Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1903)
- Date
- 1903-11-16
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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•19961 spräche konstatiren müsse. Mit besonderer Wärme sprachen sich Professor Landau und Professor Vagi n s k y für die Encyklopädie aus, in der sie eine bedeutsame kulturelle und volksbildnerische That, insbesondere für die Brüder des Ostens, erblicken. In seinem Schlußwort hatte der Referent Gelegenheit, auf Kritik, Rath und Anregung erschöpfend und in einer alle Anwesenden befriedigenden Weise einzugehen.. Herrn Professor Berliner entgegnete er, daß religiöse Fragen nicht unter dem Gesichtspunkte vager Hypothesen, sondern unter dem der wissenschaftlichen Objektivität zu behandeln sein würden. Den Befürchtungen wegen des Schwindens der Kenntniß der hebr. Sprache konnte der Redner seine fachmännischen Erfahrungen, die das Gegentheil bestätigen, entgegensetzen, zugleich aber auch die Erklärung, daß gerade durch ein Werk, lvie die Encyklopädie, die Pflege der hebr. Sprache eine erneute und weitreichende Förderung erfahren werde. Bezüglich der Anregung der Herren Prof. Pinner und Zabludowski wies der Referent in überzeugender Weise den Vortheil eines lexikographischen Werkes nach. Sein nochmaliger, herzlicher Schlußappell, dem er die Mittheilung anfügte, daß sich in Paris bereits ein wissenschaftlicher Veirath gebildet habe, hatte die erfreuliche Wirkung, daß sich folgende Herren in Berlin für den Veirath anschlossen: Prof. Baginsky, Pros. Dr. L. Landau, Dr. E. L a n d a u , Prof. Barth, Dr. Franz Oppenh e i m e r, Prof. M e y e r h o f f e r, Eduard Bernstein, Dr. Hoff m a n n . Rektor des Rabbiner- Seminars, Prof. Dr. Berliner, Prof. O. Marburg. Dr. Alfred N o s s i g , Dr. P r e u ß , Prof. Dr. P a g e l, Prof. O p P e r t, Dr. S. S o s k i n , Docent Dr. Ed. V a n e t h . Iustizrath Dr. H.'inrich Meyer Cohn,. Docent Dr. E l b o g e n . Ober-Rabbiner Dr. Fuchs, Docent Dr. Hirsch Hildesheimer, Prof. Dr. M. P h i l i p p s o n , Docent Dr. I. Wohlgemuth und Prof. Zablu - d o w s k y. Diesem Komitee werden sich zweifellos eine Reibe von Gelehrten anschließen. die durch äußere Umstände von der Dheilnahme an der Konferenz abgehalten worden waren. Der bereits erwähnte Veirath in Paris, der sich Dank der persönlichen Unterhandlungen des Herrn N. Sokolow gebildet hat, setzt sich aus den angesehensten Vertretern der jüdischen Geistes- Elite zusammen. Es gehören ihm bis jetzt an: Prof. Oppert, Prof. Derenbourg. Prof. Sylvain L e v y. Grand-Rabbin Zadoc Kahn, M. S ch u lhof, ealautateiii' prineipal du Bureau de Longitudes, . Israel Levn. Morse Schwabde^ -ft biblioth&que nationale. Maurice Levy, Dr. S y? derski, DrUSchäpiro. Michel L6vy.-.Bi- .^peeleui? genäral deu liiines, Michel 58 real, MaxRordan. Mr. Bigart. Dr. H e n r y d e Rothschild. Alexander Marmorek. Prof.. Joseph H a l6vy. Dr. Schwarz feld und Maurice L o e w Y. Diesen wissenschaftlichen Beiräthen werden sich solche in anderen Großstädten anschließen, um deren Konstituirung der Herausgeber gegenwärtig bemüht ist. Indessen sind bereits seit einiger Zeit die redaktionellen Bureaus konstituirt worden: das eine, hauptsächlich für den Verkehr mit den russischen Mitarbeitern, unter Leitung des Herausgebers in Warschau (Marjanska 2). das zweite, bestimmt für den Verkehr hauptsächlich mit den westeuropäischen Mitarbeitern, unter Leitung des Herrn Dr. S. Bernfeld in Berlin-Charlottenburg (Grolmannstr. 21). Als Sekretär der Encyklopädie fungirt Herr Dr. S. M e s ch o r e r. Zur Durchführung der philologischen Arbeiten wird eine Sprach-Kommission eingesetzt, zu der auch mehrere bedeutende Hebräisten Palästinas zugezogen wurden. Zeitungsnachrichten und Corrcsponvenzen. Deutschland. Dresden, 12. Nov. (Gegen jüdische Einwanderer?) Angesichts des fortdauernden Andranges von Amerika-Auswanderern über die österreichische Grenze bat das sächsische Ministerium des Innern eine schärfere polizeiliche Ueberwachung des fremden Auswandererverkehrs an der sächsischen Grenze angeordnet. Danach ist in Zukunft der Eintritt nach Sachsen nur solchen Auswanderern gestattet, die im Besitz von Eisenbahnkarten bis zum Einschiffungshafen und von Schisfahrtskarten zur Ucberfahrt nach Amerika sind. Außerdem müssen diese Auswanderer eine Bürgschaft des „Deutschen Zentralkomitees für die russischen Juden" beibringen, dafür, daß sie kostenfrei ohne Aufenthalt von Deutschland nach Amerika und im Falle ihrer Zurückweisung von der amerikanischen Einwanderungsbehörde wieder nach ihrer Heimath geschafft werden. Wer diese Bedingungen nicht erfüllt, muß mindestens den Besitz eines Vermögens von 400 Mark für die Erwachsenen und von 100 Mark für Kinder Nachweisen. Wie die Heranziehung des „Deutschen Zentralkomitees für die russischen Juden" zeigt, handelt es sich hierbei überwiegend darum, die Einwanderung fremder Juden nach Deutschland zu verhindern. SluS Lüddentschland. Von interessirter kaufmännischer Seite wird vielfach ein Mißstand beklagt, der ’ die segensreichen Bestrebungen der Schomre- Schabbos-Vereine selbst in solchen Fällen vereitelt, wo Lehrlinge in. Geschäften untergebracht sind, die den .Sabbat noch heilig halten. Sehen wir uns die Aus- » schreibungen von offenen Lehrlingsstellen in den div. 2.