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Der Israelit · 1903-10-22 · Heft 84 (22.10.1903) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 84 (22.10.1903)
Date
1903-10-22
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Jenseits nehmen konnte, datz seine um ihn so innig trauernden Söhne, ganz in seinem Sinne fortleben und fortwirken werden. So hatte ein thatenreiches Leben geendet und in noch nicht hohem Alter von 62 Jahren unsterbliche Verdienste stch erworben. Daß daher die Theilnahme an dem so unerwartet schnellen Hinscheiden eines solchen Mannes und die Vetheiligung an seinem Leichenbegängnisse eine außerordentliche war, ist leicht erklärlich. Die Kultusverwaltung, die Gemeinde, alle Vereine, welchen der Verblichene als hervorragendes Mitglied angehörte, waren durch eine große Anzahl ihrer Mitglieder vertreten. Wäre es nicht btt», gewesen, die Theilnahme und Anerkennung hätte ihren Ausdruck auch in Trauerreden gefunden. Nur als ein Ausnahmefall konnte Herr Rabbiner Bamberger nicht umhin, in wenigen Worten das Leben und Wirken des Dahingeschiedenen zu kennzeichnen und zum Bestreben aufzufordern, die entstandene Lücke durch eifriges Nachahmen auszufüllen. Nachdem auch der Vorsitzende der Kultusverwaltung, Herr Rechtsanwalt Dr. Stern, dem verdienstvollen, unvergeßlichen Mitgliede den Dank der Gemeinde nachgerufen, schloß sich das Grab über der irdischen Hülle des reinen, zu Gott entstiegenen Geistes. So wird das Andenken Levy Forchheimers in unserer Gemeinde fortleben nsisb pnx ist. Der trauernden Wittwe und Familie zum Tröste. iQ'bwm p’X Hsrr irreal vnb cm? rer» dj> Rostock, 13. Okt. Wir entnehmen der ..Rostocker Zeitung" folgenden Bericht: „In der Hauptversammlung der kirchlichen Landeskonferenz und des Landesvereins für Innere Mission ist seit gestern eine große Anzahl Geistlicher aus allen Theilen Mecklenburgs hier versammelt. Die Tagung wurde gestern Nachmittag um 6 Uhr mit einer Vorstandssitzung der Landeskonferenz eröffnet. Die erste/öffentliche Veranstaltung: die Generalversammlung des Judenmissionsvereins, fand bereits zahlreichen Besuch, sodaß diese Versammlung vom „Spiegelsaal" der Tonhalle in den großen Saal verlegt werden mußte. Hier eröffnete Herr Superintendent Dr. B e h m - Doberan die Sitzung mit Worten der Begrüßung und mit einem Hinweis darauf, daß die Judenmission eine Aufgabe der Liebe sei. Ein Geistlicher, der zehn Jahre lang in Rumänien als Juden-Missionckr gewirkt bat. Herr Pastor von Harling aus Leipzia, gab dann ein Bild von der Bedeutung der Aufgaben der Judenmission im allaemeinen und von der Thätiakeit der Judenmission in Rumänien im besonderen. Er führte einleitend aus, daß die Christen stch der Pflicht d-r Judenmission nicht entziehen könnten. Die erste A"faabe sei es. dabin zu wirken, daß die Juden an die Liebe der Christen glauben.. Jeder Christ müste Mitarbeiter in der J.'ldenmission werden. Leider gebe es überall, wie auch in Mecklenburg, nur eine kleine Anzahl Freunde dieser Mission. In Deutschland sei erst wenig für die Judenmission gethan. und doch habe gerade dieses Land den meisten Anlaß dazu, weil die meisten Juden bis in den fernen Osten hinein die deutsche Sprache als Muttersprache hätten. Besonders unsere lutherische Kirche müsse mit immer größeren, Interesse an diesem Werke thätig sein. Redner hat vor sieben Jahren in Galah. auf Bitten jüdischer Eltern mit Genehmigung eines Norwegischen Missions-Komitees, eine Missionsschule mit ca. 30 Kindern errichtet, die jetzt zu einer völlig entwickelten Mädchenschule mit sechs Klassen und 140 Schülerinnen geworden, und der vom Unterrichtsminister der Name „Protestantisch-Israelitische Mädchenschule" beigeleat worden ist. Er berichtete ferner über die dort eingeführten Kindergottesdienste, sowie über eine für junge jüdische Kaufleute eingerichtete Fortbildungsschule. Ueberall hat sich das ursprüngliche Mißtrauen aegen die Missionare in Achtung und Liebe umgewandelt. Herr Suverintendent Dr. Behm-Doberan gab im Anschluß an den Vortrag einen Ueberblick über die Thätiakeit in der Landeskirche für das Werk der Judenmission. — Die Vereinigung hatte eine Einnahme von 514.40 Mk.. eine Ausgabe von 489.86 Mk.. unter welch' letzterer der Beitrag an den evangelisch-lutherischen Zeniralverein zu Leipzig mit 400 Mk. als Hauptsumme stebt. Zum Schlüsse ermahnte der Redner, in Treue auf dem Wachvosten dieser Mission zu beharren, und schloß dann mit Gebet die Versammlung." Wir geben diesen Bericht mit der Bemerkung wieder, daß für diejenigen großen jüdischen Gesellschaften in Deutschland und Frankreich, welche den ^meck haben, den nsteuroväischen Brüdern Hülfe und Unterstüßuna anaedeiben zu lassen, hier noch eine Hobe Ans^gbe durch Gründung jüdischer Schulen und anfss-i^-nde Bärtige kür Erwachsene ,u erfüllen ist. Der Missian^.i.-sellschast muß unter allen Umständen dgh Hanhmerf a-leat merden. Die anderen jüdischen Blätter werden nn, Abdruck dieser Zeilen gebeten. Malchin. An? biestaer liegend dringt selten etmgL in die Svglten Ihres geschabten Blattes, denn ek ereignet stch hier selten etwas, was Sie interessiren könnte. Hier in Mecklenburg haben wir G. s. D. eiarntlich keinen Antisemitismus. Werl einerseits die ^abs Wr Jn^-n hier nur eine geringe ist und andererseits dies- Wenigen in größter Achtung stehen. Dies-lben stnb vielfach Lieferanten für die großherzogl Bebö^dp,,. Eisenbahnen n. s. w. Als im Jabre 1834 die hiestoe Svnaaoqe einaeweißt wurde, befanden stch hier noch ungefähr dreißig Fg'nilien. sebt stebt das Gotteshaus mit sechs Tbora^ rollen, drei Meaillos, vielem Silber u. s. w. vollkommen l-er. Die beiden Herren Löwenthal und Arnsberg begeben sich öfters dorthin, um nachzusehen, ob daselbst noch Alles in Ordnung ist.

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