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Der Israelit · 1903-11-16 · Heft 91 (16.11.1903) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
44 (1903)
Issue
Heft 91 (16.11.1903)
Date
1903-11-16
Page
– (sequence 9)
Language
German
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44. Jahrgang. ge zu jfa% 1 des „mmdli“, %t AllMM hcbrWc ^(DfloBiilie. Eine sowohl um ihres Zweckes willen, als auch ihrer besonderen Zusammensetzung wegen intereffanie und bedeutsame Versammlung fand am Sonntags den 8. dss.Mts. statt: Herr Prof. Dr. Leopold Landau hatte die hervorragendsten jüdischen Gelehrten auf allgemein-wissenschaftlichem und speziell jüdischem Gebiete, die sich zur Zeit in. Berlin bethätigen, zu sich geladen, um ihnen Gelegenheit zu geben, einen Vortrog des Herrn Redakteurs N. S o k o l o w - Warschau über. die von ihm in Angriff genommene hebräische Encyklopädie zu hören und sich über ihre eigene wissenschaftliche Mitarbeit an dem grandiosen Werke zu äußern. Es war vielleicht zum ersten Male, daß sich in Berlin ein so erlesener Kreis von Repräsentanten allgemeinen und jüdischen Wissens zu einem im wahrsten Sinne des Wortes jüdischen Unternehmen zusammcnfand. Kann dieses erhöhte Interesse unserer Sjuiimer des Geistes an jüdischen Dingen schon an sich als ein ungeahnter Fortschritt, als ein hoffnungsvolles Zeichen der Zeit mit Genugthuung erfüllen, so darf es als noch erfreulicher bezeichnet werden, mit welcher Wärme und innerer Theilnahme sie dem Plane der Encyklopädie beitraten, gerade weil es sich um einen jüdisch-kulturellen und volksbildnerischen Zweck handelte. Den Vorsitz in der Konferenz führte, unterstützt von Herrn Dr. Hirsch Hildesheimer als Schriftführer, Herr Prof. Dr. M. P h i l i p p s o n, der nach herzlicher Begrüßung der Erschienenen detn Herausgeber der Encyklopädie, Herrn R. Sokolow, Redakteur des „Hazephira", das Wort ertheilte. Von vielen Gesichtspunkten aus konnte der Redner die Nützlichkeit, die Bedeutung, ja die Nothwendigkeit des geplanten Werkes klarlegen. Für die Massen des jüdischen Volkes, die noch in der hebräischen Sprache wurzeln, werde die Encyklopädie ein Bildungs- und Belehrungs- Mittel grandiosen Stiles sein, umso wesentlicher, als sie jetzt aus ungenügender Kenntniß anderer Sprachen oder in Folge der Unzulänglichkeit der kleinen wissenschaftlichen Arbeiten in hebräischer Sprache solcher Möglichkeiten zur Selbst-Erziehung entrathen müsse. Die Encyklopädie werde den Schlußpunkt in der staunenswerthen Entwicklung bilden, welche in den letzten Jahrzehnten die lebendige hebräische. Sprache über die Journalistik, Belletristik und Poesie zur -Wissenschaft hinüber genommen habe. . Schon darin, daß es möglich sein werde, das kostbarste Volksgut,; die hebräische Sprache, zur höchsten und modernsten Leistung'zu verwerthen, werde eine große, kulturelle Dhat vollbracht werden, die unsere wohl von der I schwersten Roth bedrängten, aber geistig erstaunlich reg-? samen Brüder des Ostens mit gerechtem Stolz erfüllen | werde/ Bei dem Unternehmen, das die besten geistigen . Kräfte des Judenthums zur Arbeit vereinigen •,' soll, | führte Redner des Weiteren aus, handle es: sich darum,' die Summe allgemeinen und jüdischen Wissens in dem Ausmaße und in der Form, die den Bedürfnissen und der Veranlagung der jüdischen Masse entsprechen,'Zin einem Werke vorzuführen, dem, was. wissenschaftliche Exactbeit und Originalität betreffe, die besten encyklopädischen Leistungen anderer Völker als.- Beispiel vorschweben sollen. Es werde darum des Herausgebers und seiner redaktionellen Bureaus.Hauptsorge sein, sowohl für den allgemeinen als auch für den jüdischen Theil die hervorragendsten jüdischen Fachgelehrten zum Rath und zur Mitarbeit heranzuziehen. In solchem Mitihun unserer tüchtigsten : jüdischen Kräfte liege die beste Gewähr für das Gelingen des großen Unternehmens, das, nachdem seine..materiellen Vorbedingungen gesichert seien, nun auch in Bezug auf die wissenschaftlichen Grundlagen so fest als möglich' gestützt werden müsse. In diesem Sinne wendet stch Redner im Namen der künftigen Leser der Encyklopädie und mit Hinweis auf den idealen Zweck des Unternehmens an die Versammelten mit der herzlichen Einladung, als wissenschaftlicher Veirath dem Werke der Encyklopädie beizutreten.. An die sehr freundlich aufgenommenen Ausführungen des Referenten schloß sich eine interessante Diskussion, an der sich .die Herren Eeheimrath Pi n n e r, Professor Berliner. Professor Zabludowski, Dr. S. Vernfel d, Prof. Landau, Professor Meyer ho ff er, Professor Baginsky, Dr. Elbogen und Ed. Bern st ein bet heiligten. Es fehlte.nicht an verschiedenen Hinweisen auf die Schwierigkeit des Unternehmens; die meisten Redner aber unterließen es nicht, indem sie ihre persönlichen Anschauungen und Rathschlage entwickelten, ihrer besonderen Sympathie für das geplante Werk warmen Ausdruck zu geben. - Herr Professor Berliner kennzeichnete die - Stellung-, nähme des Rabbiner-Seminars dem Unternehmen gegenüber in einer bündigen Erklärung.- Die Herren Prof. P i n n e r und M e y e r h o f f e r legten .dem Herausgeber nahe, ob nicht statt der lexikographifchen. Form besser, die Eintheilung nach Disziplinen gewählt werden solle.- Professor Z a b l u d o w s k i. meintein sehr interessanten Ausführungen ^n. A., daß es, höchste Zeit sei, das Werk zu beginnen, da die Kenntniß des Hebräischen zu schwinden beginne. Ihm entgegnen Dr. Elbogen. daß er gerade eine außerordentliche Renaissance der hebräischen Sprache als lebendige Volks-

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