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Der Israelit · 1903-11-16 · Heft 91 (16.11.1903) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 91 (16.11.1903)
Date
1903-11-16
Page
– (sequence 11)
Language
German
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jüdischen Zeitungen näher an, so finden wir. namentlich wo es sich um größere Städte handelt, vielfach betont. daß der Prinzipal Kost und Logis im eigenen Hause nicht gewährt. Die jungen Leute werden nun in irgend einem jüdischen Privathause oder in einer Restauration einlogirt und alles ist befriedigt, glaubt seine Schuldigkeit gethan zu haben. Leider ist dies oft nickt in Ordnung. Die jungen Leute wissen vielfach nicht, was sie am Sabbat treiben sollen; es fehlt ihnen die nöthige selbstständige Reife, fehlt elterliche Aufsicht und Anleitung, und mancher geräth in schlimme Gesellschaft und auf Abwege. Es liegt diese Gefahr um so näher, als die jungen Leute auch der Schule mit ihrer Disziplin und fortgesetzten Belehrung entwachsen oder entrückt sind und sich als Grandseigneurs zu fühlen beginnen. Wie oft wird die freie Zeit des Sabbat zum Umherschlendern, Wirthshausbesuch, Landparthien etc. verwendet; dabei „muß" man Geld in der Tasche haben, es wird mit der Zeit ein Karten- oder Kegelspiel entriert. die unvermeidliche Eigarre stellt sich ein und der W?n ist da in optima forma. Wohl gibt c£ auch rühmliche Ausnahmen unter den' Lehrlingen wie unter ihren Herbergsvätern, aber selbst, wenn diese die Regel und jene betrübenden Fälle die Ausnahme wären, selbst wenn solche religiöse Verivahrlosung nur ganz vereinzelt vorkäme, wäre der Umstand ernst genug, um Abhilfe zu heischen. Niemals sollten, wenn die sonstigen Verhältnisse es nicht unbedingt ausschließen, die Prinzipale sich der Pflicht entschlagen, ihren Lehrlingen außer Lehrherren, auch Ersatz für Eltern und Lebrer zu sein, ihnen innigsten Familienanschluß zu gewährest. Wo es absolut unmöglich ist, den Lehrling ins Haus, in die Familie zu nehmen, sollten Anstalten, Internate geschaffen werden, welche das Elternhaus voll und ganz ersetzen. Dein wohlthätigen Sinne, ivie den Bestrebungen der einschlägigen Vereine eröffnet sich hier ein weites Feld der Thätigkeit. — Ven Jakob. — Schwab ach. (Mittelfr.) bpon p p’Y* nnr» epn nenx. Das Scheiden eines nv2n nipp }pr von dem Orte seiner irdischen Wirksamkeit trifft nicht nur den engeren Kreis, in dem er gelebt und gewirkt C2n i-np bsn ncr. Und so sei es denn gestattet, dem Andenken proim yb yyt,ö der p'env b'b nb'bn jvans rnn 'B im 74. Lebensjahre von hinnen gerufen wurde, einige Worte zu widmen. Ist mit ihm doch ein auch in weiteren Kreisen bekannter Vertreter der alten L'ir'' Schule dahingeschieden, der nv2N in schönster Harmonie/vereinte. Geboren in Wiesenbronn (Unterfranken) befestigte er die im frommen Eltcrnhause gelegten Grundlagen bei nmbrr n Ottensooser s. A. in Höchberg und beim Aschaffenburger Raw, zu besten Lieblingsschülern Wißmann zählte... Dann lernte er beim Würzburger Raw und bei sr>i i Wolf s. A. in Preßburg, ebenso bei Dr. Lehmann-Mainz. Drcrundvierzig Jahre lang verwaltete N. Lüb Wißmann s. A. in voller Hingebung das Rabbinat Schwabach, bis vor mehr als drei Jahren ein schweres Leiden, der Ausübung seiner Thätigkeit ein Ziel setzte. Seine würdige Gattin, eine- Tochter von nö*>p i Hirsch in Wertheim (später in Frankfurt), eine njr.iin; ‘»n rvx, hatte nach mehr als vier Jahrzehnten glücklicher Ehe der Schwergeprüfte vor zwei Jahren verloren. Durch aufrichtige Frömmigkeit, Anspruchslosigkeit und Friedensliebe war er über den Kreis seiner Gemeinde hinaus geachtet und beliebt^ Davon legte das Leichenbegängniß am «2p (nach ii2pn Niv>' ein erhebendes Zeugniß ab. Unter der zahlreichen Menge von Theilnehmern bemerkten wir außer vielen Persönlichen Freunden, die von auswärts herbeigeeilt waren, Vertreter des Magistrats und des Gemeindekolleaiums, sowie aller Unterrichtsanstalten, fast die gesammte christliche Geistlichkeit^der Stadt. Zunächst schilderte vor der Synagoge der jetzige Distriktsrabbiner von Schwabach, Dr. S. M a n n e s, in bewegten Worten die rrcrtt nne, die den Dahingeschiedenen geziert, und den Verlust, den die Gemeinde Schwabach, vor allem aber die Familie, erlitten. Im i'2N2. wohin der Oraun alsdann getragen wurde, sprach der Vorsteher Dr. S 0 m m e r den Dank der Gemeinde für das treue, hingebende Wirken aus; Herr G r ii n b a u m - Nürnberg dankte im Namen der Schüler und Namens der von dem Entschlafenen mitbearündeten mib selbstlos ein Vierteljahrhundert geleiteten Talmud-Thora-Schule. Nachdem der Oraun wieder hinausgetraaen worden, feierte Rabbiner Dr. Kohn-Ansbach den Verklärten als einen Vertreter der alten Generation voii'v'i2i. die den Jüngeren als leuchtendes Vorbild dastebe. Dann setzte sich der Zug in Veweauna. um, da Schwabach kein eiaenes pbV n'2 besitzt, die irdischen lleberreste nach Georaensamünd zu bringen. Als der Leichenwagen hier gegen 1 Uhr ankam. wurde er von einer großen Zabl von Bekannten und Leidtragenden erwartet, die nicht mehr -ur Zeit nach Schwabach batten aelangen können. Vor dem nropn w2, erarilf zunächst Herr Rabb. Dr. Cobn- 5kchenbausen das Wort, um zualeich namens der bayrischen Kollegen von dem Freunde Abschied zu nehmen; es folgte Herr Rabbiner E b r e n t r e u - München, dann auch hier Herr Dr. S 0 m nur ,für die Gemeinde Schwabach, Herr Lehrer Selig Wißmann- Künzelsau. der als v'w im Hanse des nnvr aufgezogen worden. Herr Rabbinatsassestor A n s b a ch t r * Nürnberg als persönlicher Freund. Herr Lehrer A dl c r - Georgensgmünd sprach den Dank der, dem. Rabbiner Wißmann unterstellten Lebrerschaft, die Herren Lehrer Morgen thau - Erlangm?) und Heß- *) Tie Gemeinde Erlangen batte mehrere Jahre Zank Nabbiuat Sckwabach gehört, tremlte s>«b vor zwei Jahren von demselben und schloh sich dem Nabdinate Jiirth an.

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