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Der Israelit · 1903-12-03 · Heft 96 (3.12.1903) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 96 (3.12.1903)
Date
1903-12-03
Page
– (sequence 10)
Language
German
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n e teS Fkeifch von ' nichtjüdischen Metzgern" für koscher verkauft wird, solange Fleisch, das im Begriffe ist, „ower" zu werden, einfach mit einem Kübel Wasser beim nicht-jüdischen Metzger begossen und dann weiter als koscher verkauft wird, solange es vorkommt, daß Unterzeichner der Erklärung irrihümlich trepha geschlachtetes Fleisch porschen und als koscher verkaufen lassen, in Folge großer Lässigkeit des betreffenden Schochet, solange sagen wir, hat die obige Erklärung nur einen sehr begrenzten Werth. Wie man aus LMgem ersteht, waren wir, trotz Drohung mit dem § 11 und mit dem Gericht, zur Ausnahme der Erklärung nicht verpflichtet, da sie Tatsächliches nicht berichtigt, was durch weiteres uns zur Verfügung stehendes Material noch schärfer bewiesen werden konnte. Daß wir die Erklärung dennoch ausgenommen, mögen die Herren Unterzeichner als ein besonderes Entgegenkommen unsererseits betrachten. ZeitungSnachrichten u«d (Korrespondenzen. Dentschland. Berlin, 2. Dez. (Das Wesen des Jude n t h u m s.) Der liberale Verein für die Angelegenheiten der jüdischen Gemeinden zu Berlin hat im Januar 1902 ein Preisausschreiben für die beste Schrift über das Wesen des Judenthums erlassen. Tie Prämie beträgt 1000 Mk. Diese Summe hat sich bis jetzt kein jüdischer Schriftsteller verdient, da eine Auszeichnung einer Schrift nicht hat erfolgen können. Nunmehr wird dies Preisausschreiben erneuert. Herne, 25. Nov. Seit kurzem hält Herr Rabbiner Dr. Marx aus Recklinghausen in Zeiträumen von drei Wochen Gottesdienst mit Predigt in der hiesigen israelit. Gemeinde. Innerhalb des Synagogenbanvereins hat stch ein litterarisches Kränzchen zur Pflege des jüdischen Schriftthums gebildet. Herr Dr. Marx hielt den Mitgliedern dieser Tage einen Vortrag über „Hiob und Faust." Demnächst wird von einem Orientalisten ein Vortrag über „Babel und Bibel" gehalten werden, der auch weiteren Kreisen zugänglich sein wird. Perlebcrg, 28. Nov. (Die Schächtdebatte in der hiesigen Stadtverordneten- B e r s a m m l u n g.) Die Anträge des Schlächters Heinze, das Schächkverbot aus dem städtischen Schlachthofe aufzuheben, ebenso der- Antrag der jüdischen Gemeindevertretung, ihr einen besonderen Raum im Schlachthause zwecks rituellen Schlachtens - zu gewähren oder die Genehmigung zur. Erbauung eines eigenen Schlachthauses zu ertheilen, wurden. j wie im Magistrat, so auch in der Stadtverordneteu- - Versammlung mit 20 gegen 3 Stimmen aögelehnt. - Lolingen, im Dez. Ter Chef der Firma Alex. Eoppel, Kommerzienrath Gustav Coppel. feierte! am 23. November den Tag, an welchem er vor fünfzig Jahren in das Geschäft seines Vaters eingetreien war. Aus diesem Anlässe stiftete der Jubilar 20,000 Mk.! zu einer Unterstützungs-Kasse für Arbeiter und! Angehörige der Firma, außerdem wurden verschiedene - Vereine mit Geldspenden von insgesammt 5000 Mk.! bedacht. Dem Jubilar, der langjährigLr Veigeordue-! ter des Magistrats und Aeliester der hiesigen Syna- ' gogengemeinde ist, wurden zahlreiche Glückwünsche l dargebracht. Frankreich. Paris, 29. Nov. Gestern hat der Justizminister im Einvernehmen mit dem Kriegsminister eine neue Revision des Dreysusprozesses angeordnet. Es ist nämlich jetzt klar und deutlich sestgestellt worden, daß mehrere sehr wichtige Papiere, die man den Richtern in Rennes vorgelegt hat, weiter nichts als elende Fälschungen sind. Der zweimal verurtheilte" unschuldige Offizier ruft von neuem die Gerechtigkeit seines Landes und die des Gesetzes an. Und dieser Ruf wird vernommen und ihm gefolgt werden. Die Verbrecher, die gegen ihn so viele Gemeinhei-; ten in's Werk setzten, sind unter dem Drucke ihrer eigenen, unsauberen Treibereien vernichtet. Sie haben so viel Fälschungen und Schmutzereien angeh'änst, daß selbst nach dem monstruösen Urtheil von Rennes, oas ein Schlag in's Gesicht der Gerechtigkeit gewesen, noch; genug Beweise bleiben, um die Revision unvermeidlich zu machen und die die Freisprache des unschuldig Verurtheilten ganz außer Zweifel setzen. Die ganze „patriotische Presse" ist natürlich in einer unbeschreiblichen Wuth und behauptet, alle Mi- , nister seien dem Auslande mit Leib und Seele verkauft. Glücklicherweise hat sich der General Andre, der persönlich die ganze Enquete geführt hatte, durch dieses Ge-; schrei und Geheul nicht einschüchtern lassen, und sowohl; er als auch alle seine Kollegen sind entschlossen, volles Licht zu schaffen. Zola hatte immer gesagt: ..La ve ite : t-$i eil lurii e! 6"; sie hat jetzt ihren Endpunkt erreicht. . Die Wahrheit triumphirt und die Fälscher werden an ihren Lügen sterben und verderben. Und wie ist es zu bedauern, daß es dem großen Kämpfer für Wahrheit und Recht nicht vergönnt war, diesen endlichen Sieg der Wahrheit, diesen glanzenden Triumph des Rechts über Lug und Trug mit zu sehen und mit zu erleben. I Pi. i Rußland.! Petersburg, 1. Dez. (Neue Enthull- : ungen über Kischinew.) Die „Oswoboshdenje" des bekannten und mit dem ausgei zeichnetesten Material versehenen russischen Schrift-

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