauchen: Wie kam denn Maybaum dazu, zu sagen, „die Thora ist nicht göttlich, sondern aus verschiedenen Quellenschriften entstanden, die zu verschiedenen Zeiten und in verschiedener Tendenz abgefaßt wurden? Wie kam er dazu, zu behaupten, das jüdische Prophetenthum stutze sich auf die heidnische Mantik?*) - Wie kam er dazu, uns in seiner „Methodik" zu rathen, den Kleinen im zarten Alter die Wunder der Thora als solche zu erzählen, aber dann die gereifte Jugend aufzutlären. daß das alles nur Sagen und Mythen der altisraelitischen Volkspoesie seien?! — Gewiß hat er di«-s nicht aus der Zeit, als er noch nnz war auf der Eisenstädter ra’Br»! Warum hat man sich nicht diese einfache Frage gestellt, und sogleich den Stab gebrochen über die Rabbinen, welche beregte Schriften als bedenklich und gefährlich hinstellten für die. welche sie lesen? Wenn man an das Beispiel Maybaums denkt, wird man da widerstreiten wollen, daß dies bei jedem Lehrer nicht ebenso sein kann? (Ich spreche hier vom orthodoxen Standpunkt, nicht zur „Bekehrung" Andersgesinnter, sondern zur Bertheidigung unserer gegentheiligen Ansicht.) Freidenker gab es zu allen Zeiten in Israel. Nie aber, so alt unsere Geschichteist. wird man ein Beispiel finden, daß ein nvv ~ •r^fer leugnet M. offen, den 0L u. 8. unterer janpv" oder Wnrjeld. kr- GlaubenSlebr-n. Beileibe nicht soll man aber von einem r 2 sprechen'.'. Wo bleibt die Logitt

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