Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 95 (30.11.1903)
- Date
- 1903-11-30
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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Schätze auch zum Besitze unserer Kinder machen, gilt für jeden Einzelnen in Israel, ohne Unterschied und Ausnahme, ja selbst der König in Israel, der räne Krone auf seinem Haupte trug, mußte trachten, daß die „Krone der Thora" auch das Haupt seiner Kinder schmücke. „Und so bald er auf dem Throne seines Königsreiches sitzt, so soll ersich die Wiederholung dieser Lehre in ein Buch schreiben. Und sie soll bei ihm sein, daß er darin lese alle Tage seines Lebens, auf daß er lerne fürchten, den Ewigen, seinen Gott, daß sich nicht erhebe sein Herz über seine Brüder, auf daß er lange lebe in seinem Königreiche — sipa «*n birw —er und seine Söhne in Israels Mitte." (5. B. M., 17, 38—20.) •kti rnr.-p iro ':wi ,'■$a p ■j^c pnero prr Der Sohn des Königs, sagt der Talmud (Kerithuth 5), braucht nicht erst gesalbt zu werden, die Königswürde übergeht auf den Sohn als Erbtheil, d. h. nicht don außen — durch Salböl — soll ihm die Würde zu Theil werden, sondern innerlich soll sich die Würde, die sittliche Hoheit des Vaters auf den Sohn übertragen, und sich also an ihm bewähren die Verheißung: pb nsis — mb ras — *p-cx -ps .'2. . Nachdem der Redner noch folgende herrliche Stelle aus dem Jerusalemischen Talmud (Bikkurim) erklärt: zrpsn hsi ,tfrvb nsia p© nxn w’x i©x bv mvn iss ir.cn .~wb rncp vpi» m©2 iero p :is*it rron vSs wss n*o ' „Wer den Glauben seines Vaters des schnöden Geldes, des materiellen Dortheils wegen verkauft, verräth, verwirft, dem bleibt jeder Segen fern; wer aber die idealen Heiligtbümer höher schätzt, als Gold und Geld, an dem bewährt sich das Schriftwort: „Gut und Reichthum ist in seinem Hause und seine Gerechtigkeit währt ewig." (Psalm 112, 3.) Nachdem der Redner dieses Mort unserer Weisen erklärt, schließt er mit der alten Tradition: das Wort brris?» enthält die Anfangsbuchstaben des Satzes nmx i2'i v ni:nb. das Sefer Thora enthält 600000 Buchstaben. Diese 600,000 Buchstaben sind die 600000 Schutzengel, die Israel durch alle Jahrhunderte und Jahrtausende geleiten. Diese 600 000 Buchstaben sind die 600 000 Waffen, mit denen wir alle unsere Widersacher, und seien sie noch so mächtig, belegen und überwinden. 5 V F r an! r e i ch. - Paris. Bekanntlich hat das Pariser Komitee -der „Jca." vor einiger Zeit den gewesenen Administrator, einiger argentinischen Kolonien, Herrn Lapin, .' nach Brasilien entsendet, um dort die Bedingungen für eine erfolgreiche Kolonisation zu studiren. Herr Lapin 'chat nün seine Forschungsreise beendet und dem Komitee - ein ausführliches Projekt für die Ansiedlung hauptsächlich russischer Juden in der Provinz Rio Grande de Sol vorgelegt. Diese Kolonisation soll sich hauptsächlich durch ihre Billigkeit von den bisherigen Kolonisaiionssystemen auszeichnen und soll auch auf die Selbstständigkeit der Kolonisten großes Gewicht gelegt werden. Zunächst wird die Ansiedlung solcher Personen beabsichtigt, welche sich schon mit .Erdarbeiten beschäftigt haben. Jeder Kolonist erhalt 25 Ha. Land und die erforderlichen Geräthschasten. Für all dies haben die Kolonisten, wie „Woschod" meldet, nicht mehr als 2000 Franks zu bezahlen, welche in zehn Jahren rückzahlbar sind. Zum Chcfadminisirator für diese Kolonie ist Herr Lapin ausersehen. In der Provinz, wo diese neue jüdische Kolonie gegründet werden soll, befindet sich schon eine Anzahl Kolonien, hauptsächlich italienische, welche mit Hilfe der brasilianischen Regierung in's Leben gerufen wurden und heute schon ganz selbstständig sind. Die Kolonisation der Juden soll schon im nächsten Frühling in Angriff genommen werden. Rußland. Petersburg. Man bemüht sich hier jetzt in jeder Weise, schreckliche Vorkommnisse, wie sie die Massakres der Juden in Kischinew waren, unmöglich zu machen, und es scheint, daß es dem neuen Gouverneur, der nach der dortigen Gegend gesandt worden ist, Fürst Uruffow, gelingt, nach und nach die Kluft etwas zu Lberbrucken. Derselbe liebt es, per peäes apostolormn die Stadt in Augenschein zu nehmen, womit er die Bevölkerung in Enthusiasmus, die Polizei in große Aufregung versetzt. Die Spaziergänge des Gouverneurs beschränken sich nicht nur auf die eleganten Straßen, er wählt im Gegentheil für seine Wanderungen mit Vorliebe die gewöhnlichen Stadtiheile und begibt sich in Gassen und Winkel, in denen vorher nicht nur nie eine so hochgestellte Persönlichkeit, sondern überhaupt kaum je ein anständiger Mensch erschienen war. Das Fatalste für die Polizei ist dabei der Umstand, daß diese Spaziergänge immer unvermuthet erfolgen und zwar nicht nur bei Tage, sondern auch zur Nachtzeit, und der Fürst hat ausdrücklich angeordnet, daß für seine Person keinerlei Sicherheitsmaßregeln getroffen werden dürfen. Der Bevölkerung aber verleiht es ein Gefühl der Sicherheit, daß der Gouverneur sich so direkt unter sie begibt und aus eigener Ueberzeugung urtheilt, und so haben die Gemüther sich schon so ziemlich beruhigt. Ru m ante«.; - ' :.;v-r Bukarest. Das Ministerium des Innern hat Fragebogen an alle Gemeinden gerichtet, die bezwecken, von jedem Dorfe eine möglichst ausführliche Monographie zu erhalten. Im „Monitorul Osicial"' wird nun der bisherige Erfolg der Enquete hervorgehoben und an jene Gemeinden. die noch nicht ihre Berichte eingesandt haben, eine Aufmunterung gerichtet. Die-