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Der Israelit · 1903-12-17 · Heft 100 (17.12.1903) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 100 (17.12.1903)
Date
1903-12-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
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«Um Gotteswillen, Max!" schrie sie auf, „was ist geschehen?" „Ein Unglück!" — stammelte er, indem er auf sie zustürzte und ihre Hand ergriff. „Komm' Mutter! Komm! — Der Vater—" Sie hörte ihn nicht mehr, sie war schon hinuntergeeilt in das Geschäftslokal, das sie geschworen hatte, um keinen Preis am Sabbat zu betreten. Es war voll von Menschen, die durcheinander sprachen und schrien, während der Eigenthümer blutüberströmt mit geschlossenen Augen auf der Erde lag. Sie fühlte sich einer Ohnmacht nahe, als sie ihn erblickte, dennoch drängte sie sich zu ihm hin. „Ein Arzt," stammelte sie, „geschwind ein Arzt!" „Gleich, Frau Müller, gleich wird ein Arzt hier sein oder vielleicht mehrere," erwiderte einer der Umstehenden, „Verschiedene sind fortgelaufen, um einen Doktor zu holen — und wie mir scheint, es ist besser, wir lassen ihn hier liegen, bis ein Doktor da ist. denn man kann doch nicht wissen, wo was gebrochen ist." Und nun erfuhr sie, wie das Entsetzliche sich zugetragen hatte. Wieder war das Lokal von Käufern überfüllt gewesen, einer derselben hatte eine Waare verlangt, die im obersten Fach sich befand. Müller war auf der Leiter hinaufgestiegen, die Waare herunterzuholen. Während er auf der obersten Stufe stand, waren zwei Bauern gekommen, der Eine hatte Lärm gemacht, hatte geschrieen. Müller hätte ihn betrogen, er hätte ihm Vormittags fünf Gulden zu viel gezahlt, die müsse er ihm zurückgeben. Müller hatte ihm von oben herab zugerufen, er wisse von nichts und werde nichts zurückgeben. Daraufhin war der rabiate Bauer über den Ladentisch hinübergesprungen und hatte dem oben Stehenden die Leiter unter den Füßen weggezogen. Und nun lag er blutüberströmt, dem Anscheine nach bewußtlos da. Ein Arzt war rasch zur Stelle. Man legte den Schwerverwundeten auf eine Matraze und trug ihn so hinauf in seine Wohnung, wo erst eine genaue Untersuchung stattfand. Der Arzt konstatirte mehrfache Bruche, und ob nicht auch vielleicht innere Theile verletzt waren, ließ sich im Moment nicht gleich feststellen. Noch nach mehreren Stunden war das Bewußtsein nicht zuruckgekehrt, trotzdem gab man nicht alle Hoffnung auf. Ein freundlicher Nachbar hatte das Gefchästslokal geschlossen und Max den Schlüssel übergeben. Der elfjährige Knabe schien in den Stunden des heutigen Tages um eben so viele Jahre gereist. Auf seine Anordnung blieb Paul mit dem Schwesterchen im Nebenzimmer, die im Anfang trostlose Kleine zu unterhalten und später dafür zu sorgen, daß sie die Ruhe des Kranken nicht störe. Er selbst aber blieb an der Mutter Seite, achtete auf jeden Wink von ihr, um denselben raschestens zu vollziehen. Hin und wieder brachte er ihr auch unaufgefordert ein Glas frisches Wasser und drang in sie. auch sonst Einiges zu genießen. (Fortsetzung folgt.) Auflösung des Ureisräthfets in Mr. 95. iö» pin n ö n Die Endbuchstaben HD zeigen die Tage des Sonnenjahres an. Unter den Einsendern der richtigen Losungen, wurde geloost und erhielt der Gewinner, Herr J. Wei ch se1 bäum—Adelsberg, ein Werk aus unserem Verlage gratis und franco zugesandt. Weitere richtige Lösungen sandten ein: E. v. Manst ein-Würzburg. S. M. Bach rach—Elmshorn und Julius Schw arcz —Preßburg. Der „Israelit" erscheint w5chentllCM zweimal, Montag* und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend hoher. Man abonnirt ganzjährlich, balbjäbrlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nebmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehrt durch V. Z?. S l ein ark er, Beiprig, Roßplah Jß. — Inserate 25 Pfennig die viergcspaltene Nonpareillezeile oder deren Raum. Preis der Zeile im Reclametheil 75 Pfennig. — Dirccte Fraucozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 16 Kronen österr., für's Ausland 16 Mark, an die Expedition franco einsenden. Postzeitungsliste 3932. Telephon 1615. Stellesuchende und sonstige Interessenten können auf Wunsch die jeden Dienstag und Freitag erscheinende »Kleine AuSaabe deS JSraelit" vier Wochen lang gratis und franco erhalten. Wünscht man den Empfang 'der „Kleinen Ausgabe" längere Zeit, so kann man sich für 25 Pfennige das Vierteljahr, indctz ausschließlich bei der Post aus dieselbe unter Nr. 3933 abonniren Auf Wunsch stunden wir die Zahlung deS JnsertionSbetragS an außer Stelle Befindliche bis »ach Erlangung einer solche«. Inhalt (Sauptblatt): Die Träume Pharaos. Württemberg. Cöln. Eilen. Rußland: Petersburg. Ki . Inhalt der ersten Beilage.- Zur 100 Wiederkehr > Hamburg. Frankreich: Paris. _ , * . , Inhalt der zweiten Beilage-. Der Prozeß gegen bte Klschmewer Ercedenten. — Zertungsnachrichten und CorreivondenZen: Deutschland: Berlin. Oesterreich: Liisa. Rußland: Petersgurg. DeUetristische Beilage: Chanukahlichtzauber. Verantwortliche Redaktion Oscar Lehmann in MairA — erpebition des <3§raelit\ Schottstraße Rr. % Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckcr« Actien-Gesellschaft in SRrina. Hierzu drei Beilage«.

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