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Der Israelit · 1903-10-05 · Heft 79-80 (5.10.1903) · page 34

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 79-80 (5.10.1903)
Date
1903-10-05
Page
– (sequence 34)
Language
German
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Doch sind dies eben nur kleine Mängel, die dem Werthe des Buches wenig Wbruch thun und jedenfalls auch leicht verbessert werden können, und vom Verfasser gewiß mit der Zeit beseitigt werden. Das Merkchen ist durch seine populäre Sprache, seine Uebersichtlichkeit und Reichhaltigkeit wohl geeignet, religiöse Belehrung zu geben und religiösen Sinn zu wecken und zu erhalten. Möge es zahlreiche Freunde finden, in die jüdischen Schulen und Familien seinen Einzug halten und dort seine Aufgabe erfüllen, zu leiten auf den wahren Pfad des Lebens, den nxi'ni r.Tnn “vt. L. Ä. A p o l o g e t i t. Nev. John Urqnhart, „Die neueren Entdeckungen und die Bibel." Aus dem Englischen übersetzt von E. Spliedt. 3. Ausl. 4 Bände. Stuttgart, Max K i e l m ä n n 1903. Wenn der neuerdings so vielgenannte Prof. Delitzsch die Ergebnisse der Assyrologie dazu benützt, um. die Autorität der Bibel herabzusetzen, so sind für den Verfasser des vorliegenden Werkes die Funde in Babylon und Ninive, in Syrien und Egypten ebensoviele Bestätigungen des göttlichen Wortes. Daß beide dabei den wissenschaftlichen Ergebnissen gelegentlich sozusagen Gewalt anthun, um sie mit der Bibel in Einklang zu bringen, versteht sich von selbst. Denn das göttliche Wort bedarf keiner'Bestätigung von Seiten der Wissenschaft, es verlangt Glauben; und dem, der diesen Glauben nicht besitzt, kann ihn die wissenschaftliche Forschung auch kaum geben, wie umgekehrt der Gläubige die Bestätigung durch die Wissenschaft überflüssig findet. Andererseits ist es aber doch interessant, die Berichte der historischen Bücher der heil. Schrift (das Buch Samuel, die Bücher der Könige, die Chronik und einzelne Theile der Propheten) oft bis in Einzelheiten in assyrischen und babylonischen Urkunden n-iederzufinden und in willkommener Weise ergänzt zu sehen. Von diesem letzteren Gesichtspunkte aus betrachten wir die Herausgabe des vorliegenden Werkes als eine verdienstvolle Thai, zumal es nach englischer Gewohnheit so volkstümlich geschrieben ist, daß auch jeder Laie seinen Darlegungen folgen kann. In den ersten Kapiteln erzählt uns der Verfasser, wie die Entdeckungen in Egypten und Assyrien gemacht wurden, und'wie-es den Gelehrten nach und nach gelang, die egyptischen Hieroglyphen und die assyrisch-persische Keilschrift zu entziffern. Sodann beginnt der Haupttheil des ersten Büches, der die Ueberschrift trägt: „Bestätigung des Pentateuchs." Man muß dem Verfasser das Zugeständniß machen, daß er nicht nur in den Werken der egyptischen und assyrischen Philologie außerordentlich belesen ist,' sondern er hat.auch die Geologie siudirt und wir ersehen mit Erstaunen aus seinem Buch, daß er auch ihre Resultate mit der Schöpfung und mit der Sündfluth in Einklang zu bringen weiß. Der Verfasser hält-sich in der Reihenfolge seiner Darlegungen an den Gang der Bibel; so wird bei der Erwähnung der Sündfluth des babylonischen Sündfluthberichtes gedacht, oder bei der Geschichte Josephs und des Auszugs aus Egypten im zweiten Bande des Buches hören wir ungemein viel Interessantes über egyptische Geschichte und eayptischc Lebensverhältnisse. Im dritten Bande, der vom Auszug aus Egypten bis zur Philisterzeit handelt, erwähnt der Verfasser die Thontafelfunde von'El-Amarna, die ein Helles Licht werfen auf die-Zustände in Palästina zu jener Zeit. Er bespricht ferner die geographischen Entdeckungen auf der Sinaihalbinsel, in der Wüste Kades und in Palästina. Auf den El-Amarna-Tafeln finden wir die älteste. Erwähnung des Namens Hebräer in der Form „Chabiru", während das Land Kanaan „Matkinahi" heißt. Der vierte Band endlich, der von der Philisterzeit bis zur babylonischen Gefangenschaft reicht, ist unstreitig der gehaltvollste, da für diese Epoche die geschichtlichen Urkunden reichlicher werden und uns einen Einblick verschaffen in die politischen Verhältnisse Vorderasiens. Oft stimmen die Berichte der Bibel und der assyrischen Keilschrifturkunden über die Kämpfe zwischen Israel und Juda einerseits und Assyrien und Babylonien andererseits fast wörtlich überein, und wir sehen die politischen Ereignisse, die sich in und um das kleine Palästina abspielten, gewissermaßen von einer höheren Warte aus. Es würde für diesen kurzen Bericht zu weitläufig sein, alle die interessanten Entdeckungen aufzuzählen, die nunmehr ein helleres Licht auf diesen Theil der. jüdischen Geschichte werfen. Darum verweisen wir unsere Leser auf die Lektüre des Buches selbst, das Niemand ohne Gewinn und Mancher mit Befriedigung aus der Hand legen wird, wenn wir auch den rationalistischen und doch wissenschaftlich' sein wollenden Standpunkt des Verfassers nicht theilen können. Nach unserer Ansicht ist die Bibel ein Buch, das aus sich selbst heraus genossen werden muß; ihm zuliebe der. Wissenschaft eine Zwangsjacke anzulegen, um ihre Ergebnisse mit der Bibel in Einklang zu bringen, ist weder nöthig. noch zulässig. Die Bibel spricht für sich selbst. Dr. Feist, Mainz. Pädagogische Litteralur. Die Neuaissauce deS alten hcbr. Leseunterrichts im Lichte moderner Methodik. Mit vier lithographischen Abbildungen. Eine didaktische Studie von N. A d l e r, Lehrer an der isr. Realschule zu Fürth. Die jüdischen Lesefibeln mit Bildern und ohne solche, Leseapparate und Lesemethoden, schießen wie

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