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Der Israelit · 1903-12-30 · Heft 103-104 (30.12.1903) · page 26

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 103-104 (30.12.1903)
Date
1903-12-30
Page
– (sequence 26)
Language
German
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2318 Tage von ihr trennen und zwar für volle drei Tage, denn Sabbat war der erste Tag "onsi ^:r\ Das Eine wußte er, die Mizwah durfte und wollte er nicht von sich weisen, umsoweniger, als in der ganzen Gegend kein zweiter Mohel zu finden war. Es war ihm nur bange, seiner Frau gegenüber das Verlangen zu stellen, die ersten Tage v", auf die sie sich schon so lange freute, getrennt von ihr verbringen zu müssen. Nun war guter Rath theuer! Wie er sich die Sache auch überlegte, er fand keinen Ausweg. Da kam seine Frau, eine hübsche, schlanke Gestalt, auf ihn zu und fragte: „Was hat denn die Post gebracht, daß Du so nachdenklich und ernst auf einmal geworden bist?" Schweigend reichte er ihr die Karte. Sofort beim Durchlesen derselben begriff sie, um was es sich bandelte. „Du willst meine Einwilligung dazu," frug sie scherzend ihren Gatten, „und wagst nicht, mich zu fragen? Ich hatte doch nie Gelegenheit zu beobachten, daß Du, wenn eine Mizwah an Dich herantrat, zaudertest, und selbst dann nicht, wenn selbst großer, materieller Schaden auf dem Spiele stand. Ich wußte noch gar nicht, welch' ein Pantoffelheld mein Herr Gemahl ist. Doch Spaß bei Seite. Du kannst Dir denken, wie ungern ich Jomtof ohne Dich verbringe, aber ich weiß. Gott geht vor und ich willige detzhalb auch gerne in die Trennung. Jedoch eine Bedingung habe ich und das ist: „die Hälfte des Lohnes der Mizi wah muß mir gehören." Mit Staunen und Stolz hatte Reb Jacob seiner Frau zugehört und sein Auge ruhte in Liebe und Freude auf seinem lieben Weibchen. Er mußte wohl erkannt haben in diesem Momente den hohen Werth einer wahrhaft jüdischen Frau. Am Tage des mz war unser Reb Jacob Gast im Hause des Herrn Rabbiners, denn nur bei diesem konnte er mit Ruhe Kost genießen. Während der Mahlzeit sagte der Rabbiner: „Heute habt Ihr einen doppelten "zv für Euere Mizwah, Reb Jacob!" „Sie irren sich," gab dieser zur Antwort, „ich habe heute sogar nur einen halben *oz? Er erzählte dem neugierig gewordenen Rabbiner die mit seiner Frau getroffene Vereinbarung. Da sprang der Rabbiner von seinem Sitze auf und sprach: „Wahrlich, Ihre Frau muß eine nnvr: ns'rr, eine echte rrx sein. Jetzt ist mir klar, wie jene Frauen gewesen sein müssen, von denen unsere Weisen s. A. sagen: „Ihretwegen seien unsere Väter aus Mizrajiin erlöst worden." —--—--- Diese und ähnliche Erinnerungen waren es, die mir unser Reb Jacob jüngst am ersten Jahrzeitstage seiner sel. Frau erzählte, und er wird es mir gewiß nicht verübeln, daß ich seine ihm so theuren Erinnerungen hiermit theilweise der Oeffentlichkeit preisgebe. Joseph Sänger. er Zeitgemälde von I. I. KrasMski in autorisirter Uebertragung. 64] Rach einigen Minuten trat Schmul wieder ein und ist auch kein Platz! Und in dem Hotel wird Nachts brachte Mord ko mit. Dieser, ein wirklich sehr unvisitirt." . __ scheinbares Geschöpf, verbeugte sich tief, grüßte und j . „Das wäre so was! Nein! Ich werde Euch dastammelte etwas, maß aber vor Allem mit den Blicken hin führen, wo niemals visitirt wird, und wo Ihr. Jakob vom Kopf bis zu den Füßen, als nehme er ein j wenn's ja einmal geschehe, doch ruhig schlafen könnt! Jnventarium über ihn auf.! Mein Absteigequartier ist sehr sicher!" „Er weiß schon Alles," sagte Schmul. „Man > „Und im^ klebrigen? Morgen? Bist Du Deiner braucht ihm nichts weiter zu sagen!" Sache gewiß?". „Ist's heut' noch möglich?" fragte Jakob. „Das ist eine Kleinigkeit!" sprach Mordko achsel- „Nein, Herr!" entgegnete Mordko langsam in gezuckend und sich zu einem Lächeln krümmend. „Durch brochener Sprache. „Bei Nacht ist's am schlimmsten! ' den Schlagbaum kann ich ganz Warschau führen, ohne Bei Nacht ist auch der Sicherste dort nicht sicher! Morz daß mich Jemand fragt! Sobald es dunkel ist, komme gen werden wir fahren zusammen." j ich und führe Euch in's Nachtquartier!" „Aber ich kann zu Hause nicht übernachten! Hier r Mordko verbeugte sich und schlüpfte hinaus. u8e.

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