Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 95 (30.11.1903)
- Date
- 1903-11-30
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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2097 liegenden jüdischen Friedhofes fortschleppte und zu verschiedenen Bauzwecken innerhalb der Stadt verwendete. Im Laufe der Zeit, als die alten Hauser dem Abbruch verfielen, fand man die Grabsteine wieder und sammelten dieselben im hiesigen Museum. Nunmehr beabsichtigt der hiesige Atterthumsverem, alle jüdischen Grabsteine im Vorhofe eines an der Rheinstraße gelegenen mittelalterlichen Thurmes geschmackvoll zu gruppiren und so der Besichtigung des Publikums besser zugänglich zu machen. Berlin, 24. Nov. Dem ^Hilfsvcrein der deutschen Juden" ist ein ausführlicher Bericht über die Unterstützungsaktion in Home! zugegangen, aus dem uns die folgenden Daten zur Verfügung gestellt worden sind. Die Geschichte der Exzesse ist zu bekannt, als daß wir sie nochmals zu wiederholen brauchten. Das Resultat derselben war für die Juden 8 Tobte. IM Verwundete, 400 Familien ruinirt und ein Materialschaden von 110,000 Rubel. Die UnterMtzungsakiron wurde, da der Gouverneur nicht, wie in Krschinew, die Bildung eines speziellen Komitees erlaubte, von dem lokalen Hilfskomitee fiir arme Juden übernommen, an dessen Spitze Dr. A. Salkin d steht. Bicepräsident ist Herr M. I. Zeitlin, Kassirer Herr L. Charlapp. Dieses Komitee besteht aus 18 Personen, denen sich für die besondere Aktion noch weitere 18 Herren aus den jüdischen Honorationen der Stadt anschlossen. Das Komitee wurde in vier.Kommissionen eingeiheilt, je eine für Einnahmen, Ausgaben, Informationen und Juriskonsulat. Alle Bittschriften gehen dem Präsidenten zu,. der sie der Jnformationsabtheilung zuweist. Dieses nimmt die Prüfung vor, und nachdem das Ergebniß derselben vorliegt, wird durch das Plenum die Summe festgesetzt, welche man dem betreffenden Bittsteller bewilligt. Man mußte zuerst Nahrungsmittel veriheilen, dann aber mit Rücksicht auf die unmittelbar bevorstehenden Feiertage den Aermsten kleine Geldunterstutzungen zu Theik werden lassen- Sobald aber dies dringendste Bedürfniß mit rund 2000 Rubel Ausgabe erledigt war, widmete sich die Kommission der Aufgabe durch Beschaffung von Handwerkszeug und Maaren, um den geschädigten Familien wieder zu einer Existenz zu verhelfen. Dafür wurden bisher 35,000 Rubel gebraucht, dieser Betrag ist jedoch nicht annähernd ausreichend. Eine weitere Verpflichtung erwuchs dem Komitee in der Fürsorge für die Familien der getodteten oder arbeitsunfähig gemachten Opfer der Excesse. Dafür sind bisher 15,0M Rubel ausgegeben worden, weitere 10,000 werden noch allein hierfiir nöthig sein. Endlich muß das Komitee für die Familien derjenigen Juden sorgen, welche bei den -Excessen verhaftet wurden, weil sie angeblich das Recht Mer Selbstvertheidigung überschritten, refp. sich gegen r Polizei' oder Militär zur Wehr gesetzt haben. Zur "Beit sind noch in Hast aus diesem Grunde 25 Juden, dagegen nur etwa 50 Christen, die wegen ihrer Mitschuld bei den Excessen angeklagt worden.sind.... Im Ganzen hat das Hilfskomitee bisher verausgqbt 57,0M Rubel, wird aber noch ca.100,900.Rubel brauchen. Eingegangen sind bisher M.000 Rubel, darunter aus Hömel selbst ca. 80M Rubel, aus Rußland! noch weitere 37,000 Rubel, vom Hilfsverein der deutschen Juden sincl. 3500 Rubel von der Großloge liO.B.B.) 27,000 Rubel, von der Israelitischen Allianz" in Wien ca. 60M Rubel, vom Hilfskomitee für die russischen Juden in Frankfurt a. M. ca. 45M Rubel, endlich von dem Anglo-Russian Comit6 in London ca. 9000 Rubel, in Summa rund 90,0M Rubel. Wieman sieht, ist die nöthige Summe noch nicht erreicht, doch fehlt noch von den großen westeuropäischen Organisationen die Alliance isr. univers., von der das Hilfskomitee in Hömel bisher nichts erhalten hat,- auch fließen aus Rußland noch immer Beiträge ein. Für den Rothfall hat der „Hilfsverein der deutschen Judey" einen weiteren Beitrag in Aussicht gestellt, und cmch die anderen Hilfsorganisationen werben nicht.fehlen, falls noch weitere Beiträge nöthig sein sollten. . So . darf man hoffen, daß wenigstens der dringendsten Roth auch diesmal noch gesteuert werden .kann/ . . ' Wir geben noch ein Verzeichniß der. Namen und der Familien der bei den Excessen getodteten'.oder arbeitsunfähig gewordenen Juden: . 1) Davidoff Meyer. Er hat eine Franke Wittwe und einen Sohn von 14 Jahren hinterlassen. 2) Leykin Beer. Er hat eine Wittwe . und. einen Sohn von 20 Jahren, der Tischler ist, hinterlassen. . 3) P j a t i tz k i. Er hat eine junge,, kinderlose Ehefrau hinterlassen. (Er - hatte sich vor Kurzem erst verheirathet.) . V.j 4) Obermann Elie. Er hat eine Wittwe. hinterlassen, die vor der Niederkunft steht.:' 6. Elperin Chaim. Er hat. gleichfalls eine Wittwe hinterlassen, die ihrer Niederkunft entgegen sieht. . 6) Edlin Wulff.- Er hat eine "Frau^-vi,er Töchter und zwei Söhne hinterlassen. .Dü, sich erwies, die Söhne als Handwerker ihre. Exssstnz haben, so wurde ihnen nichts gegeben. ' ' 7) Kuganski, Junggeselle. Da er es'jedoch war, der seinen Vater' und zwei Schwestern unterhielt, so bekam nach seinem Tode der Vater Unterstützung. 8) Kowesch B e e r. - Er hat eine toohlhabende Familie hinterlassen und ist daher derselben nichts.Legeben worden.,.. ...... *y Was die Vnwundelen anlangt,'so)sind, abgesehen von einigen Leichtverwundeten, mehrere, W durch'He erhaltenen Wunden außer Stande sind; sich ihr Aröd zu erwerben.. Hier sind ihre Namen: /