Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 102 (24.12.1903)
- Date
- 1903-12-24
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Verblichene war auch lange Jahre hier Sparkaffen-Direktor und Leiter gemeinnütziger Institutionen und erfreute sich der größten Werthfchätzung auch bei der christlichen Bevölkerung. Hiervon legte die Beerdigung beredtes Zeugniß ab (die Leiche wurde von Wien hierher überführt), welche eine imposante Trauerkundgebung für den unvergeßlichen Todten war. Von ihm gilt auch das Schriftwort ~x *]rc Gesegnet sei dein Ausgang von dieser Welt, rren $bz z':c bz bsz 7772^ cp*« "! nro ns:1?. - Rabb. H. G a l a n d a u e r. Frankreich. Paris, 21. Dez. Der Russe Chaim L u b a n , der auf Max Nordau schoß, hatte, wie die Untersuchung ergab, nicht die Absicht, Nordau zu verletzen, sondern er wollte nur eine etwas eigenartige Demonstration gegen die Ablenkung der zionistischen Bestrebungen von Palästina auf Ostäfrika ins Werk setzen. Nordau selbst will keine Klage anstrengen, sondern im Gegentheil seinen Glaubensgenossen vor Gericht vertheidigen, wenn die Sache überhaupt zu einer., Verhandlung tommen sollte. Denn Luban ist, wie es scheint, nicht im Vollbesitze seiner geistigen Fähigkeiten, wie dies die Aussagen seiner eigenen Verwandten bekunden. Der Fall hat zu leidenschaftlichen Erörterungen über den Zionismus und auch zu theilweise sehr schiefen Darstellungen über die Stellung der Juden im allgemeinen und ihre Haltung den europäischen Nationalideen gegenüber im besonderen Veranlassung gegeben. Man bat, obgleich von den verschiedensten Gesichtspunkten aus betrachtend, die Behauptung aufgestellt, daß dieses Attentat ein besonders interessanter Beweis für die Abbröckelung des Solidaritäisgefühls unter den Juden sei. Diese Ansicht wird natürlich von Nordau scharf bekämpft. Mas ihn persönlich betrifft, so kann er sich rühmen, bei dieser Gelegenheit der Gegenstand schmeichelhaftester Würdigungen fast in der gesammten Pariser Presse, selbst in nationalistischen und judenfeinlichen Zeitungen, geworden zu sein. MltlhellUMU ülls deuW. AmeMreiuen M für dieselbe». (Tämmtltche iüd. Wanderbettelveceine unv »rasten für Durchreisende find gebeten, uns Mittheilungen über Erfahrungen, die fie auf dem Gebiete ihrer THLtigkeit machen, zukommen zu lasten.) Fürth, 15. Dez. Leib. Hirsch, aus Kimöallin in Rußland, Mitte der 30er Jahre, mittlerer Statur, kurz geschnittenen schwarzen Vollbart.' hat fich.^ nachdem er nach seinen Papieren gefragt wurde, als äußerst renitenter Mensch an unserer Kasse gezeigt. Er beleidigte nicht allein den Dienst thuenden Vorsitzenden, sondern erging sich noch in solchen Schmähungen gegen das Judentbum (auch in gleicher Weise in verschiedenen Kneiven. wo er vorher verkehrte), daß wir dringend vor einem solchen gefährlichen Gewohnheitsbettler warnen müssen. Er wurde verhaftet. Israel. Wander-Unterstützungsverein Fürth. Der Vorstand: Adolf Heymann. Feuilleton. ahrheit und Dichtung. Von Friedrich Rott. I7 Dann hob er nicht ohne Anstrengung ihre Hand, die die seine noch umschlossen hielt und drückte sie an seine Lippen — zum ersten Male in seinem Leben. Thränen entstürzten ihren Augen; jetzt wußte sie. daß sein Bewußtsein vollständig zurückgekehrt war. „Gott sei Dank!" flüsterte sie abermals, „Gatt sei Dank!" Jetzt hielt er ihre Hand mit beiden Händen, lautlos verstrichen mehrere Minuten. „Was für ein Tag ist heute?" fragte er endlich. ..Sabbat ist's," entgegnete sie, „aber strenge Dich nicht an mit reden oder denken —“ „Sabbat," wiederholte er langsam, „Sabbat — wie lange ist's her, daß — daß — daß ich mechallel Schabbos gewesen bin?" „Drei Wochen ist's — Aber ich bitte Dich, lasst das jetzt —" - Er athmete mehrmals schwer auf, dann begann er abermals: „Ich bin schlecht gewesen — sehr schlecht — Resi — verzeihst Du mir?" „Ich habe Dir doch nichts zu verzeihen. Du hast doch mir nichts gethan." „Doch — doch — Dir auch! — Und, Reste — glaubst Du. daß Gott mir verzeihen wird?" „Gott hat Dir schon verziehen." erwiderte sie, seine Hand drückend. „Woher weißt Du das?" fragte er hastig. „Weil Du während Deines Frevels verunglückt bist —" - „Das war die Strafe." flüsterte er, „und deßhalb glaubst Du —" »Daß Gott Dir verziehen hat. das weiß ich ganz gewiß — Du darfst Dir darüber keine Gedanken mehr machen —* „Aber—" »Ich bitte Dich, rege Dich nicht auf — Du kannst in dieser Beziehung vollständig ruhig sein, durck Dein