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Der Israelit · 1903-11-30 · Heft 95 (30.11.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 95 (30.11.1903)
Date
1903-11-30
Page
– (sequence 11)
Language
German
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2005 Rabbiner, wird doch in " n: L"n n-.'rr v'U’ sich umgesehen haben, wonach es ganz ausgemacht und unbestritten ist, wann die Barmizwoh stattzufinden hat; wieso konnte Herr Dr. Loevy mit diesem Argument nicht durch - dringen? Es bleibt also weiter der Verdacht bestehen, daß Herr Dr. Loevy von mir abge sch rieben hat, sofern icb nicht annehmen will, daß er obigen p im w nicht kennt. Wie wenig gründlich auch in anderer Beziehung Herr Dr. Loevy arbeitet, mag Folgendes beweisen: In seiner, dem Kalender beigegebenen Chronik berechnet Herr Dr. L. den Zeitraum von ^>-2 bis ",-,-rrr nrz ans 400 Jahre: nach den ganz bestimmten Angaben in Genesis, Cap. 11, V. 10—26, Cap. 21, V. 5, Cap. 25, V. 26, Cap. 47, V. 9 beträgt jedoch die Zwischenzeit 582 Jahre. Diese Unrichtigkeit im Loevy'schen Kalender müßte nun entweder einer Unkenntniß der angegebenen Stellen zugeschrieben werden, was ich nicht voraussehen darf, oder es hat dem Herrn Verfaffer auch hier ein anderer Autor als Vorbild gedient. I. S u l z b a ch. Oesterreich. Wien. (Die Waisen von Kischinew.) Einen ergreifenden Anblick bietet, so schreibt „Tie Zeit", das bescheidene, zweifenstrige Zimmer im ersten Stock des Leopoldstadter Hotels Romania, wo sich die jugendlichen Waisen der geschändeten, beraubten und ermordeten Opfer von Kischinew aufhalten. Dreißig sind sie an der Zahl: sieben Mädchen und dreiundzwanzig Knaben. Das älteste Kind, ein Knabe mit ihränen-gerötheten, etwas starr blickenden, tiefllugen und pechschwarzen Augen, . ist fünfzehn Jahre, die jüngste Waise, ein liebliches, pausbäckiges Mädchen mit schüchternem Blick, zählt sechs Jahre. Es ist das Kind des ermordeten Tabakpflanzers und Weinbauers Hulmann, der vor den Augen seiner Kinder und seiner Frau, die im Wochenbette lag, niedergemetzelt wurde. Im engen Zimmer tummelt sich die Kindergesellschaft, die zwar wohlgepslegt ist, aber sehr angestrengt, abgespannt und nervös aussieht. Aus den Augen jedes Kindes leuchten die schrecklichen Eindrücke und Erlebnisse hervor. Eine blasse junge Dame aus Odessa, die fließend russisch und deutsch spricht und sich den Kindern angeschlossen hat. um diese nach Palästina zu begleiten. leistet dem Führer, Lehrer Israel Belkind, bei dessen schwerer Arbeit Hilfe. Die Kinder verbleiben'in Wien etwa 10 Tage lang, um den Anschluß an den Dampfer nach Jaffa abzuwarten. „Die Eindrücke der Reise, der Luftwechsel haben vorläufig die armen Kinder etwas zerstreut, aber in Palästina werden sie abermals dom peinlichen Bewußtsein ihrer schrecklichen Erlebnisse gemartert sein," erklärt mir seufzend die junge Dame, einen weinenden Knirps beruhigend. Dem Korrespondenten des „Daily Graph." hat Minister Plehwe unlängst erklärt, „die Lösung der Judenfrage in Rußland ist — Auswanderung." Seinen .Rath befolgen nun die dreißig Waisen, auf deren trübselig weiter Wanderung die Schmach der russischen Negierung verzeichnet liegt. ' , ' Amerika. Ncwyork. (Präsident Roosevelt über die Einwanderungsfrage.) Der Präsident der Vereinigten Staaten äußerte sich zu einem Korrespondenten der „Neuen Freien Presse" über die Einwanderungsfrage in folgender Weise: „Meine Haltung in dieser Angelegenheit ist vielfach mißverstanden worden. Schon die Zusammensetzung meines Blutes würde mir verbieten, ein Nativist zu sein. In meinen Adern rollt holländisches, schottisches, irisches, deutsches und Hugenottenblut. Ich weiß genau, was unser Land den Einwanderern schuldet. Was ich verhüten möchte, ist nur der Zuzug von Elementen, welche unsere Erwerbsbedingungen drücken müssen und so unserem wirthschaftlichen Aufschwünge hinderlich sind. Nehmen Sie die Einwanderung aus Ihrer Monarchie. Ich würde es mit Freuden sehen, wenn Ihre Landsleute als Farmer und Farmarbeiter nach dem Innern gehen wollten. Wir können niemals genug solche Hilfskräfte bekommen. Aber sie siedeln sich mit Vorliebe in den Minendistrikten an. wo sie durch ihre größere Genügsamkeit die schwerste Arbeit zu den geringsten Preisen auf sich nehmen und so eine ständige Gefahr für die durchaus löblichen Absichten der Arbeiter bilden, sich für ihre Thätigkeit volle Löhne zu sichern. Ich habe es noch von meiner Thätigkeit als Polizeikommisiär in Newyork her in Erinnerung, wie beispielsweise bei der Kleiderindusirie, die zum größten Theile in den Händen von Galizianern und Rumänen liegt, schon die kleinste Lohnerhöhung genügt hat, um so starken Zuzug durch Einwanderung herbeizuführen. daß dadurch eine Reduktion neuerlich möglich wurde. Dagegen bin ich. entschieden, wenn Sie wollen, auch im Interesse der Einwanderer selbst, die, wenn sie schon alles aufgeben, wenigstens günstige und gesicherte Lebensmöglichkeiten hier vorfinden sollen. Auch möchte ich Elemente ferne halten, welche gar keine Sicherheit dafür bieten, daß sie. wenigstens in einer späteren Generation. gute amerikanische Bürger abgeben können.. Ich ziehe die Grenzen meiner Anforderungen ohnedies weit. Ich möchte sagen, ieder Einwanderer ist mir willkommen, dessen Enkel so gute Bürger werden können, als ich es von meinen eigenen erhoffe." Philadelphia. (Einweihung des G u g - genheim -Hospitals.) Am 4. v. Mts. wurde dahier das von Herrn Mayer G u g g e n b e i m von Newyork gestiftete Hospital nebst einem Overatwnsgebäud? und einem Heim für Wärterinnen, ein Anbau des hiesigen jüdischen Hospials, unter entsprechenden Feierlichkeiten eingeweiht.

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