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Der Israelit · 1903-10-16 · Heft 81-82 (16.10.1903) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 81-82 (16.10.1903)
Date
1903-10-16
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Und unsere irrrcr prr kam, bfe.usi die Freude lehrt, jene wahre Freude, die nicht allein in Palästen wohnt, sondern auch in der bescheidensten Hütte ihren Wohnsitz auffchlagt, und lehrt, daß nur das rückhaltlose Vertrauen auf den Gottesschutz es ist, das den Bewohnern der Paläste und der Hütten die richtige Lebensfreude gewährt. Und unser Festgruß lehrt uns. wie wir, wenn wir nur nicht engherzig unseren Besitz nur für eigene Zwecke verwenden, sondern von unserem Ueberfluß nach „allen Seiten" abgeben, dann in einer von Sorge und Kummerniß gedrückten Welt nicht nur die Lebenszuversicht, sondern auch die Lebensheiterkeit mit hinausnehmen sollen in's erwerbende, thätige Leben. Und auf den „Quell", den „Baum" dieses Lebens weist uns der letzte Festtag rrrn rrrv hin. Es ist das nur ein schwaches Echo einiger Seiten des großen Jubelakkords, dessen Inhalt das Leben des pflichttreuen Juden ausmacht, die ganze heitere Seligkeit, das ganze hohe Glück, das in unserer Thora und ihren Mizwos liegt, ist w.drd vhn »jftn:. Die fühlt Jeder nur bei sich selbst, ohne daß sie sich ausdrücken ließe. Dieses Gluck und diese Heiterkeit blüht aber nur in dem hingebungsvollen Ernste an das Gottesgesetz. Diesen Ernst uns zu lehren und uns zu freudig bewußten Gottesdienern zu machen, ist Ziel und Zweck des ganzen Festgottescyklus der ersten drei Jahreswochen, und nicht innig genug können wir es von Gott erflehen: „Gott unser Gott, laß uns den Segen Deiner Festzeiten mit fortnehmen zu solch einemLeben, und zu Frieden, zu Freude und zur Wonne, wie Du es willst." X. ZettrmgMsHsLchLM rmd Eorsesporrdenzer;. Deutschland. Berlin, 6. Okt. Die Strafkammer des Landgerichts II verurteilte den Grafen Pückler-Kleintschirne wegen wiederholter Beleidigung zu 60 Mk., den Mitangeklagten Stenographen Schimmelpfennig wegen einfacher Beleidigung zu 30 Mk.; der Verleger Bruhn und Inspektor Kirchner wurden freigesprochen. Es handelte sich um eine gegen die Juden gerichtete Kampfesrede am 6. Juni, die in der „Staatsbürger-Zeitg." abgedruckt und durch die Mitangeklagten verbreitet worden war. Aus Nordbeutfchland, im Okt. Die „Israelit. Erziehungsanstalt in Ahlem" bei Hannover hat neben mannigfachen änderen Kulturen eine, in Fachkreisen rühmlichst bekannte Baumschule. Auf verschiedenen Ausstellungen', u. A. auf der im Jahre 1900 in Bremen stattgefundenen „Allgemeinen deutschen Gartenbauausstellung" und auf der „Hannoverschen Provinzial-Gartenbauausstellung" von 1902 sind die dort ausgestellten Obstbäume mehrfach prämiirt. Auf letzterer erhielt die Anstalt neben sonstigen.Auszeichnungen die große silberne Medaille ..für Förderung des Gartenbaues im Preußischen Staate." Die Anstalt versendet alljährlich Tausende von Dbstbäumen nach allen Theilen Deutschlands, die sie größtentheils.an Wiederverkäufer absetzt, welch' letzteren sie natürlich eine Preisermäßigung gewähren muß. — In jüngster Zeit haben verschiedene Glaubensgenossen, die Sachkenner und Gartenbesitzer waren, die Anstalt besucht und in Folge der dort gesehenen vorzüglichen Kulturen Bestellungen von Pflanzen für diesen Herbst gemacht. Falls Leser dieser Zeitung oder deren Freunde Bedarf an Obstbäumen irgend welcher Art, Beerenobst- und Ziersträuchern haben, liegt es — so schreibt man uns — sowohl im Interesse der Käufer, wie der Verkäuferin, diese Pflanzen von der mit der „Israelitischen Erziehungsanstalt" verbundenen Plantage Ahlem bei Hannover zu beziehen. Das Selbstgefühl der dort arbeitenden Lehrlinge und Gehilfen wird gesteigert, wenn sie sehen, daß ihre Leistungen auch von unseren Glaubensgenossen anerkannt werden. Breslau, 8. Okt. Kaum war die Sonne zum ersten Male in diesem neuen Jahre am Himmelszelt untergegangen, da begann auch in unserer Gemeinde ein Licht zu verlöschen, das derselben Jahrzehnte hindurch als eine Zierde des Judenthums vorangeleuchtet hatte. Am zweiten Abend des heiligen Rosch^ha- Schonoh-Festes warf ein tückisches Leiden den allverehrten und hochgeschätzten Herrn Philipp" Falk auf das Krankenlager, von dem es ihm nicht mehr aufzustehen bestimmt war. Und am siebenten der zehn Bußtage schwang sich seine Seele zu ihrem Schöpfer in den Himmel empor, um an dessen Thron Rechenschaft über ihr irdisches Dasein abzulegen. Ja, wohl hat uns die Seele dieses Zadik nunmehr.für immer verlassen, wohl hat man am folgenden Tage seine sterblichen Ueberreste hinausgeführt, um sie der Erde zurückzugeben, allein der Geist dieses Mannes ist nicht aus unserer Mitte ge^ schieden, sondern wird auch fernerhin mit Gottes Hilfe über uns waltenwie er uns bei Lebzeiten des Verewig-, ten ein leuchtendes Vorbild war. Und wir können das Andenken des theuren Dahingeschiedenen, dessen ganzes Leben bis zu seinem letzten Athemzuge eine Verkörperung von oprt cma, eine ununterbrochene Kette von Heiligungen des göttlichen Namens waren, nicht besser ehren»,'als dadurch, daß wir allen Ernstes unser Streben darauf richten, seinem Beispiel nachzueifern, , daß auch wir unser Leben zu einem Gott wohlgefälligen gestalten, auf daß der Geist des Verklärten in uns weiter fortleben und,, sich von Geschlecht auf Geschlecht-

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