Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 83 (19.10.1903)
- Date
- 1903-10-19
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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1806 Fürst Eggenberg sprang kirschroth vor Wuth von seinem Sessel auf, trat auf Beck zu und sprach: „Auf diese Weise hat Euer Oberrabbiner mich bei meinem Feinde lächerlich zu machen gesucht? Wer hat Euch das gesagt? Woher wißt Ihr das?" „Woher ich das weiß? Ich war ja selber dabei," log Beck unverschämt dem Kanzler in's Gesicht, da er wußte,^ daß bei der persönlichen Spannung, zwischen beiden Männern die Sache nie aufgeklärt werden könne. »Ich habe Euren Rabbiner niemals gesehen und gesprochen; wenn er solche Mittel anzuwenden fähig ist, um stch das Vertrauen seiner Regierung zu erschleichen, so ist von einem solchen Menschen schon alles zu erwarten. Auch ohne Euer hochherziges Anerbieten, mir ein Viertel der Schuld zu erlassen, halte ich mich verpflichtet, gegen die gefährlichen Umtriebe dieses Menschen Mittel und. Wege zu suchen. Aber jetzt muß ich zu Sr. Majestät unserm allergnädigsten Kaiser. Ich weiß nicht, wie lang ich dort aufgehalten werde, wir wollen unsere Besprechung morgen früh fortsetzen, wenn Ihr so für Recht haltet." „Ich danke Ew. König!. Hoheit," erwiderte verbindlichst Raphael Beck. „Es war mir schon vor dieser mir gnädigst gewährten Audienz bekannt, daß Ew. Königl. Hoheit heute zu Sr. Majestät dem Kaiser befohlen seid. Das war der Grund der Dringlichkeit meines Besuchs. Es wird nöthkg sein, auch. Se. Majestät gegen unseren Oberrabbiner einzunehmen und da wollte ich nicht versäumen, Kgl. Hoheit vorher zu informiren, um bei gebotener Gelegenheit ein Wort zu Ungunsten unseres gemeinsamen Feindes einsließen zu lassen." „Wo denkt Ihr hin, Herr Beck, heute mit dem Kaiser über solche Allotria zu sprechen? In dem heutigen Ministerraihe werden die vitalsten Anliegen der ganzen Monarchie verhandelt. Die Lage in Böhmen, die Erhaltung Prags; da findet sich kein Plätzchen für unsere Rabbinerschmerzen." „Ich beuge mich willig der besseren Einsicht Eurer Königl. Hoheit," erwiderte devotest Herr Beck. „Aber ich denke, wenn auch immer Ew. Königlichen Hoheit mit Sr. Majestät dem Kaiser Berathung pflegen,, daß die Verhandlungsgegenstände thurmhoch unsere Privatsächelchen überragen. Se. Majestät wird wohl von allein nicht auf den Oberrabbiner von Prag zu sprechen kommen. Aber wenn in der bevorstehenden Berathung Böhmen und Prag im Vordergrund stehen, so dürste es vielleicht für Ew. Königl. Hoheit schon eine Möglichkeit geben, der Unterhaltung eine Wendung zu bringen, die sie unserem Gegenstände nähert. Habe ich mich deutlich genug ausgedrückt, König!. Hoheit?" „Ihr seid ein ganz geriebener Diplomat, Herr Beck," erwiderte leutselig der Kanzler, „ich werde Ihre Sache als die meinige betrachten, und sie so gut ich.kann betreiben. Also morgen Vormittag um zehn. Uhr." Mit diesen Worten war die kurze, aber folgenschwere Audienz zu Ende. (Fortsetzung folgt.) Wochm-Ralenöer. Mittwoch. 21. Oktober. 30. Tischri. n*-n '« dt» Donnerstag. 22. Oktober. 1. Cheschwan. n"y» ‘i nt» Freitag, 23. Oktober. 2. Cheschwan, Salibat-Anfang in Mainz u. Frankfurt a. M. 5 Uhr 00 Min. Tamstag, 24. Oktober. 3. Cheschwan. ra Sabbat-Ausgang in Mainz u. Frankfurt a.M. 6 Uhr 05 Min. — Berlin 5 Uhr 37 Min. — München 5 Uhr 50 Min. — Stuttgart 5 Uhr 55 Min. — Straßburg 6 Uhr 05 Milt. — Posen 5 Uhr 25 Min. — Stettin 5 Uhr 32 Min. - Breslau 5 Uhr 22 Min. — Wien 5 Uhr 34 Min. — Paris 5 Uhr 30 Min — Prag 5 Uhr 40 Min. Der Israelit" erscheint wöcEientltcIi zweimal, montags und Donnerstags, jedesmal in mindestens zwei Vogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Ausland entsprechend höher. Man abonnirt ganzjahrlich, halbjährlich oder vierteljährlich. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — Der Buchhandel verkehr! durch in ackrr, 'Leipzig, Noßplatz )C». — Inserate 25 Pfennig die viergcspaltene Nonparcillereile oder deren Raum. 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