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Der Israelit · 1903-10-16 · Heft 81-82 (16.10.1903) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 81-82 (16.10.1903)
Date
1903-10-16
Page
– (sequence 1)
Language
German
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44> Jahrgang. - . J$jS §1 & gg.. ßenIrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenthum. Begründet von . Dr». DrhyrWnn in MKLnz. vertag, den 2 5. Tischti 5 664. 16. Oktober 1V63. As jWk Vürckes K«s Nk«. mm. crb nm "2^ nwrd N'2pn Vp'2 „Glücklich wollte Gott Israel machen, darum gab Er ihm Thora und Mizwos." Was eine ganze Welt als höchstes Unglück betrachtet, die Entsagung, die Hemmniß, den Zwang, meint hier die Weisheit unserer Weisen als Mittel für unser irdisches Glück ansehen zu können. Und wenn wir das ganze Jahr dieser Anschauung unserer Weisen versiändi'.ißlos gegenüber stünden, in den ersten Wochen des neuen Jahres mit seinem eigenartigen Festcyklus fällt's mir wenigstens immer wie eine Binde von den Augen und ich fühle es recht gut, warum die Tage zwischen Jom Kippur und Suckos noch nicht nü& prspra noch nicht in dem Schuldkonto unseres himmlischen Richters gebucht werden o rs rripu xoinan umo) denn wenn zu irgend einer Zeit, müßten wir in diesen Tagen das Gute um seiner selbst willen üben, und es fühlen, wie doch die einzig wahre Freude nur die Freude vor Gott ist und das wahre nrrn doch von dem rnnSn by r<nn abhängt. Da waren vor allem jene einzigen Neilaminuten, in denen des Juden Seele sich losrang von allem, was scheidend und trennend zwischen ihm und seinem Gotte stand, wo so heiß sich sehnte des Kindes Brust nach der Rückkehr in's Vaterhaus. „Die Sonne sinkt, der Tag endet, gewähr' uns die Tschuwoh." Und der Allbarmherzige Gott gewährte sie, und wir fühlten uns als freie, jüdische Menschen, und es schwand die Selbstsucht, die das Herz hatte zusammenschrumpfen lassen, und die Genußsucht, die die Sinne unterjocht hatte, und es schmolzen Haß und Groll, die das Jahr hindurch unser Gemllth hätten zur Eiseshärte erstarren lassen — -—und auf athmeto der Mensch und das ewig Göttliche in ihm hob siegreich das Haupt, und alles Schlechte hatte den Reiz verloren, und alles Gute erschien so leicht, so unendlich leicht und freudig frei hob sich die Brust, und Friede, tiefer Gottesfriede zog in sie ein. Friede mit Gott, Friede mit den Menschen, Friede mit sich selbst. - - Und.es kam der Freitagabend — Freitagabend wie innig warm, -wie traut klingt dieses Wort jedem' jüdischen Ohr. Welche Fluth heiligster, theuerster Gedanken und Gefühle weckt dieses Wort in jeder jüdischen Brust. Ein Strahl des Lichtes, der' sieben Schöpfungstage leuchtet' aus jedem Schabboslicht und macht die Sabbatstube so hell, so lichtdurchstrahlt. Und es sieht sich der Jude, dem der Schabbos noch heilig ist, zurückversetzt in seiner Kindheit Tage, - und > er steht neben seinen Geschwistern — still, ganz still, denn die Mutter macht ja eben Vrocho und hebt weihend die Hände zum N2v» bv 12 Und der Vater kommt heim „aus Schul" und benscht seine Kinder, und „gebenscht" ist das ganze Haus, „gebenscht" das Sabbatzimmer mit jener herzerquickenden Innigkeit und wonnigen- Glückseligkeit, die sich nicht erkaufen und nicht erringen läßt, die das Geschenk des Sabbatengels ist. Und es klingt die Brocho aus dem idvn w», das so laut And innig von des Vaters Lippen strömt, und es leuchtet die Vrocho aus den blitzenden Kinderaugen, die so innig an der Eltern Blick hängen. .... Und den Jüngling hat der Freitag-Abend mit hinaus begleitet in die Großstadt, und wenn die Verlockungen und Verführungen der neuen, fremden Welt an ihn herantreten, so hat der Gedanke an den elterlichen Freitag-Abend nicht den geringsten Antheil daran, wenn der Eltern heißestes Gebet erhört wurde, und der jüdische Jüngling als jüdischer Mann zurückkehrt und schon selbst bei Sabbat-Eintritt am eigenen Tisch so stolz das bn. xmn und so voll und innig das iVw wi ffl* ertönen läßt, so wie er's allsabbatlich von je gehört.

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