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Der Israelit · 1903-12-17 · Heft 100 (17.12.1903) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 100 (17.12.1903)
Date
1903-12-17
Page
– (sequence 3)
Language
German
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2213 Optimismus laßt uns die Lichttein in aufwärtssteigender Zahl zünden. Denn wir sind überzeugt, daß das Licht, das uns leuchtet, schließlich siegen wird über die Vorkämpfer der ewigen Finster:riß, daß die Flamme, die uns unseren Lebenspfad erhellt, die Pfade Aller erhellen wird, und mögen diese Pfade noch so weit ab von den unsrrgen liegen, daß sich um die Fahne, die wir heute allein Hochhalten, schließlich die ganze Menschheit schaaren wird; — und diese ihre Abstam-- mung sichert ihr ewige Dauer, — und unsere Fahne ist jene alte Fahne, die unsere Nationalhelden in ihrem Krieg gegen die Feinde du Wahrheit begleitete und auf der als Schlachtruf die ewige. Wahrheit eingegraben war, daß unser Gott es ist, der die Welt lenkt und leitet, daß Er es ist, von dem Stärke und Sieg stammen.. Die Lichtlein, die uns urbst der Erinnerung an die glorreiche Vergangenheit unseres Voltes auch unsere eigene sonnige Jugendzeit vor die Seele zaubern, sie richten uns auf in den trüben Tagen unserer Gegenwart, sie flößen uns Muth ein, den Kampf gegen alle Feinde unserer Lheuersten Güter aufzunehmen, sie weissagen uns, daß wir fugen werden; — darum vorwärts zum Kampfe und auswärts zum Siege! — ZettmBsttachrrchLe« tttft Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 15. Dez. Am 13. d. Mts. hielten.im Logensaale zu Wiesbaden Herr James Simon und Herr Dr. Paul Nathan aus Berlin einen Vortrag über „Die Aufgaben des Hilfsvereins der deutschen Juden und seine bisherige Thätigkeit." Die sehr gut besuchte Versammlung nahm beide. Vorträge beifällig auf. E.s erfolgten sogleich zahlreiche Beitrittserklärungen und es konstituirte sich ein Lokalkomitee in Wiesbaden bestehend aus den Herren: Simon Heß, Moritz Heimerdinger, Jakob Hirsch, Bernhard Lieb mann, Simon Mvr - g e n i h a u, Moriy Simon, Dr. Leopold Seligsohn. Mayer Baum, Josef B l u m e n t h a l, Felix Goldschmidt, Dr. H. Kornblum, Hermann Strauß. Es sind die genannten Herren zugleich die beiden Vorstände der dortigen Gemeinden und zwar der israelitischen und der attisraelitischen Kultusgemeinde. Berlin. Der Apostel der Menschenliebe. Graf Leo Tolstoi, hat dem Kischinewer Komitee das Manuskript von bid Legenden zur Verfügung gestellt, die nun in deutscher Uebcrsetzung bei B. C a s s i r e r hier, erschienen sind. Hamburg, 14. Dez. Unter auffallend geringer Vethciliquna fand heute die Wahl von fünf Mitgliedern zum Dclegirten-Kollegium des Synagogenverbandes statt. Drei turnusmäßig austretende Mitglied! wurden wiedergewählt, während für zwei amtsmüde Herren Ersatz gewählt wurde. Ein Komitee, welches sich unter Ausschluß der Oeffentlichkeit konstituirt hatte, versandte am Morgen der Wahl den stimmberechtigten Mitgliedern, einen die Bedürfnisse und Aufgaben des Verbandes enthaltenen Wahlaufruf mit Nennung seiner Kanditaten. Als eine der Hauptaufgabe des Delegirten-Kollegiums wurde die Beschaffung weiterer Mittel zum Ban der neuen Synagoge vor dem Tammthor und die Schaffung einer neuen Synagogenordnung (!) bezeichnet. Dann kommen die sich allemal wiederholenden Friedens- und Vertrauensschalmeien, und das Publikum bleibt beruhigt zu Hause. Bis zur Einweihung der neuen Synagoge, wozu nur noch der \ erste Spatenstich fehlt, dürften noch manche Neuwahlen erforderlich sein. H. B. AuS Württemberg, 16. Dez. Der „Verein zur Unterstützung israel. Lehrerwittwen und -Waisen Württembergs" veröffentlich seinen Jahresbericht pro 3502/03. Die meisten israelitischen Gemeinden des Landes wendeten auch Heuer dem Verein Spenden und Jahresbeiträge zu, besonders die Residenzgemeinde Stuttgart durch die Bemühung des Herrn David Schwabacher.- Die Einnahmen betrugen an Beiträgen ordentlicher Mitglieder 114 Mk., außerordentlicher Mitglieder 288 Mk., von Gemeinden 1873 Mk., Zinsen 1894 Mk., zusammen 4169 Mk. Unterstützungen wurden 2640 Mk. vertheilt. Das Vermögen beträgt 57,064 Mk. Cöln, 15. Dez. Die soeben beendete Repräsentantenwahl der dritten Klasse der hiesigen Gemeinde, welche 982 Wähler umfaßt, ergab einen glänzenden Sieg der konservativen Partei. Es erhielten Stimmen die Herren: Herm. van Kleef 639, M. G o t t - ' schalk 655. Dan. Marx 633. Dr. A. Ochs 635, als Stellvertreter Jakob Horn 619, Moses L e v y j. 624. Für. die Orgel erhielten Stimmen: A. F a l k e n st e i n 332, Herm. Kaufmann 325, Dav. Meyer 317, Sim. Rosenberg 314, als Stellvertr.: Emil M e y e r 314, Ad. Speyer 309. Essen, im Dez. Der „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" hatte in einer Zusammenkunft vor einigen Tagen einen Gegenstand zur Erörterung gestellt, der die Gemüther heftig erregte: „Die zionistische Bewegung unserer Tage." Der Vortragende, Herr Rabbiner Dr. Samuel, entwarf zunächst ein Bild von den Ursachen und der Ausbreitung des Zionismus und unterzog alsdann die einzelnen Punkte des zionistischen Programms einer eingehenden Kritik. Don drei Richtungen her hätte jene Bewegung ihren Anstoß erhalten, die bekanntlich auf „die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Heimstätte in Palästina" abzielt: von der politischen, der sozialen und der ethischen.

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