Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 79-80 (5.10.1903)
- Date
- 1903-10-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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1724 deckt, daß es auch im besten Falle, nahe besehen, dieser Anstrengung nicht würdig gewesen. Und der Thor ist derjenige, welcher als die wichtigste Sache seines Le- 'öens und Strebens es betrachtet, immer mehr des Besitzes zu häufen. Und Hewel ist die Genußsucht, sie mag feinere oder gröbere Gestalten annehmen. Sie ist doch unter allen Umständen das. was in uns der Thiernatur , am ähnlichsten ist. und zeig! auch ihren gefährlichen Einfluß überall da, wo sie als Hauptprinzip und Selbstzweck betrachtet wird — und jedem Genuß, jedem Besitz folgt die unausbleibliche bittere Erkenntniß des Hewel, sobald der Besitz- und der Genuß nicht geadelt sind durch die Schranke des göttlichen Willens. Aber kt 'rfrx paw b:n tn spa man bni '2 w was r.w. Wenn wir uns ganz mit all unserem Hab und Gut in den Dienst Gottes stellen, und keinen andern Faktor kennen, als Gott, dann ist unser Glück begründet, auf ewig begründet, und es lehrt uns die Suckoh nicht nur in den großen, welterschütternden, weltgestaltenden Epochen ist Gott, sondern Er wandelt auch mit jedem einzelnen Menschen: unter Seinem Schutz wird jede Hütte gebaut. und Er kennt jede Hütte und in jeder Hütte jede Seele. So möge denn das Suckohfest kommen und wir von den Hütten es lernen, den Suckausgeist mitzunehmen in die Häuser, es lernen, uns zu freuen vor Gott, eine Freude, die nicht bedingt ist, durch das Mehr oder Minder des Besitzes, sondern durch die Gesinnung. mit welcher wir jede Erdengabe als eine . Spende des c’jrrn fa pxe ansehen. Mit dieser Freude im Herzen sind wir gefeit gegen jede nrrois unser' nnv'v tzapv *1=2 und erhören wird uns der allmächtige Schützer, wenn wir von Ihm erflehen 'ynbw roiD «nei K. Zeitungsnachrichten und Corresponderrzen. Deutschland. Berlin, 2. Okt. Der Vorstand des Hülssvereins für die jüdischen Taubstummen in Deutschland (Eingetr. Verein) hatte sich zur Aufgabe gemacht,, an den hohen jüdischen-Feiertagen in Dräsels Festsälen einen Gottesdienst in deutscher, hebräischer und in der Zeichensprache stattfinden zu lassen und gab hierzu den jüdischen Taubstummes, sowie deren Angehörigen freie Eintrittskarten. Bisher waren die jüdischen Taubstummen darauf angewiesen, ihre religiösen Bedürfnisse an den hohen Festtagen in Weitzensee zu -befriedigen, indem sie an dem Gottesdienst der taubstummen Kinder theilnahmen. Zu diesem Zwecke mutzten sie aber täglich zweimal nach Weißensee Pilgern, was eine allgemeine Betheiligung ziemlich illusorisch machte. In diesem Jahre ist zum ersten Male durch den Hiilfsverein für die jüdischen Taubstummen in Deutschland für einen Gottesdienst in Berlin gesorgt gewesen. Frankfurt a. M.. 30. Sept. (P l 0 t k e s Beerdigung.) Heute Vormittag lvurde die Leiche des Rechtsanwalts Julius P l 0 t k e. über dessen Ableben wir in voriger Nummer berichteten, auf dem israelit. Friedhof beerdigt, nachdem vorher in der Halle eine Trauerfeier abgchalten worden war. Unter den Hunderten von Leidtragenden befanden sich Berufsgenossen des Verewigten, sowie viele Freunde und Bekannte desselben. Rabbiner Dr. S e l i g m a n n hielt die Gedächtnisrede. Er erwähnte, dgß Plotke zehn Jahre dem Vorstand der israelitischen Gemeinde, und drei Jahre vorder dem Ausschüsse als weisheitsvoller Berather, Vermittler und Freund angehört habe, und hob hervor, daß die Stadt mit ihm einen der edelsten Bürger, das Gesammtjudenthum aber einen seiner größten und besten Söhne verloren habe. Große und edle Eigenschaften habe Plotke in sich verkörpert, einzig war er in der Liebe zu den Menschen, in der Selbstlosigkeit seines Eharalters und in seiner sittlichen Hoheit. Dann schilderte der Redner Plotke als tüchtigen Juristen, als einen der leitenden Geister der „I. C. A.", als den . klugen Berather der verstorbenen Baronin Hirsch und als den hilfsbereiten Mann, der für die verfolgten Glaubensgenossen in Rußland und Rumänien eintrat und sich an den Hilfsaktionen hervorragend be-' theiligte. Nachrufe hielten ferner die Herren Justizrath Dr. Geiger für die Frankfurter Anwaltschaft und den Anwaltsverein, Geheimrath Meyer- Karlsruhe für die Israeliten Badens, für die isr. Kolonisationsgesellschaft und für die badische Landessvnode. Cb. Hallgarten für die „I. C. A." und die ..All. isr. univers.", Wisloch für die Großloge Bne Brith, Direktor Adler für den deutsch-israelitischen Gemeindebund und die Meyer-Maaß-Stiftung. Landgerichtsrath Dr. Sommer für das israelitische Mädchenstift, Rechtsanwalt Dr. Blau für die Frankfurt-Loge. Kahn-Köln für auswärtige Logen und abermals Wisloch für das Gumpertz'sche Siechenhaus. Köln, im Sept. Der Ausschuß jüdischer Studirender und Turner von,den beiden Verbindungen an her hiesigen Handelshochschule hat zu einer Interpellation in der Handelskammer Anlaß gegeben. Das Mitglied der Handelskammer. Herr Eliel. nahm in der einer öffentlichen Sitzung vor Eintritt in die Tages- - ordnung das Wort zu folgenden Ausführungen: «Herr Kollege Lehmann und ich (die beiden jüdischen Mitglieder der Handelskammer) sind der Meinung — und wir fühlen uns in dieser Richtung mit allen Kollegen einig — daß alle Bestrebungen zu mißbilliaen sind, welche darauf hinauslaufen, einen Theil der. Studirenden von Veranstaltungen, die für die Allgemeinheit bestimmt