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Der Israelit · 1904-08-22 · Heft 67 (22.8.1904) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
45 (1904)
Issue
Heft 67 (22.8.1904)
Date
1904-08-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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1425 Sehr eingehend beschäftigt sich der Bericht mit der Möglichkeit in Palästina Baumwolle zu pflanzen. Konsul Dickson hält die Baumwollentultur im heiligen Lande kür Wahl rentabel. Da Land liegt in der alei chen Breite rvie die Baumwolle erzeugenden amerikanischen Staaten, ft Sima und Boden in Palästina sind für Baumwollentultur günstig. In deuFelbcn Bericht macht noch Vize Konsul Fulanga die englischen Wcinbändler auf den Palästina, U'kin aufmerksam. der namentlich in der jüdischen ft olonie Rischon Lcrion bei Iafta in verschiedenen Sorten und Qualitäten erzeugt wird. Die Produltion ha! im Berichtsjahr bereits »0 Hektoliter jährlich erreicht und wird van den Produzenten zum größten Dbcil nach Hamburg verfrachtet. Der Vize.ftonsul rath den englischen Weinhändlern. einen Sachverständigen nach Jaffa zu entsenden, damit dieser den Wcinervort nach England organisire. 'Kersonatien. Frankfurt n. Q. Den? praktischen Arzt' Dr. mcd. Glaser ist der Ebaraktcr als Sanitätsrath verliehen lvorden. Herr Dr. (Glaser ist seit einer Reihe von Jahren auch gleichzeitig dirigirender Arzt der inneren Station des kriesiaen städtischen Krankenhauses. Fast ausschließlich nach seinen Angaben und reichen Erfahrungen wurden seinerzeit die neuesten Einrichtungen bei dem Neubau des ftrankenhauses getroffen und ist ihm anläßlich der vor etwa acht Jahren erfolgten Einweihung der ftronenordcn vierter ftlassc verliehen worden. Ncikarbischoföhcim. 17. Aug. Herr Gotilieb Q p p e n h e i m e r . der seit nahezu -‘50 Jahren an der Spitze unserer Gemeinde steht, während dieses Zeitraumes die Angelegenheiten der Gemeinde in musterhafter Weife verwaltet und sich um die Hebung der Gemeindeinstitutioncn sehr verdient gemacht hat. ist wegen hohen Alters von seinem Amte zurückgetreten. Unsere oberste Behörde. Großh. Qberrath in Karlsruhe, hat in Anerkennung der verdienstlichen Wirksamkeit des Herrn Qppenhcimer demselben eine künstlerisch ausgestattcte Mappe mit 10 schönen Bildern. ..Bilder aus der Synagoge", überreichen lassen. Das in anerkennendsten Ausdrücken abgefaßte Begleitschreiben spricht den Wunsch aus. daß sich Herr Qpvenheimer noch lange der Frucht seiner Arbeit in dein Gedeihen der isr. Gemeinde erfreuen möge. Auch lotr schließen uns diesem Wunsche mit ganzem Herzen an. Heilikheim. Am 22. Ab verschied unser Ge meindeältester. Herr Seligmann Selig, welcher auch das älteste Mitglied der crm nz bv ker-p icsn war. Er fnngirte viele Jahre als *jrn bvz und war von Glaubenstreue und Gottvertrauen erfüllt. Derselbe versäumte keinen Gottesdienst und wurden besonders die Gebote der Sabbatbweihe und der Gastfreundschaft in mustergültiger Weise von ihm geübt. Außer seiner tiefg« beugten Gattin und seinen Verwandten, trauern seine zahlreichen Freunde, sowie die Gemeinde. rv2XJH WtthklliiW» aus Den W. ^rienaeniaei nab für blrftlben. (Tämwiliche jüv. Wanderbettelverelne und Kasse» für Durchreisende sind gebeten uns Mitthektnnge» über Erfahrungen, die sie ans dem Gebiete ihrer Dhätigkeit machen, zukommeu zu lassen.) Bitterfeld (Pr. Sachsen). 18. Aug. Am nr» e kam Freitag Abend zuvor längst nach Beginn des rzv ein Mann zu mir. angeblich aus Misrowitz bei Kischinew und bat um etwas Abendbrot. Da von der Sabbat Mahlzeit nichts mehr übrig war, so gab ihm meine Frau ein Glas Wein uir^ Brod. Während er dieses verzehrte gab er an. leidend zu sein, oblvohl sein Aussehen seine Angabe Lügen strafte. Da er auch angab, daß er gänzlich ohne Mittel sei. um sein Cchlafgeld zu bezahlen, so gewährte ich ihm auch dies. In der Herberge zur Heimath hier, wo er logirte legitimirte er sich als Levi Heimann, Lohgerber aus Nordjennes (England). Auf mich machte er den Eindruck, seinem Dialekte nach, eines Ruß-Polen. Am Sabbat-Morgen vor Beginn des Gottesdienstes. ich war gerade wegen eines Kindessterbfalles 'abwesend, kam dieser Gauner wieder und bat meine Frau um den Schlüssel zum Betsaal. angeblich um zu dabenen (beten), anstatt dessen benützte er die Gelegenheit des Alleinseins, erbrach die Zedokoh Büchse. beraubte sie ihres Inhaltes im Betrage von ungefähr 10 bis 12 Ml. und verduftete. Ich vermuthe. daß er je nach Berhältniß und Gelegenheit verschiedene Papiere vorlegen lann, die alle falsch sein werden. Sein Alter gibt er auf 41 Jahre an; l®ßö geboren. Körperstatnr gesetzt und kräftig. Gesundes Ausselzen. schwachen Ansatz zu Schnurr- und Backenbart. schwerfälligen Gang, da er Plattfüße hat. Stimme leise, pilbsend und krankhaft. Seine Kleidung bestand aus einem defekten, etwas schmierigen, schwarzen Gehrock und schwarzen steifen Hut. Einen alten Sommerüberzieher und eine alte Hose trug er über dem Arm. Es wird höfl. gebeten, beim Beir,ten der Unte:- stühungskassen diesen Menschen verhaften zu lassen. Julius Hirsch, Canior.

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