Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 96 (3.12.1903)
- Date
- 1903-12-03
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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Die Badenser wehren sich! . Sinsheim,.30. November. Wir erhalten folgende Zuschrift: - „Die Unterzeichneten ersuchen Sie im Namen und im Aufträge der Unterzeichneten jüdischen Lehrer Badens auf Grund des § 11 des Preßgesetzes, nachstehende Erklärung in Ihrer nächsten Donnerstags- Nummer veröffentlichen zu wollen, widrigcnsfalls wir als Bevollmächtigte der Unterzeichneten gezwungen -sind, gerichtlich gegen Sie vorzugehen. M. Rosenberger, Lehrer in Sinsheim. F. Hanauer, Lehrer in Steinfurths Erklärung^ Die Unterzeichneten jüdischen Lehrer in Baden, die neben den Rabbinern des Landes „sich als die berufenen Vertreter der jüdischen Lehre" betrachten müssen, denen die religiöse Unterweisung und Erziehung der Kinder anvertraut ist, und die ihr verantwortungsvolles und schwieriges Amt in Schule und Gemeinde treu und gewissenhaft wahrnehmen, weisen die im Leitartikel der Nr. 86 des „Israelit" erhobene Anschuldigung: „In keinem Lande wird der Abfall vom altüberlieferten traditionellen 'Judenthum von den berufenen Vertretern der jüdischen Lehre so gefördert, als hier in Baden" mit tiefer Entrüstung zurück. Desgleichen protestiren wir, soweit wir mit dem Schächteramt betraut sind, mit aller Entschiedenheit gegen die in dem genannten Artikel aufgestellte kränkende Behauptung, „daß die Handhabung der Schechita (in Baden) der Gleichgiltigkeit ausgeliefert ist." :: Abel-Lörrach, Ackermann-Wiesloch, Billigheimer- Feubenheim f Vloch-Bayerthal, Bloch - Schmieheim, Blumenthal - Michelfeld, Vöttigheimer-Kehl/ Bravmann-Eppingen. Bravmann-Neidenstein^ Bruchsaler- Bühl. Cahn-Jöhlingen, Driesen-Karlsruhe, Ehrlich- Weingarten ' Eichstetter - Schwetzingen, Flehinger- Bruchsal, Fleischmann-Bödigheim, Freitag-Lodenburg, Friedmänn - Hockenheim, Grünebaum - Kuppenheim, Hahn - Walldorf,' Hanauer -Steinssurth, Hausmann- Wiesloch, Heimbcrger -'Reilingen, Heller - Dieresburg, Herz-Jttlingen^ Hirschberg'er-Ncüfreistett, Hofmann- Badenj/Israel - Hainstadt, Jäcobsohn -- Bühl, Käufmann-Randegg, -Leopold-Thiengen. Levy-Verwangen und Levh-Rheinbischofsheim, Lichtenstetter-Königheim," Lippmänn-Kärlsrübe^ Lorch-Untergrombach. Maier- Weinheint, 'Moch - Schmieheim, Moses -> Friesenheim/. Müller'-"Heidelberg,. Rettler - Mannheim. Neuberger- Philivp'sbüt-g,' Neumänn- Neudenaü, Niedermänn- Neckarbischofshcim, Ohnhausen-Bruchsal und Ötten< Heimer-Gemmingen, Prager-Menzingen, Rosenberger-'.' Sinsheim, Rothschild - Breiten, Rubin - Karlsruhe, > Scheuermann - Großeichholzheim, Scheuermann-Heif-! dclberg, Schlössinger-Billigheim, Schuster-Malmheirn,'^ s Schwarzwälder - Schlüchtern, Schweizer - Fleringen,' z Schwerin - Buchen, .Seligmann - Müllheim, SümMt-/.. Freiburg, Sommer - .Pforzheim, Springer - FreibUtg^ . Stahl-Walldorf, Strauß-Adelsheim, Siräuß-Karls-' ruhe. Thalmann-Wertheim, Traub-Mannheim, .Weih Eichstetten und Weil - Gailingen, Wolf-Sennfeld^ Zimmern-Kippenheim. . ' -i Nächbemerk u n g der Re da kt ron.-'l^- Wir sind und waren weit davoN^'''ent-'' fern!, Männern, „die ihr schwierigesn Amt; in'. Schule und Gemeinde t e u und gewissenhaft/ wahrnehmen," in irgend einer Weise zu nahe zu-- treten. Wir zweifeln auch gar nicht d^ran, daß/ün- ' ter den Unterzeichnern der obigen Erklärung überaus fromme Männer sich befinden, die voll Und ganz auf dein Boden des altüberlieferten, traditionellen Jüdeüthums stehen.. Diese Männer können unmöglich,sich durch unseren Artikel getroffen fühlen, und wir wundern uns ein wenig über die Bereitwilligkeit, 'mit der diese Herren die Erklärung mit den Andern gemeinsam ' unterschrieben haben. Manche Unterschrift mäg/ wöhl mehr aus dem kollegialen Zugehörigkeitsgefühl, , als in ' Folge genauer Prüfung der Persönlichkeiten der'Mit-' unterzeichnet zu Stande gekommen sein.' Denn'daß-' sich Männer unter den Unterzeichneten befinden,'deren' Unterschrift unter einer solchen Erklärung — gelinde ' gesagt — lächerlich erscheint, ist gewiß, denn sie stehenj ' wie alle Welt weiß, keineswegs auf dem Boden'des ge- - sctzestreuen Judenthums. Sie entweihen öffentlich/: den Sabbat durch Tragen von Gegenständen außerhalb'' der religionsgesetzlich bestimmten Grenze, sie haben in - ihren Synagogen beim GottesdiensteOrgeldegleitünis/- und leiten denselben in.einer Weise, die durchaus VM»/ dem Althergebrachten abweicht.' ' ** Was die Schechita betrifft,' so scheinen Herren llnterzeichner unsere Berichtigung nicht Wesen-/, zu haben. Darin war gesagt, daß die HaNdhabuüg '' dieser Institution „vielfach" der Gleichgiltigkeit 1 ausgeliefert sei und darauf müssen-wir bestehen bleibeü^'' Es befinden ’ sich zweifellos viele Männer unter /den unterzeichnen, in deren Gemeinde auf einem und deüi- $ selben Klotz und' mit demselben Messer Bossör.chä'ssrr^ und Koschcr-Fleisch zusammen' ausgehauen wird^invderen Gemeinde „n ich t' gfe nüg'end ^e'z'e ich