Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 45 (1904)
- Issue
- Heft 67 (22.8.1904)
- Date
- 1904-08-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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1419 fIflrattp’). Der Redner glanbte, die Annahme der Stiftung. die ans dem Kongress in Lindau erfolgte, könne rückgängig gernacht N'erden. da sic unter falsche»! Voraussetzungen erfolgte. Man möge sie datier de,» Erben ',nr Verfügung stellen und sagen, diele Be stimmnng Passt stch niif>i für die Gesellschaft, '^n der Versa mnllnng fanden ^icfo Ausführungen entschiedene Ablehnung. Herr S-öketand Berlin. tstclitimratt, Wal dener Berlin und Dr. Birkner München sprachen sich dagegen ans und bestritten namentlich die Behauptung einer antisemitischen Tendenz. Die Ablehnung sei jetzt, nach fahren, gar nicht mehr möglich. Herr Inn; schloss mit der Erklärung, er hätte nur verhindern wollen, das. die Sache überhaupt tadtgesch'viegcn werde. ^ricdlaud. Die Svnagoge dahier, noch ein Bau »verl ans der Glan;',eit dieser Stadt, soll demnächst abgebrochen weiden. Bor einigen Tagen waren die Vorsitzenden der Gemeinden Lieberose und Lübben hier, um nähere Bestimmungen über die WeiKgegenstände .Ul tressen. Der Vorhang aus pcrslschem Sammet komint nach Lieberose. der bronzene Kronleuchter und die übrigen Heilichhümer erhält die Lübbencr Ge n-einde. Alzcv, 18. Aug. 7oi diesem Jahre kann die hiesige israelitische Religio,lsgemeindc das NO iährige sstest ihres Svn.iaoaenbanes begehen. Schon seit Wochen wird in, Innern tleistig aearbeitet. um das Gotteshaus fast »wMändia neu und in schönster Weise hcrzurichtcn. Nach beendigter Tsertigstellung lost, wie inan hört, eine entsprechende Einwe»h»ingsseier statt finden. Aus Anlast des 2N iährigcn Jubiläum? fand am 10. und 11. Oktober im Jahre 1x79 eine kirchliche und weltliche Hcier statt, die damals in schöner und wiirdiaer Weise unter allgemeiner Bctheiligung aller Konfessionen verlief. Holland. Amsterdam. Der Kriegsministcr hat bestimmt, das; den jüdischen Soldaten ans ihren Wunsch an den diesjährigen jüdischen Herbstfeiertagen, wie folgt, Nr laub zu geben sei: 1. Denjenigen, die Anaebörige und Verwandte in ihrer Garnison haben. Befreiung vom Dienste am Neujahrsfeste. 10. und 11. September. Bersöbnungsfeste. 18. und IK.Scptember und am Laubhüttenfeste. 22. Septeinber bis 2. Oktober;u gewähren. 2. Den übrigen Soldaten einen Urlaub vom st September bis st. Oktober zu getvähren. st. Den Soldaten, die ans 10.. 17. oder 24. Sev terr.ber einen nnbestimmten Urlaub nachgefucht haben, diesen bereits am st. Sevtember beginnen zu lasten. 4. Den Militärpflichtigen, die am 2st. August. 1.. 5.. 7., 8., 12. und Ist. September eingezogen werden, eine Fristverlängerung bis zum st. Oktober zu gewahren. England. London, irv A»»g. Der Antisemitismus in unseren» Britanicn ist einen weiteren Schritt vorwärts gedrungen. 3« der Judenfragc. die schon seit 14 fahren nicht;nr Nnbe kommen wist, ist nunmehr auch Vu Schacht frage bni'.ugekommcn. Auf Veranlassung einiger Eorporati-n.m. »oelche die Einführung der jü dischen Schlachtniethode bei der Marine angeregt haben, hat die englische Admnalität im Januar dieses Jahres eine Engncte über die beste Schlachtmcthod; veran stallet Die Eo»n,niffion hat die Werke des bekannten Dr. Dembo stiidirt und zahlreiche Zeugen, darunter den Ehiefrabb» Adler und Sir Samuel Montag» ver nommen. Bei der Vernehmung des' letztgenannten Mengen, der als langjähriger Präsident des Londoner Scheckuta Komitees stch eine hervorragende Sachkenntnis; erworben hat. docnmentirte der Vorsitzende der Eommisiion eine solche Animosität gegen das Schächten. das das Urtheil der Eoministion von vorneberein allster Zweifel stand. Die Eonunisiion kam auch zu dem Ergebnis'., dast die jüdische Schlachtniethode für das Tbier überaus schrnerzhaft sein müffc und daher von, .Humanitären" Gesichtspunkte;>» verlversen sei. Die Eoministion betonte ausdrücklich, dast sie die sanitäre Seite der sfrage ganz anster Acht gelassen und nur die ssrage. welche Methode die am wenigsten schmerz hafte ist. berü-lstchtigt hat. Ein solches Verfahren ist aber nichts weniaer als ..buwan". da die Humanität in erster Neihe das Interesse der Menschen, tvelche glttes und aesiiudes Fleisch essen wosten. und nicht das des Bichs. dessen Tödtuna. gleichviel ob mit den» Messer oder niit der Keule, jed^nlast-s . inhuman" »st. Trotzdem aber die Admi»alitäi die sfrage sehr einseitig sindirt hat. haben d»'ch die englischen?tntisemiten die 0)eleacnbeit die Inden zu kränken mit Tfreuben ergriffen, an der Sitzung des Unterhauses vom 4. August ergriff ein Abgeordneter bereits die Gelegenheit beiin Schopf, uu, den Minister des Innern '.u fragen, ob und wann er e«n Gesetz. gegen das 'üdifche Schächten vorlegen inerde. Unterstaatssekretär Lonq erwiderte, dast er die Aiiaeleaenbeit noch nicht stndirt habe, dast er sie jedoch in» Auge bebalten tnerde. Den Inden in England sieben also neue bciste Kärnpfe bevor. Russland. Pcleröbnrg. (Refor,n der I u d e n g e - s e 1z e in Rnst. lan d.) A»n 8. August hat unter Vorsitz Wittes eine Sitzung des russischen Ministerkomitees stattacsnnden. in der die ^rage der Judengesltz.aebunq beratben wurde. Es wurde beschlossen, eine weitgehende Reform der ganzen Judengesehgebung, insbesondere aber die Abschaffung der Ansiedlüngsbeschränknnoen, lowie die Beseitigung der den Handel und Verkehr der Inden einschränkenden AusnahmSgcsetzgebung beim Aaren zu beantragen.