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Der Israelit · 1903-12-30 · Heft 103-104 (30.12.1903) · page 25

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 103-104 (30.12.1903)
Date
1903-12-30
Page
– (sequence 25)
Language
German
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M?»I 4ffi?Pv4% n« MS® ifv7 L^%i| aouvUj/ für bflso^ |-OMO S ES^IjHh A S B N^f> 30. Dez. 1903.] Mr. 56. WWWWMWW MKÄ MM srs? beoxestd' rtJi Es war an einem schönen Herbsttag, kurz vor Jom Kippur. Reb Jacob, der sich gerade damit beschäftigte, seine „Sukkah" aufzurichten, freute sich doppelt des schönen Wetters. Das schon seit einigen Wochen herrschende trübe Wetter hatte ihn schon ganz verstimmt gemacht, mußte er doch befürchten, die „Mizwah schel Sukkah" nicht nach Vorschrift „mekajem" sein zu können. Die Bequemlichkeit, seine Sukkah mit einem beweglichen Dach zu versehen, kannte man damals noch nicht in dem kleinen Orte, von dem hier die Rede ist, und wenn cs regnete, mußte man ja befürchten, oft mehrere Tage hintereinander nicht in der Sukkah effen zu können; denn auch das allzudichte Decken der Sukkah ist uns untersagt, muß uns ja die Möglichkeit gegeben sein, durch das „Sechach" hindurch die Sterne über uns sehen zu können, damit sie uns gleichsam sagen können, daß wir vertrauensvoll auch in unserer schwachen Bretterhütte unseren Blick auf Gott richten können und sollen. Wenn wir bedenken, daß unsere Weisen sagen, der Regen am Suckaus sei ein Zeichen des Fluches dafür, daß Gott unsere Gebete an den „Jomim nauroim" nicht wohlgefällig angenommen hat, so ist es uns bebcgreiflich, daß das Gesicht unseres Reb Jacob strahlte angesichts des blauen Himmels und daß gleichsam ein Abglanz der ms bv rnct? auf seinem Antlitze ruhte. In dieser Zeit und in der Zeit vorher kam er kaum zu sich selbst vor vieler Arbeit.. Bald war es das Schlachten der „Capaures", bald das Binden der Lulefim, dann wieder das Vorbereiten der „Rigunim" für die „Jomim Naurojim", das ihn in Anspruch nahm. Denn Reb Jacob war nicht nurP<Schochet und Sofer, sondern auch nbcr. bvz ein lom und breit bekannter „Chasan", der nicht nur über gute Stimmmittel verfügte, sondern der auch wußte, was er „orte", waren ihm die Worte und die „Rigunim" ja in Fleisch und Blut Lbergegangen, und das „Oren" an und für sich hätte ihm keine Schwierigkeiten gemacht. Wenn er sich dennoch vorbereitet, so geschah es nur, I um der Vorschrift unserer Weisen zu genügen, die eS jedem Vorbeter an's Herz legen, niemals und speziell , an den „Jomim Naurojim" unvorbereitet vor Gott hinzutreten. Gilt dieses Gebot für Jeden, so ganz besonders für den „tck rvbV* den „Boten der Gemeinde." Die Sukkah war nun im Rohbau fertig. Reb Jacob betrachtete nochmals sein Werk und war eben im Begriff, seine Wohnung zu betreten, als er den Briefträger auf sich zukommen sah. Er brachte ihm eine Karte aus dem benachbarten B. mit dem Ersuchen, am zweiten Tage Suckaus einen mz dort vornehmen zu wollen. So groß sonst seine Freude war, die gerade diese Mizwah in ihm erweckte, diesesmal wollte nicht die rechte Freude in ihm aufkommen. Mit Blitzesschnelle zogen ihm allerlei Gedanken durch den Kopf. Erst kurz verheirathet, mit einer wahrhaft edlen und guten Frau, sollte er sich nun für die Jomtof-

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