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Der Israelit · 1903-12-21 · Heft 101 (21.12.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 101 (21.12.1903)
Date
1903-12-21
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Das Ware schon möglich. Aber ich muß Ihnen sagen, das ist eine gar schwere Sache, fünf Menschen durch Nähen zu ernähren.* „Ich weiß es,* erwiderte sie schwer aufathmend, „aber mir fällt im Augenblick nichts anderes ein, darum wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn Sie baldigst mit Ihrer Schwester sprechen wurden.* „Heute noch soll es geschehen. Sie rönnen sich sich darauf verlassen, und wenn irgend möglich, bringe ich Ihnen gleich Arbeit mit. Aber es ist mir leid um Sie, Frau Müller, die Arbeit wird zu schlecht bezahlt." Trotzdem war Frau Müller hoch erfreut, als sie 0 noch am Abend desselben Tages durch den treuen Nachbar Arbeit erhielt und zwar sogleich für mehrere Wochen. Aber er hatte doch recht gehabt, sie mußte überaus angestrengt arbeiten, um für sich und die Ihrigen auch nur das trockene Vrod zu erringen. Es war an einem SaKat, dem dritten seit jenem Unglückstage, an dem ein frischer, kräftiger, verhältnißmäßig noch junger Mann für immer zum Krüppel geworden war. Bisher batte er noch nicht einmal das Bewußtsein wieder erlangt. Frau Müller hatte die Kinder veranlaßt, das freundliche Wetter zu einem Spaziergang zu benützen. Es hatte sie Ueberwindung gekostet; die treuen Kleinen hatten sich schwer entschlossen, die Mutter allein zu lassen, der sie doch öfters Handreichungen leisten und in der Pflege des Kranken unterstützen konnten. Sie saß am Bette des Gatten, das bleiche, schmale Gesicht desselben aufmerksam beobachtend. Er hatte nach längerem, ruhigem Schlaf soeben die Augen aufgeschlagen-und blickte träumerisch vor sich hin, aber sein Blick schien ihr anders, als in den jüngst verflossenen Wochen. Sie hob seinen Kopf ein wenig und hielt ihm eine Tasse an die Lippen. „Komm'," sagte sie. „trinke ein wenig Milch." Er entsprach ihrer Aufforderung, dann äthmete er tief auf und sagte leise aber deutlich „Dank'." Es war das erste verständliche Wort, das er während der ganzen Zeit gesprochen, das erste Zeichen des wieder erwachenden Bewußtsein. „Gott sei Dank!" flüsterte sie in sich hinein. Dann nahm sie seine Hand und drückte sie leise. „Du fühlst Dich heute doch wohler, nicht wahr?-" „Ganz wohl fühle ich mich," sagte er.langsam. (Fortsetzung folgt.) G o 116 s g I a a b e.*> Es ist ein einzig großer Gott, Der weise lenkt den Weltenplan; Ihm sei getreu bis in den Tod — O Mensch, dann hast du wohlgethan. Kannst du auf dieser Erdenwelt Oft Seinen Rathschluß nicht versteh'n. Dann schau des Nachts zum Sternenzelt Und Seine Wunder wirst du seh'n. Erforsch' Ihn nicht in Seinem All, Der so unendlich klein du bist; - Sagt dir es nicht der Sonnenball, Daß ewig eine Gottheit ist? ' Gg. Jos. Huy. *) Aus einer uns zur Verfügung gestellten noch ungedruckten Gedichtsammlung des Verfassers. Wochen-Kslenöer. Freitag, 25. Dezember. 6. Thebet, Sabbat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 4 Uhr 00 Min. Samstag, 26. Dezember, 7. Thebet. vrn. Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a. M. 5 Uhr 20 Min. — Berlin 4 Uhr 46 Min. — München 5 Uhr 12 Min. — Stuttgart 5 Ubr 17 Min. — Straßburg 5 Uhr 25 Min. — Posen 4 Uhr 35 Min. — Stettin 4 Uhr 39 Min. — Breslau 4 Uhr 35 Min. — Wien 4 Uhr 56 Min. — Paris 5 Uhr 05 Min — Prag 4 Uhr 55 Min. Dienstag, 29. Dezember. 10. Tbebet. rcas mr?. Der „Israelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjährlich. halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Dev Vmhhandrl verkehrt durch D. Z7. St ein ackrr, Leipzig, Rotzplatz jb. — Inserate 25 Pfennig die vlergcspattene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Drrecte Francozusendung unter Streifband vro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen osterr., für's Ausland 16 Mark, an die V “ Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1015. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wünsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende »Kleine Ausgabe deS JSraelit" vi-r Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang 'der „Kleinen Ausgabe" längere aeit, To kann man sich für 25 Pfenmge das Vierteljahr, indcß ausschließlich bei der Post auf dieselbe unter Nr. 3933 abonniren Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnsertionSbetragS an außer Stelle Befindliche bis nach Erlangung einer solchen. Inhalt (Hauptblatt): Die Kischinewer Justizkomödie. — Zeitungsnachrichten und Correfvondenzen: Deutschland - Frankfurt Quedlinburg. Italien: Rom. Belgien: Brünel. — Das Attentat gegen den Führer der französischen Zionisten. — Feuilleton: Wahrheit talien: Rom. . ortsetzlmg). — Gedicht: GotteSglaube.;r Benag«: Schlutzverhaudlung und llrthell im Prozeß Klschmew. — Letzte Nachrichten: Frankfurt a. M."— VermifLteL Lttterarilche Beilage. . und Dichtung (§ Inhalt der Verantwortliche Redaktion OScar Lehmann in Malrn — Expedition deS.„Israelit". Schottllraße Nr.L Main» Druck und Vertag der Loh. Wirth'scheu Hofbuchdruckerer Actien-Gesellfchaftin MaUu." JKanta. Hierzu zwei Beilage«. ' .wurim IWiWraBK.'1?

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