Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 44 (1903)
- Issue
- Heft 91 (16.11.1903)
- Date
- 1903-11-16
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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zu ben Juden die allerhumansten seien, und er wies besonders darauf hin, daß ev persönlich-keinerlei, feindliche Gefühle seine Mitbürger, jüdischen Glaubens hege; imstAgtiitAil strebe er danach, ihre Lage zu erleichtern- ^zu welchem Zwecke in dem ihm unterstett-en Ministerium Entsprechende Projektebereits ausaeärbeitet Oürdest.'M)r^die Entgegnung Herim Wolfs, daß die große Masse der jüdischen Bevölkerung sich in einer traüngeüv Lage, und in vollständiger Rechtlosigkeit befinde;^'ÄnGorM' Herr v. Plehwe, daß die Rechtsbeschränkungen dupch die Notwendigkeit hervorgerufen würden, 'ünd daß' für die Juden der beste. Ausweg — die Auswanderung^ sei. Herr Wolf zweifelte an der Wirksämk/it dieser Maßregel und bemerkte, daß Rußland».-wkM;es djtz. Juden zur Auswanderung in andere Länder-zwinge,-'ficheine Menge Feinde-im Auslande schaffe.' Davon-habe Rußland sich unlängst überzeugen können.-.älsdas Blutbad von Kischinew eine starke.Erregung^ <d5l.^-öffentlichen Meinung in den Vereinigten Städten'h'ervdrrief, die bis dahin stets im freundschaftlichsten .Verhältniß zu Rußland gestanden hätten. Indessen^ sa .fugte^err Wolf hinzu, ließe sich doch in Rußlantst-ZenügentstHäum für alle russischen -Unterthanen findtzn, V.seies nicht zu verstehen, warum die Regieräng den' Juden die Einwanderung in die Mandschutei verbiete:- 'Augenscheinlich sei es nothwendig, in diesem .Gchiete'eine russische Industrie zu schaffen, es in ökoüoinischedr Vezichung zu beleben, und zu diesem - Zwecke würden die Juden ein sehr brauchbares Element abgAest."*5; 7. ■ ' ^Herr von Plehwe zeigte sich sehr erfreut über diesen Gedanken./ „Das ist eine gute Idee." soll er bemerkt habest'„das muß. besprochen werden, wenn Generaladjutant Älexejew hierherkommt." Vermischtes. Frankfurt a.M. (E i n e S p e n d e v o n 300 000 M ) Freifrau Luise von Rothschild überwies dem Gumpertz'schen Sicchenhaus die Summe von 300000 M. Nagy-Szonibart (Ungarn.) Hier wurde jüngst durch die Bemühung. des Herrn M a t y a s Rot h enie omrQ mNDn gegründet, in welcher jeden. räi? zedes MitWZd der Reihe nach einen Talwudsschcn Vortrag. zu halten' hat.'Den "ersten Dmtrag hielt zugleich mit einer trefflichen, Einweihnngsrcde Herr Nabbümtscandidat Deszo Tr eu-.haf^ Markuß Pick, Talmudist.' JV- Jüngst llv'ürde in-dör isr.- Gemeinde Natzerborf. der Preßburg eine pirtntsvolle Feier begangeiu-Dirkleme.- nur ausMiialiedcrn bestehende Gemeinde . iiutcr grovcr Anspannung ihrer -finanziellen- Kraf^-.dcn^ seit - 60, ^ahr^i bestcLxvdE§richhof.:-miL^rncr, UmzaumMia versehen, die einen-»--Ksltdnüufrvand' ^son '.-.WO Kr. «ford^^--2ln 25-. MWüns.^r Mbecktn- » M. VezlrkSrabbkney He Rofewbaupr aus seiner <diesch EeaenUlt gehaltenen- -.Rcbc^Lcr.-G^ meinde "für wre Opferfrcudiakelr. iuid. ^lP.E^ Heinrs.ch We.i ß für die umsichtige - Leitung . der Arbeiten.'--. - - Fe ui l i e t o u. io] Von Heinrich Lederwamr. .. - " XIV. ■ •' Von allen diesen unheilschweren Vorgängen, die sich wie ein finsteres Gewölk Wochen und Monate vor-. her zusammengezogen hätten, um sich über den Häup-, tern ungezählter Lausender von unschuldigen Unglücklichen zu entladen, hatte der in Metz studirende Lieblingssohn, unseres Helden keine Ahnung. Am Rofch- Chodesch Siwan erhielt Schmuel den Brief seiner Eltern, der ihn wieder zurück in die Heimath rief. Wer - war glücklicher als er! Sofort traf er alle Anstalten zur Abreise; sie waren leicht und bald getroffen. Hören wirst was Rabbi Schmuel selber uns darüber in den Zusätzen zur Selbstbiographie seines Vaters berichtetest.^ ' „Am ersten Siwan jenes Jahres (1629) erhielt ich einen Brief meines ehrwürdigen Vaters, daß ich nach Hause kommen solle. Mein Vater war damals Oberrabbiner in Prag und lebte dort in Reichthum und Ehre. Nichtsdestoweniger legte ich die Reise von Metz .sr nach Prag zu Fuß znr ü ck. Sb war es damals Brauch in jenen Gegenden, daß alle Jünglinge, welche die Jeschiba besuchten, sie mochten arm oder reich sein, ausschließlich zu Fuß gingen, einen Stock in der Hand _ und ihre Kleider in einem Rucksack auf den Schultern. Trotzalledem war eine solche Reise voll Freude unb*"" Frohsinns. Denn man nahm die jungen Leute erstens in allen jüdischen Gemeinden, die sie passirten, mit großer Ehre auf, und zweitens unterstützten auf diese Weise die reichen jungen Leute die armen. Ich zählte unter die Reichen, denn meine Eltern schickten mir zehn Silbergulden jeden Monat. So trat ich die Rückreise nach Hause mit noch fünf jungen Leuten an. Der große,. weite Weg kam mir wie ein Spaziergang und - .eine>Lustreise vor. Was meine Freude noch erhöhte,; , war der Gedanke, daß ich bald wieder meine theuren Eltern sehen werde, daß mein ehrwürdiger Vater sich.' bald überzeugen wird, wie ich.in Kenntniß der Thora ----- zugenommen -.und zu welcher.Festigkeit ich es bereits; barttr gebracht habe.-. Das waren die Vorstellungen^ die 7 uüch auf der ganzen Reise, umschwebten,, zu einer-Zei^ st^ wst m'meines.Vaters Haufe der schwereZufammen-stst,,' br.uch erfo.lgj. war. Das ist sö'unferestmenschliche Weiser '.ustfe>e.MMe, .,'der^wir uns. dnge^st.; istMMstrine'. trügerische/stÄberwir haben W-Einsicht, stnichj^dcks DkuZeri M ÜnseE Freude wajhrzvnetzmen;! /uns'/ erster st-' 'jHrnK.-töib^rtits'-lü/WMs/gHellte''... Falle '/ge^ayZen/Mv sind, gehen uns die-Äugen auf. '*•* '1 \